Preisträgerinnen des ImPulsTanz – Young Choreographers’ Award

©yako.one
©yako.one

Am Samstagabend, dem 14. August 2021 wurden im Rahmen einer kleinen Zeremonie im MuTh die Gewinnerinnen des 2018 ins Leben gerufenen ImPulsTanz – Young Choreographers’ Award gekürtt:

Tamara Alegre (CI/CH), Lydia Östberg Diakité (NO/SE), Nunu Flashdem (UK/CH), Marie Ursin (NO), Célia Lutangu (BE/CH) 
FIEBRE

Die Künstlerinnen können sich über ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und eine Artistic Residency bei ImPulsTanz 2022 freuen.

Die Jury besteht aus dem Choreografen, Performer und danceWEB-Mentor Frédéric Gies, der Autorin und Journalistin Theresa Luise Gindlstrasser und dem preisgekrönten Filmregisseur Arash T. Riahi. Sie begründen ihre Entscheidung wie folgt:

Etymologisch kommt „Choreographie“ vom Schreiben des Chores, vom Kreistanz. Mit anderen Worten, zu choreografieren bedeutet zu schreiben, wie wir uns gemeinsam bewegen. Diese Aufgabe ist per se politisch. Und manifestiert sich in unterschiedlicher Hinsicht im Tanzbereich und in der Tanzgeschichte insgesamt. Das Aufkommen singulärer Autor*innen in dieser Kunstform hat historisch die Spannungslinien zwischen singulären und kollektiven Bewegungen deutlich gemacht. Die Arbeiten, die wir als Jury in der diesjährigen Ausgabe von [8:tension] gesehen haben, weisen alle auf unterschiedliche Aspekte dieser, im Zentrum von Tanz und Choreografie stehenden, politischen Frage hin. In unterschiedlichen Kontexten produziert, beschäftigt sich jede von ihnen in unterschiedlicher Dringlichkeit mit dem Politischen in der Bewegung. Viele Aspekte der Arbeiten, die wir gesehen haben, haben unseren Entscheidungsprozess für die diesjährige Verleihung des Preises bestimmt, aber alle diese Arbeiten ließen uns die politischen Fragen im Auge behalten, die dem Tanz und der Choreografie innewohnen.

Wir haben uns einstimmig entschieden, den Preis an 
FIEBRE von Tamara Alegre, Lydia Östberg Diakité, Nunu Flashdem, Marie Ursin und Célia Lutangu zu vergeben. Dieses Stück repräsentiert nicht nur Politik auf der Bühne, sondern praktiziert und erfindet vor den Augen des Publikums politische Beziehungen zwischen Körpern in Bewegung. Indem die drei Personen auf der Bühne genauso sehr in die Intensitäten kontrastierender physischer Zustände eintauchen wie in eine Landschaft aus zähflüssigem und klebrigem Material, entsteht eine ganze neue Welt, die sich normativen Verhältnissen und normativen Repräsentationen von Körpern entzieht. Die Tänzerinnen erforschen Beziehungen durch Intimität, Sexualität und Erotik und schaffen neue und transformative Modalitäten des Miteinanders. Die Rohheit des Begehrens umarmend, erfinden sie ein neues Kollektiv, das nicht auf Kosten der Individualität geht. Einzelne und kollektive Bewegungen schmelzen auf verletzliche und kraftvolle Weise ineinander. Neben einer kohärenten und klaren Dramaturgie liegt die Stärke von FIEBRE auch darin, außergewöhnliche Bilder erscheinen zu lassen, diese zu transformieren, ohne tradierte Bedeutungen aufzudrängen. Die Beziehungen zwischen präzisem Tanz, dem Bühnenapparat, dem Licht und der Musik überzeugen. Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt dieser Arbeit ist, dass die Politik des Miteinanders, die auf der Bühne thematisiert wird, auch im Entstehungsprozess beziehungsweise in der Frage nach Autor*innenschaft reflektiert wird. Diese Fragen als Kern einer jeden choreografischen Aufgabe durchziehen das gesamte Projekt, das dazu klar Stellung bezieht. Gratulation!

Frédéric Gies, Theresa Luise Gindlstrasser & Arash T. Riahi

Nominiert für den ImPulsTanz – Young Choreographers’ Award waren Arbeiten einer jungen Generation von Choreograf*innen, die in den letzten fünf Wochen im Rahmen der [8:tension] Young Choreographers’ Series bei ImPulsTanz präsentiert wurden. Insgesamt neun Produktionen boten dem Publikum einen abwechslungsreichen Querschnitt gegenwärtiger Trends und neuer Entwicklungen aus dem Bereich Tanz und Performance. Das diesjährige Programm wurde kuratiert von Christine Standfest und Michael Stolhofer.

Die [8:tension] Young Choreographers’ Series präsentiert seit dem Jahr 2001 innerhalb des ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival Arbeiten von Newcomer*innen. Zum dritten Mal wurde dieses Jahr der ImPulsTanz – Young Choreographers’ Award unter ihnen vergeben. Als dessen Vorbild gilt der bis 2017 in Wien und als Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts Life Long Burning ausgelobte Prix Jardin d’Europe.

 

GOOD TO KNOW

Public Moves 2020 © yako.one

Galerie

Sneak Previews auf unsere aktuellen Performances oder sweet Memories vergangener Workshops und Festival-Events findest du HIER.

© Karolin Miernik

Archiv

Alles über unsere vorangegangenen Festivals findest du HIER

Shop

Fesche Goodies und Workshop- & Performance-Gutscheine gibt es HIER

© ImPulsTanz - All rights reserved
Date: 23.09.2021, 01:18 | Link: https://www.impulstanz.com/news/aid7851/
NEWSLETTER ABONNIERENPROGRAMM BESTELLEN
© ImPulsTanz - Vienna International Dance Festival