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JURIJ KONJAR

Bound © Nada Zgank
Bound © Nada Zgank
© Hans Schubert

Dynamics of Dialogue

Wir sind uns wesentlich ähnlicher als wir glauben. Wir-die-Leute teilen uns eine Spielwiese; wir beschäftigen uns mit Themen wie Raum, Erinnerung, Musik, Bedürfnis, körperliche Fähigkeiten, Panik, das Lesen unserer Sinne, das Lesen unserer Partner_innen etc. Obwohl vieles auf unsere Unterschiede hinweist – in Bezug auf die Wahrnehmung und Definition dieser Phänomene – füllen wir den Mangel an Sicherheit mit einer Bewegungsthese, mit Berührung und durch Konversation. Dies passen wir immer wieder an. Um diese Kommunikations-Plattform entwickeln zu können, schlage ich vor, dass wir diese Phänomene erst mal erleben, beobachten und sie beim einzig sinnvollen Namen nennen – individuelle Phänomene; daraus kann dann der Dialog wachsen.

In diesen fünf Tagen möchte ich dich dazu einladen, den Dialog mit einem alten Bekannten wieder aufzunehmen: die Bewegungen deines Körpers aus einer frischen Perspektive. Gehen wir davon aus, dass der natürliche, gegebene Zustand des Körpers Bewegung ist. Ich kann Bewegung ausrichten, sie verändern, ausführen und sogar verweigern: was ich nicht kann, ist sie zu vermeiden. Von dieser Perspektive aus betrachtet, ist Bewegung also nichts, was ich anstreben muss, sondern viel mehr etwas, das sowieso gerade passiert und damit nur beobachtet und begleitet werden muss. Ich empfehle einen Schritt zurück zu gehen; die verschiedenen Prozesse, die wir „Tanzen“ nennen zu beobachten, bevor sie Form annehmen. Wir arbeiten konstant auf drei Ebenen: Umgang mit der körperlichen Wahrnehmung, geistige Informationsflut und die Ethik von Dialog.
Der Workshop eignet sich für alle, die unsere Welt anhand von Veränderungen betrachten; und diejenigen, die gerne wieder Anfänger_innen sein wollen.

Still

Ich bezeichne als »still«, die Zeit und den Ort des Ankommens, wo für einen Moment das stete Bedürfnis nach Veränderung verschwindet. Dieser Moment kann mit Partner_innen geteilt werden, ob in Stille oder in Bewegung.
Wie lange dauert dieser Moment des Ankommens? Wie erkennen wir ihn? Kann ich/Können mein/e Partner_innen und ich ihn ausmachen, während es passiert? Wie löst sich dieser Moment auf, und was wird aus ihm? Wie werden diese Prozesse von außen wahrgenommen? Wo ist das »außen«?

Auf der Suche nach dem „Still-sein“ habe ich seit 2013 neue Antworten und Fragen gefunden, wie die obengenannten. Durch das Performen, Unterrichten und das Zusammenarbeiten ist der Fokus von »still« eine Recherche von Prozessen, die eine improvisierte Performance mit mindestens zwei Protagonist_innen – ob Tänzer_innen oder nicht, mit oder ohne Publikum – offenbaren.
Ich schlage vor, dass ein nützlicher Körper das ist, was sich selbst helfen kann, auch bei Bewegung, die schneller ist, als man mitdenken kann. Um diese Fertigkeit zu verbessern, gibt es an jedem der Workshop-Tage ein Training, bei dem wir gleichzeitig an Kraft und Dehnung sowie an Sensibilität und Explosionsvermögen arbeiten. Du arbeitest an deinen persönlichen Fähigkeiten, auf welchem Level auch immer: du arbeitest am Vertrauen in dich selbst (Körper). Danach kannst du dich auf Prozesse des Moments verlassen und dich fallen lassen.

ARTISTBIO: Jurij Konjar

Jurij Konjar wurde 1978 in Ljubljana geboren. In jungen Jahren lernte er Judo und Singen und begann dann bei Gesellschaftstanz-Wettbewerben mitzumachen. 2007 erlitt er eine Kopfverletzung, die seinen Fokus auf das Potenzial des Hier und Jetzt richtete. Eine eingehende Studie des Videos von Steve Paxtons Goldberg Variationen brachte ihn auf eine fortlaufende Improvisationspraxis, die zu der Solo-Performance „Goldberg Variations, For Juliano Mer-Khamis“ und weitere Folge zu eine Recherche über Duett-Komposition namens „Still“. Ab 2010 arbeitete er mit Paxton selbst an den Solos „Goldberg Variations, Bound“ (1982) und an Bob Ashleys Oper „Quicksand“. Seine Unterrichtsmethode ist stark beeinflusst von der Contact Improvisation und der Tuning Scores Praxis von Lisa Nelson.
 
 

GOOD TO KNOW

danceWEB Brunch 2015 © Karolina Miernik

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Dancer: Helmut Fixl © Johanna Figl

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REBECCA PATEK "ineter(a)nal f/ear" © MARIA BARANOVA

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Date: 21.07.2018, 07:32 | Link: https://www.impulstanz.com/workshops/2018/artist1670/