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RESEARCH 2014

Thibault Grégoire
© Thibault Grégoire
Field Projects: 2014

Thomas Hauert

Tools for Dance Improvisations 


one moving as many moving as one


Dieses Field Project ist bereits ausgebucht, es werden keine Bewerbungen mehr angenommen!


Jedes Gelenk unseres Körpers verfügt über eine bestimmte Palette von Bewegungen und es gibt unzählige mögliche Kombinationen. Der Körper besitzt ein großes praktisches Wissen, das weit über das hinaus geht, was das geistige Bewusstsein verarbeiten kann: über Anatomie und Mechanik, Aktionen und Reaktionen des Körpers sowie ihre Wechselwirkungen mit externen Kräften (Schwerkraft, Zentrifugalkraft und Zentripetalkraft, andere Körper usw.).


Ein vollständiges Bild/Verständnis vom Körper zu haben – im Gegensatz zu einer Reihe an zerebralen Kriterien –  ermöglicht eine weit komplexere Bewegung (Formen und Qualitäten), weil sich unser Bewusstsein nur auf ein paar Dinge auf einmal konzentrieren kann, während unser Körper in der Lage ist, eine große Menge von Informationen in einem sich ständig verändernden, fließenden Orientierungssinn, der als Sensor für mögliche Bewegung dienen kann, verarbeitet: physische Intuition, Kreativität, die meist durch physische Umstände entsteht; kaum ein Gedanke wird zwischen dem Zeitpunkt der „Inspiration“ und der Ausführung der Bewegung gebildet.


In einer Reihe von progressiven Improvisationsaufgaben mit einer variablen Anzahl an Partner_innen, die – in Kontakt oder auf Distanz – untereinander sensorische Informationen austauschen, werden wir uns dieses Phänomen zunutze machen, um Formen, Rhythmen, Bewegungsqualitäten und weitaus komplexere Bewegungsabläufe als die, die unser Bewusstsein allein erzeugen könnte, zu kreieren. Wir werden aus unseren gewohnten Bahnen herausgeführt, Muster werden verzerrt oder außer Kraft gesetzt.


Wir üben das Vermehren und Trennen von Aktionen innerhalb unseres eigenen Körpers, um ein Gefühl der Polyphonie zu erzeugen. Ein weiteres Kapitel in der Arbeit ist das Komponieren der Bewegung einer Gruppe, der Versuch, einen einzigen Organismus aus einer Gruppe von einzelnen Körpern zu erschaffen.


Die Bewegung von Personen in einer Gruppe kann verbunden und vereinheitlicht werden. Ähnlich wie Musiker_innen eines Orchesters zusammen ein Musikstück spielen, können Tänzer_innen eine Einheit in einem Raum bilden, indem sie ihre Bewegungen eher miteinander verbinden, statt sie gegenüberzustellen. Positionen, aber auch dynamische Formen/Bewegungen im Raum können verbunden und anhand visueller Mittel von Harmonie oder Dissonanz (vertikale Verbindungen auf der Zeitachse), festgelegt werden. Darüber hinaus können Tänzer_innen Verbindungen schaffen, die sich auf vergangene oder zukünftige Ereignisse beziehen, wie es in der Musik bei Melodien, Rhythmen und Dynamik (horizontale Verbindungen auf der Zeitachse) der Fall ist. Es kann hilfreich sein, über diese Verbindungen in musikalischen Begriffen zu denken, um Entsprechungen in Bewegung zu finden. Aber auch hier gilt: unser Instrument, der Körper, und eine andere oft unterschätzte Mitspielerin – die Gruppe – erweisen sich als Zubringer von

Fähigkeiten, die für miteinander verknüpfte und interaktive Bewegungsstrukturen genutzt werden können, welche unser individueller, bewusster Verstand niemals in dieser Form erdenken könnte. Wir werden in die Schwarmintelligenz/kollektive Intelligenz eintauchen, ständig zwischen Führen und Folgen hin und her wechseln, oder beides zur gleichen Zeit tun. Wir übernehmen die Initiative sowie die Verantwortung darüber, in der Entwicklung von Vorschlägen anderer oder unbewusst entstehenden Strukturen eine Rolle zu spielen und bewahren – unter Beibehaltung dieser Rolle, den Überblick über die Gruppenkomposition. 

Die verbundenen Gruppenstrukturen ermöglichen es den Tänzer_innen einen gemeinsamen Sinn für Musikalität zu kreieren, der aus den beigetragenen Fragmenten – ob in Stille oder zu einer hörbaren oder imaginierten Musik – der einzelnen Beteiligten entsteht. 



ArtistBio: Thomas Hauert

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Date: 15.12.2019, 02:56 | Link: https://www.impulstanz.com/archive/2014/research/id2550/