Sri Louise
Yoga in the Time of Despair

© Jessica Hubbard Marr
O
Week 3, 25.7.–29.7.
09:05–11:35 / XL
Arsenal 4
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Soka ist ein Sanskrit-Wort und bedeutet Kummer. Am Ende des ersten Kapitels der Bhagavad Gita sitzt Arjuna, der größte Krieger seiner Zeit, unter der Last der Verzweiflung in seinem Streitwagen. Er ist mit einer Situation konfrontiert, die kein Ende hat, die frei von Leid ist. Überall um ihn herum ist die Aussicht auf den Tod, auch auf seinen eigenen.

Nach über zwei Jahren globaler Pandemie, inmitten des zunehmenden Klimakollapses als Teil der sechsten Phase des Massenaussterbens fühlen wir uns alle, wie Arjuna, von der enormen Wucht dessen, was vor uns liegt, erdrückt, mit einem Gefühl des drohenden Untergangs.
Dieser Workshop erkundet, wie man sowohl die Philosophie als auch die körperliche Praxis von Yoga nutzen
kann, um der Trägheit der existenziellen Überforderung zu widerstehen.
Wir werden uns mit den psycho-emotionalen Aspekten von Soka befassen und uns dabei Elizabeth Kubler Ross' Darstellung der fünf Phasen der Trauer zuwenden, denn es gibt viel zu trauern, einen ganzen Planeten und seine Bewohner*innen, die unserer Trauer würdig sind.
In der Gita gibt es einen bemerkenswerten Vers: „Du trauerst um die, um die man nicht trauern sollte. Doch du sprichst Worte der Weisheit. Die Weisen trauern nicht um die, die schon gegangen sind und die noch nicht gegangen sind.“ - Kapitel 2, Vers 11
Denn: „Es gab nie eine Zeit, in der ich nicht existierte, weder du noch diese Könige. Auch in Zukunft wird keiner von uns aufhören zu existieren.“ - Kapitel 2, Vers 12

Im Yoga können wir etwas über unsere Natur, unsere eigene Existenz entdecken. Das Verständnis der eigenen Realität gibt uns die Freiheit, der Welt zu begegnen, ohne der Verzweiflung zu erliegen, die ihre Endlichkeit mit sich bringt.
Yoga fordert uns auch zum Handeln auf. Die Covid-Krise hat die lebensbedrohlichen Ungleichheiten zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden aufgedeckt, wobei die koloniale Vorherrschaft des globalen Nordens die weltweite Verteilung von Gesundheit und Reichtum seit Hunderten von Jahren bestimmt hat.
Die unmenschliche Einwanderungspolitik und die Untätigkeit in Sachen Klima dienen weiterhin dem Schutz des Ethnozentrismus des globalen Nordens. Diejenigen von uns, die im globalen Norden leben, haben die Verantwortung, Xenophobie, Anti-Blackness, Hinduphobie, Islamophobie, Homophobie, Transphobie, Patriarchat, Sexismus, Speziesismus und alle Vorstellungen von rassischer oder ethnischer Dominanz zu bekämpfen, die Produkte des Kolonial-Imperialismus sind.

Dieser Workshop nutzt die Somatik und die Philosophie des Yoga, um die existenziellen Ängste zu lindern, die so viele Sorgen und Vorurteile verursachen. Durch Körperarbeit, Atemarbeit und Meditation tauchen wir tiefer in unsere eigene gemeinsame Menschlichkeit ein. Von dort aus können wir handeln und den Bann der Verzweiflung brechen

Sri Louise
© Jessica Hubbard Marr
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Date: 25.06.2022, 12:22 | Link: https://www.impulstanz.com/workshops/pid4649/