PANAIBRA GABRIEL CANDA

Antoine Tempé
© Antoine Tempé

Colonising Movement

Panaibra führt in seine fortgesetzte Recherche über den postkolonialen afrikanischen Körper ein. Ein Körper befreit von vorgefertigten Körperbildern und außerhalb von Stereotypen, einen zeitgenössischen Körper, der in einem neuen komplexen globalen Kontext lebt, motiviert durch politische und soziale Komplexität. Wo ist der Platz dieses Körpers? Wo ist der Platz für Live-Kunst?

Durch choreografische und konzeptionelle Übungen werden die Teilnehmer*innen diesen Fragen nachgehen: Was bedeutet Kolonialisierung in unserer modernen Gesellschaft? Wenn man den Körper als Territorium betrachtet, das besetzt und kolonisiert werden kann: Wie kann ein afrikanischer Körper einen europäischen Körper kolonisieren? Gibt es europäische und afrikanische Körper? Teilnehmer*innen werden ermutigt ihre Referenzen beiseite zu lassen und andere Referenzen aus Lebenserfahrungen und Denkweisen über den Körper im Raum sowie die Beziehungen zur Geschichte und der Welt im politischen Kontext zu erkunden.

ARTISTBIO: Panaibra Gabriel Canda

Panaibra Gabriel Canda, geboren in Maputo, Mosambik, gehört zu den bedeutendsten Choreograf*innen Afrikas, der die postkolonialen Verwerfungen seines Landes so vieldeutig wie kein anderer spiegelt. Er studierte Theater, Tanz und Musik in Mosambik und Portugal. Seit 1993 entwickelt Canda eigene künstlerische Arbeiten mit denen er weltweit tourt und zahlreiche Auszeichnungen erhielt.
1998 gründete er in Maputo die Organisation CulturArte – Cultura e Arte em Movimento, das wahrscheinlich erste und einzige Produktionsstudio für zeitgenössischen Tanz in Mosambik. Als künstlerischer Leiter und Choreograf widmet er sich dort sehr erfolgreich dem Aufbau der regionalen Tanzszene.
Panaibra arbeitet seit 25 Jahren als Tänzer und Choreograf in Maputo und im Rest der Welt. Bei seinen zahlreichen Festivalauftritten in Europa wird man jedes Mal daran erinnert, dass intellektuell grundierter Tanz nicht zwangsläufig langweilig sein muss, sondern dynamisch und humorvoll daherkommen kann. Panaibras berühmte Marrabenta Solos sind ein wirksames Antidot zum tristen Konzepttanz deutscher Prägung. Sie beschreiben die politische Entwicklung seines Landes seit der Unabhängigkeit per Körpersprache, zeigen den kommunistischen, den totalitären, den demokratischen Körper entweder pur oder als avancierte Mischform.
Panaibra wurde kürzlich von der renommierten Fachzeitschrift TANZ zusammen mit 30 anderen internationalen Künstler*innen als „vielversprechendes  Talent für die Zukunft des Tanzes“ ausgezeichnet.

Stand: 07.04.2020

 
 

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Date: 27.07.2021, 16:51 | Link: https://www.impulstanz.com/workshops/2021/id4463/
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