Defne Erdur
Embodying Consent

© chris-waikiki.com
O
Week 1, 15.7.–19.7.2024
16:00–18:00
Arsenal 4
noch 4 Plätze

Wir kommen mit sehr unterschiedlichen Zugängen zum Tanz; mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Neigungen und Erwartungen, Bedürfnissen und vor allem mit unterschiedlichen Nuancen von Sensibilität. Mehr denn je erfordern Bewegungsräume heute mehr Aufmerksamkeit für unsere Unterschiede und ein tieferes Verständnis dafür, was Koexistenz bedeutet, vor allem, wenn wir miteinander in „Kontakt“ kommen, wenn wir uns „berühren“. Und sind unsere Tanz- und Bewegungsräume nicht unsere Forschungslabore für das Leben?

Teilnehmer*innen sind dazu eingeladen, zur Ruhe zu kommen, sich zu konzentrieren und sich behutsam – körperlich, geistig, emotional, politisch – mit Fragen des Zusammenlebens auseinanderzusetzen. Durch die Linse des Nervensystems, durch das Üben von Selbstregulierung und das Setzen von Grenzen beim Tanzen, werden wir einige dieser Fragen untersuchen:

  • Können wir die verschiebbare Skala zwischen einem „Ja“ und einem „Nein“ ernsthaft untersuchen?
  • Woher wissen wir das?
  • Wie, wann und warum ändern sich unsere Antworten?
  • Wann sind wir in der Lage zu antworten?
  • Wenn wir verwirrt sind und/oder uns nicht klar ausdrücken können?
  • Wenn wir fähig oder unfähig sind, andere zu lesen?

Wie können wir eine physische und verbale Sprache entwickeln, um unsere sich ständig ändernden Entscheidungen auszudrücken?

Mit anderen Worten, wir werden darauf hinarbeiten, Fähigkeiten zu entwickeln, die es uns ermöglichen, unsere körperlichen Verfasstheit bewusst wahrzunehmen, über unsere mentalen, emotionalen und chemischen Zustände informiert zu sein und darüber, wie sie in und um unsere interaktiven Tänze herum Gestalt annehmen. Wir werden Wege erforschen, wie wir Beherrschende – und nicht Opfer – unserer eigenen Entscheidungen und der Entscheidungen unserer Partner*innen in jedem beliebigen Moment werden können. Wir werden uns darauf zubewegen, sofortige, vielschichtige Kompositionen miteinander zu entwickeln, die es uns ermöglichen, im Tanz für den Tanz zu bleiben. Und wir werden scheitern und nachbessern!

Alles für die gemeinsame Schaffung eines mutigen, sicheren Raums in und um unsere Tanzflächen und darüber hinaus!

Ernsthaft freudig, freudig ernst...

Defne Erdur
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