Lilach Pnina Livne
Young Girls Wanna Dance Their Spirit

© Eyal Agivayev
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Week 2, 18.7.–22.7.
17:30–20:00 / XL
Arsenal C
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Können wir jemals wirklich frei tanzen, wenn jemand anderes zuschaut? Fühlen wir uns als Performer nicht sofort verpflichtet, zu „performen“, sobald ein Publikum anwesend ist? „Benutzen“ und „reduzieren“ wir als Choreograf*innen unsere Darsteller*innen nicht automatisch auf Objekte und Farben – in unserem Versuch, unsere Visionen und Bilder zu erschaffen? Gibt es einen anderen Weg? Kann ein*e Performer*in als menschliches Wesen auf der Bühne existieren – mit all den Unsicherheiten, Widersprüchen, Selbstzweifeln und unbestimmten Gedanken? Kann ein performativer Raum, in dem Menschen (Performer*innen) auf andere Menschen (Publikum) treffen, eine andere Logik für die Kunst schaffen? Eine, die sich auf die volle Subjektivität als Ausdrucksmittel stützt, statt auf vordefinierte Bilder und Rahmen?

Das Hauptziel dieses Workshops ist Bewusstsein. Eine Performance nicht einfach gedankenlos aufzuführen, die Beziehungen zwischen Performer*innen und Choreograf*innen nicht als gegeben hinzunehmen oder die Vorurteile des Publikums, das einer Performance beiwohnt, zu ignorieren, sondern sich ständig bewusst zu sein, wer man als Performer*in in jedem Moment ist, und manchmal – sogar mitten im Geschehen – sich selbst zu reflektieren, neu zu konstruieren, neu zu erschaffen, neu zu wählen.

Der Workshop schlägt eine neue Logik des Tanzschaffens vor, die sich Lilachs „Spirit Dance“-Methode zunutze macht, um Intuition, Zufall, reale innere Prozesse, komplexe Menschlichkeit, chaotische Sexualität, ästhetische Konfrontationen, unabhängige Gedanken und trippige, fantasievolle Visionen zuzulassen, während jemand anderes dabei zusieht!

Die Praxis und die Theorie, die in diesem Workshop vermittelt werden, eröffnen neue Denkrichtungen über Choreografie und ihre Beziehung zu realen menschlichen Prozessen, und darüber, wie man die Tänzer*innen wirklich als vollwertige Subjekte wahrnimmt, die sich mit der Zeit verändern, statt sie als bloße Objekte zu betrachten, die von Choreograf*innen „benutzt“ werden, um „Bilder“ zu schaffen. Wie kann diese veränderte Wahrnehmung die Logik und das Erscheinungsbild des performativen Ereignisses beeinflussen und das performative Medium erweitern?

Dieser Workshop steht allen Tänzer*innen, Choreograf*innen und Performer*innen aller Geschlechter, Altersgruppen und Erfahrungen offen.     

Lilach Pnina Livne
© Eyal Agivayev
© Tal Michael Haring
© Tal Michael Haring
© Tal Michael Haring
© David Kaplan
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Date: 26.05.2022, 12:52 | Link: https://www.impulstanz.com/workshops/id4527/