You are using an unsupported browser, so some features may not work. Please upgrade to a modern browser
Ihr Webbrowser ist veraltet und wird leider nicht in vollem Umfang unterstützt.

KIRA KIRSCH

Earth Will Come video still © Katelyn Stiles
Earth Will Come video still © Katelyn Stiles

ARABESQU-ING – moving through with and beyond form

Lasst uns die Arabesque näher betrachten und ihrem Zweck auf den Grund gehen – die Position, die uns aus dem Ballettvokabular bekannt ist. Was ist das Vermächtnis der Arabesque? Was bringt uns diese Form, die so stark mit der Ästhetik des klassischen Tanzes assoziiert wird, beim Erlernen von funktionaler Bewegung für die verschiedensten Anwendungen? Kann sie in ein aussagekräftiges eigenständiges Stück verwandelt oder dafür neu entdeckt werden, um bedeutende Informationen und funktionale Relevanz für zahlreiche Arten und Dynamiken von Bewegung zu offenbaren?

Einige Fragen, die mich diesbezüglich beschäftigen, betreffen die Gültigkeit und Notwendigkeit von Form und was eine Form dazu bringt, über ihre Form hinauszugehen. Wie bewegen wir uns in eine Form oder beleben wir Formen oder Positionen auf autonome Art oder in einer ausgeglichenen Beziehung?

Was passiert, wenn wir die Arabesque als Symbol, als Form neu bewerten?
Ein Symbol für die Enthüllung von Prinzipien, wie die von einander abhängigen strukturellen Beziehungen im menschlichen Körper. Ein Symbol für die essentielle asymmetrische Organisation des menschlichen Körpers in der Bewegung. Ein Symbol für das Wissen um die Verteilung von Gewicht und die Justierung von Masse auf einem Bein.

Die architektonische und dynamische Kräfteverteilung bei der Arabesque würde dann die Möglichkeit für eine umfassende Studie über essentielle funktionale Muster des menschlichen Körpers bieten und dadurch zu einer wichtigen Form für die Entwicklung und Umgestaltung unseres Bewegungsmaterials werden.

Das ist zwar eine Klasse für Fortgeschrittene, aber man braucht dafür keine Ballett-Kenntnisse!

Conversations with Earth – Axis Syllabus

„Ist es in der Tat nicht merkwürdig, da, seit der Mensch geht, niemand sich je gefragt hat, warum er geht, wie er geht, ob er geht, ob er besser gehen könnte, was er beim Gehen tut, ob es kein Mittel gäbe, seinen Gang zu reglementieren, zu verändern, ihn zu analysieren? Fragen die jedes philosophische, psychologische und politische System, das die Welt je beschäftigt hat, angehen?“ – Honore de Balzac

„wider-stand-gegen-lauf-vor-gang-ab-sprung-hoch-flug-tief-stand-auf“ – Semier Insayif

Jeden Tag verlagern wir das Gewicht viele tausende Male von einem Fuß auf den anderen und über die Füße verbinden wir uns mit dem Boden, der Erde. Das Gehen ist die elementarste und am häufigsten wiederholte Koordination, die nahezu alle Bewegungsprinzipien der komplexen menschlichen Fortbewegung zeigt. In diesem Workshop untersuchen und wieder-entdecken wir das Gehen als vielschichtige tägliche Praxis und re-sensibilisieren die Füße als Tastorgane die unsere Umwelt erfühlen. Das Gehen bietet auch eine Art von „posturing“ also ein dynamisches Bewusstmachen von Haltung, anatomischer Ausrichtung und Gewohnheiten. Wir werden uns über die Bodenarbeit und via sensorischer Experimente auf das Gehen vorbereiten und in verschiedenen Geh- und Laufmotiven sowie kleinen Sequenzen mal analytisch, mal meditativ, mal ausgelassen das Gehen ins Tanzen bringen und das Tanzen ins Gehen.
Die Analyse des Gehens ist ein fundmentales Konzept aus der Axis Syllabus Recherche. Die Teilnehmer_innen sind eingeladen, sich von der Kunst, Analyse, Geschichte und Alchemie des Gehens inspirieren zu lassen. Wir werden theoretisch sein, etwas zeichnen, natürlich gehen, auch raus-gehen und tanzen.
 

TISSUE TALK – fascial communication

„Lasst uns über Kürzungen sprechen.”
„Unterschiede werden gemacht, nicht gefunden.“
„Ethisches Handeln bewirkt Gastfreundschaft gegenüber Fremden und zieht sich wie ein roter Faden durch alle Wesen und Unwesen.“ – Karen Barad, Physikerin und Philosophin der Wissenschaft und des Feminismus.

In dieser Intensive treten wir mit Faszien und Weichgewebe in Kontakt und finden heraus, wie es sich miteinander verheddert und kommuniziert und wie es unsere Aufmerksamkeit, Sinneswahrnehmung und Bewegung beeinflusst. Das Fasziensystem umspannt, durchdringt Schichten und bewirkt die spiralförmige Ausdehnung, die komplexe Verflechtung und chaotische Vernetzung des Körpers. Einer der Zugänge ist meine Recherche über das Aufspüren und Beobachten von myofaszialen Meridianen (Anatomy Trains), das Anprobieren unterschiedlicher Anatomien, um sich in ihnen zu bewegen und von ihnen bewegt zu werden. Wir tanzen und spüren in eine Vielzahl von Faszien hinein, erkunden ihre verschiedenen Zustände, Formen, Strukturen und Tonalitäten und nützen diese spezielle Sicht, um funktionale Bewegung, Kommunikation durch Berührung und die Empfindungen beim Tanzen zu betrachten.

Zu erwarten sind praxisnahe Intra-Aktion, Theorie in Bewegung und Tanz-Empfinden.

ARTISTBIO: Kira Kirsch

Kira Maria Kirsch ist Bewegungskünstlerin, wurde in Ost-Berlin geboren und nach sieben Jahren in San Francisco und mehreren nomadischen Jahren, lebt sie jetzt mit ihrer kleinen Familie wieder in Berlin in den Lake Studios. Sie involviert sich stark in der Erschaffung, Hinterfragung und Verbesserung von Möglichkeiten das Geist-Körper-Bewegung-Kontinuum zu erfahren, mehr darüber zu lernen und sich darauf zu sensibilisieren. Seit über einem Jahrzehnt leistet sie Pionierarbeit, unterrichtet und forscht kontinuierlich aus Sicht von Axis Syllabus (AS), ist Co-Organisatorin des Nomadic College bei Earthdance, leitet Lehrer_innen-Fortbildungen und gründete eine Plattform für Forschung in der Bay Area, Kalifornien. International unterrichtet sie unter anderem auf zahlreichen Kontakt Festivals (Cmc, Ibiza, Wccif, Intouch) und zeitgenössischen Tanzfestivals (ImPulsTanz, Tsekh Moscow, SEAD, K3 Kampnagel, Transformation/Montreal etc.).
 Als Performerin tanzte sie in den Stücken von David Szlasa (US), Sara Shelton Mann (US), Avy K. Productions (RU), Christine Bonansea (US/FR), Halfmachine (DK), ABCdance collective/Frey Faust, bei der Compagnie von Anna Tenta (AT) und in zahlreichen Kollaborationen mit ihren Kolleg_innen. Im Jahr 2009 begann sie die Zusammenarbeit mit der in Montreal lebenden Künstlerin Kelly Keenan. Ihre Kreationen „species - a moving body exposition” und „useless creatures“ wurden in den USA, Kanada und Österreich präsentiert.
Seit 2014 ist sie Kuratorin und Gründerin von SENSING IN dance festival - eine Initiative in Berlin rund um Axis Syllabus, somatische und zeitgenössische Techniken und Improvisation.
 
 

GOOD TO KNOW

Dancer: Helmut Fixl © Johanna Figl

Sneak previews auf unsere aktuellen Performances, oder sweet Memories vergangener Workshops und Festival-Events sehen Sie hier. MORE

© ImPulsTanz

Alles über unsere vorangegangenen Festivals finden Sie HIER

danceWEB Brunch 2015 © Karolina Miernik

Festivalimpressionen ab 2005 gibt es HIER

© ImPulsTanz - All rights reserved
Date: 23.07.2018, 11:44 | Link: https://www.impulstanz.com/workshops/2018/artist1317/