Gisèle Vienne / DACM

L’Étang (Der Teich)

Eine geheimnisvoll unheimliche Atmosphäre empfängt das Publikum. Sieben Figuren sitzen oder liegen reglos in einem halbdunklen Raum. Kaum strahlt das Bühnenlicht auf, schallt laute Musik aus einem Radio, eine Frau erscheint und trägt die Figuren weg. Menschen und Puppen verschmelzen auch in diesem Stück der austro-französischen Choreografin, Regisseurin und Puppenspielerin Gisèle Vienne: eine Bearbeitung von Der Teich, einem Dramolett des Schweizer Schriftstellers Robert Walser über einen jungen Mann, der sein quälendes Familienleben nicht mehr aushält. Er täuscht seinen Suizid vor, um zu sehen, ob dann jemand um ihn trauert. Bei Vienne wird der Protagonist zur Frau, die an der Kälte ihrer Mutter und der Bosheit ihrer Schwester zerbricht. Das ist kein normales Drama, sondern ein poetischer Bildakt der Choreografie menschlicher Abgründe, aufs Eindrücklichste dargestellt von der preisgekrönten Schauspielerin Adèle Haenel und der nicht minder faszinierenden Tänzerin Henrietta Wallberg.