JÉRÔME BEL & ELISABETH SCHWARTZ

© Arnold Genthe
Tanz im August-HAU-Hebbel am Ufer, 2019 Deutsches Theater © Camille Blake
© Véronique Ellena
© Jasper Kettner

On Isadora Duncan

Übertragung des Duncanschen Repertoires durch Elisabeth Schwartz und Jérôme Bel

In diesem Workshop geht es um die Übertragung von mehreren Tänzen aus dem Repertoire von Isadora Duncan. Diese Tänze werden von der Tänzerin und Spezialistin dieses Repertoires Elisabeth Schwartz und dem Choreografen Jérôme Bel vermittelt

ARTISTBIO: Jérôme Bel

In seinen frühen Stücken (name given by the author, Jérôme Bel, Shirtology, etc.) wandte Jérôme Bel strukturalistische Vorgänge im Tanz an, um die primären Elemente des theatralen Spektakels herauszuarbeiten. Die Neutralisierung der formalen Kriterien und die Distanz zur choreografischen Sprache führten ihn dazu, seine Stücke auf das operative Minimum zu reduzieren, um so besser eine kritische Lesart der Ökonomie der Bühne und des Körpers auf der Bühne hervorzubringen.
Sein Interesse verlagerte sich in der Folge von der Tanzpraxis auf die Frage nach dem*r Performer*in als Individuum. Die Serie von Porträts von Tänzer*innen (Véronique Doisneau, Cédric Andrieux, Isadora Duncan, etc.) thematisiert den Tanz durch die Erzählung derer, die ihn praktizieren, betont Worte in einem Tanzspektakel und betont die Frage der Einzigartigkeit von Bühne. Die formale und institutionelle Kritik nimmt hier die Form einer Dekonstruktion durch den Diskurs an, in einer subversiven Geste, die ihr Verhältnis zur Choreografie radikalisiert.

Jérôme Bel politisiert seine Fragen mithilfe von Biografie, da er sich der Krise des Subjekts in der heutigen Gesellschaft und seiner Darstellungsformen auf der Bühne bewusst ist. In The show must go on beschäftigt er sich in embryonaler Form mit der Frage, was Theater im politischen Sinne sein kann – Fragen, die bei Disabled Theater und bei Gala in den Vordergrund rücken. Indem er die Bühne für nicht-traditionelle Darsteller*innen (Amateur*innen, Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, Kinder, etc.) öffnet, zeigt er eine Vorliebe für die Gemeinschaft der Unterschiede gegenüber der formatierten Gruppe sowie den Wunsch zu tanzen statt zu choreografieren und wendet die Methoden eines Emanzipationsprozesses durch die Kunst gebührend an.

Er wurde zu Biennalen und Museen für zeitgenössische Kunst eingeladen (Tate Modern, MoMA, Documenta 13, Louvre, etc.), wo er Performances und Filme zeigte. Zwei von ihnen, Véronique Doisneau und Shirtology, befinden sich in den Sammlungen des Musée National d'Art Moderne-Centre Pompidou. Jérôme Bel wird regelmäßig zu Vorträgen an Universitäten (Waseda, UCLA, Stanford, etc.) eingeladen. Im Jahr 2013 verfasste er gemeinsam mit dem Choreografen Boris Charmatz die Emails 2009-2010, die bei Les Presses du Réel erschienen sind.
Im Jahr 2005 erhielt Jérôme Bel einen Bessie-Preis für die Performances von The show must go on in New York. Drei Jahre später gewann er zusammen mit Pichet Klunchun den Routes Princesse Margriet Award for Cultural Diversity (Europäische Kulturstiftung) für die Performance Pichet Klunchun and myself. Disabled Theater wurde 2013 für das Theatertreffen in Berlin ausgewählt und gewann den Schweizer Preis für "zeitgenössisches Tanzschaffen".

Stand: 06.04.2020

ARTISTBIO: Elisabeth Schwartz

Elisabeth Schwartz - Tänzerin, Choreografin, Historikerin, ausgebildet in New York, studierte Ballett bei Margaret Craske, moderne Technik bei Merce Cunningham und Viola Farber. Während dieser Zeit begann sie zufällig, den Tanz von Isadora Duncan bei Julia Levien zu studieren, einer weltbekannten Spezialistin für das Repertoire von Isadora Duncan. Seit ihrer Rückkehr nach Paris 1984 präsentierte sie mit ihrer Kompanie L'Onde Solo- und Gruppenarbeiten von Isadora Duncan beim Festival de Monpellier, Chateauvallon, Biennale de Lyon...und in Prag, Genf, Budapest und Berlin. 1996 wurde sie als CMA zertifiziert und begann, Effort Shape an der Université Paris VIII Saint Denis zu unterrichten. Frau Schwartz hat umfangreiche Recherchen über den "freien Tanz" angestellt und Filmarchive von Tänzern vom Beginn des Jahrhunderts gesammelt. Diese Montagen wurden in der Cinémathique Francaise in Paris und in ganz Frankreich präsentiert. Sie hat auch viele Artikel über Tanz geschrieben, in denen sie speziell die Stile und Techniken von Rudolf Laban, Ted Shawn, Mary Wigman, Isadora Duncan, Doris Humphrey, Martha Graham und Velska Gert analysiert.

Zusätzlich zu La Danse Libre hat Frau Schwartz an einer Reihe von Filmprojekten in Frankreich mitgewirkt, darunter Jaillissements (1990, REGIE: Raoul SANGLA), ein Film, der die künstlerische Nähe von Auguste RODIN und Isadora DUNCAN durch die gemeinsamen Bewegungen von Skulptur und Tanz evoziert. Diese zeitgenössische Interpretation von Isadora DUNCANs Tanz offenbart ihren angeborenen Modernismus. Kürzlich trat sie in Interviews auf und tanzte in dem Elizabeth Kapnist Film, Je n'ai fait que danser ma vie.

Elisabeth Schwartz ist eine landesweit bekannte und respektierte Tänzerin und Lehrerin in Frankreich und ist jetzt Inspectrice de la danse für Les ecoles des arts de la Ville de Paris. Sie hat Innovationen in Tanzangeboten und -umsetzungen für Lehrer und Schüler gemacht. Frau Schwartz ist auch eine zertifizierte Labanotation-Rekonstrukteurin und hat ihr Fachwissen genutzt, um historische Werke sowohl für Profis als auch für Studenten zu setzen. In einem aktuellen Projekt hat sie Ted Shawns Polonaise auf die französische Hip-Hop-Gruppe Acsendance gesetzt. Kürzlich leitete Frau Schwartz Tänzer des Balletts der Pariser Oper in zwei Duncan-Solos, die im Rahmen der Sonderveranstaltung 20 Tänzer für das 20. Ihre Offenheit, historische und zeitgenössische Formen zu mischen, hat ein unterschiedliches Publikum zusammengebracht, um die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Tanzes als sich entwickelnde Kunstform zu feiern.

 

Stand: 11.05.2021

 
 

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Date: 25.06.2021, 15:32 | Link: https://www.impulstanz.com/workshops/2021/id4477/
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