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so zeitlos

Audience Speed Dating mit Tanja, Christina und La Primavera nach [8:TENSION] Perel Pain Threshold, 10.08.2019.

Machtverhältnisse: das Mikrofon, die Scheinwerfer, Fragen an das Publikum – eine Aufführung bildet Hierarchien ab. Perel hat einerseits ihre eigene Verletzlichkeit, andererseits ist sie selbst teils recht brutal mit den Antworten des Publikums umgegangen.

C: It’s her show. Das hat sie ein paar Mal betont. Es war ein extremes Machtgefälle. Das haben auch die kapiert, an denen sie vorübergegangen ist, auch an mir.

T: Das gerade ist spannend, wenn es um die Frage nach Konsens geht: Wie weit geht etwas? Wie tief geht etwas? Wie genau muss man hinhören und sich selbst ausschalten, um wirklich dem aktiv zuhören zu können, was vom Gegenüber gesagt wird. Gerade für Leute, die eine gelebte Erfahrung von Behinderung haben und sich selbst als behindert definieren, und ich zähle mich dazu, ist es ein gesetztes Zeichen, dass wir unseren Raum fordern. Wir sind hier, hört uns endlich zu: We’re reclaiming space and time.

War die eigene Biographie Teil der ästhetischen Erfahrung? Waren Sie generell mehr bei sich selbst, mehr beim Stück oder eher analysierend?

LP: Ich musste an meine eigene Geschichte denken und wie ich mit Übergriffigkeiten umgehe. Mir ist es auch schon passiert, dass ich nicht gleich im ersten Moment strikt „nein“ gesagt habe weil ich noch nicht wusste, wie weit es geht. Das ist Perel ja scheinbar auch passiert. Auf die Frage „do you want more“ hat Perel geantwortet: „yes“ – aber dann war es eben much more...

C: Ich hätte es gerne mehr analysiert und das ging vielleicht am Anfang noch – Als sie fragend durch das Publikum ging, hab ich dann aber ein bisschen Angst bekommen. In mir hat es so gearbeitet, dass ich gleichzeitig eine Frage kriegen wollte und gleichzeitig keine. Natürlich hab ich meine eigenen Bezüge, was Gewalt und sexuelle Gewalt betrifft. Ausbeutung, Grenzüberschreitung, bzw. im Englischen treffend (s)exploitation genannt: Das sind Themen, die treffen oder streifen dich und auch viele andere Menschen, großteils Frauen*, aber nicht nur... Anfang der 70er-Jahre gab es doch alle möglichen -ploitationfilms mit ziemlich harten Darstellungen. Mich regt auf, dass es so zeitlos ist.

Bevor ich jetzt sozusagen die Gewaltherrschaft übernehme und auf Stop drücke, auch wenn ich natürlich verantwortlich bin für die Transkription und gleich ein Foto von Ihnen machen werde, wollen Sie noch etwas hinzufügen?

T: Ja. Es war heftig. Für viele, glaube ich. Es sind einige gegangen. Ich auch fast. Aber ich hatte das Gefühl: Da muss ich... nein, da will ich jetzt mit Perel durch, gemeinsam.

 

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Date: 19.09.2019, 10:59 | Link: https://www.impulstanz.com/archive/aid6714/