JUSTIN F. KENNEDY & EMMA W. HOWES

© Jeremy Shaw
© Jeremy Shaw
Scores For Daily Living © Valeriya Titova

CAMming: Collective Auto-Mythologising for the Camera

Ein Field Project für Bewegungskünstler*innen und Filmemacher*innen

Der Fokus dieses Field Projects liegt auf lang andauerndem Tanz auf Film.

CAMming, oder Collective Auto-Mythologising for the Camera, setzt unsere Forschungslinie (siehe Wormhole through Your Brain + Alive... & then Some) über die Erfahrung und Analyse von Trancetanz und dessen weitere Übersetzbarkeit in Live-Performance, oder in diesem Fall für Film, fort. CAMming ist eine Methode der Co­Kreation, bei der die Regie kollektiv aufgeteilt wird und ständig zwischen den Kompliz*innen wechselt.  Die Teilnehmer*innen erleben und improvisieren abwechselnd in verschiedenen veränderten Zuständen, begleitet von bewegungs-, stimm- und/oder imaginationsbasierten Aufgaben, für Sessions von jeweils bis zu 45min±1 Stunde. Inspiriert von einem Prozess, den wir im Laufe der Jahre entwickelt haben, genannt „deep observation of trance“, entsteht nach den Bewegungsübungen „Mythenbildung“, wenn die Teilnehmer*innen das Erlebte und Beobachtete ohne Wertung oder Hierarchie untereinander austauschen. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für ein gemeinsames Träumen, bei dem Figuren, Tanzbewegungen, Gesten und andere performative Materialien entstehen. Das entstandene Material wird in einen Score gegossen, der während des Wochenendes gefilmt und geschnitten wird. Es ist eine wichtige Intention der Praxis, diese Prinzipien in das Bewusstsein des Körpers zu integrieren – das Automatische kommt, sobald die Praxis so tief verkörpert ist, dass sie zur Eigenschaft oder automatisiert wird. Grundsätzlich ermutigen die CAM-Sessions die Teilnehmer*innen, in einen Zustand des metaphorischen und egoischen Todes zu tanzen, um selbstbegrenzende Glaubenssätze zu zerschlagen. Wir gehen uns selbst aus dem Weg und bereiten uns darauf vor, dieses neu entdeckte Wissen durch Musik, Tanz, Klang und letztendlich durch das Auge der Kamera zu kanalisieren. 

Während der Woche werden wir die Teilnehmer*innen in unsere Arbeitsmethodik, die von Meditationen begleitet wird und ein rigoroses körperliches und stimmliches Aufwärmen am Morgen sowie Scoring und mehrere CAMming-Sessions am Nachmittag beinhaltet, einführen und anleiten. Im Laufe der Woche werden wir ein Tool-Kit zusammenstellen, das u.a. folgende Themen beinhaltet: Gimbal-Dancing/Solar-Plex-Training, der Blick vs. die Linse, Cam-Personing, Chorus Corralling, vernacular dancing, Sprechen in Engelszungen, pissable sculptures, etc. Während des Intensiv-Wochenendes wird ein Filmemacher zu uns stoßen, um einen Langzeit-Tanzfilm zu drehen, der lose auf den Themen Anthropophagie, Kühnheit, Autorität und das Dirigieren einer aufgeregten Sinfonie basiert. Am zweiten Tag des Wochenendes werden wir den Film gemeinsam LIVE vertonen. Das Co-Mythologisieren baut eine zukünftige Welt des Vertrauens und der Gegenseitigkeit auf, die Raum für Abgründe, Dissens und Störungen des Status Quo zelebriert. Der Prozess soll uns mit neuen Frequenzen und Modalitäten überraschen, die nur aus der Instabilität der Arbeit in Echtzeit und der gemeinsamen Improvisation entstehen können. 

ARTISTBIO: Justin F. Kennedy

Justin F. Kennedy aka JK (1983) lebt in Berlin und ist Tanz-/Gesangskünstler*in, unterrichtet und ist DJ, und stammt ursprünglich aus St. Croix, US Virgin Islands. Mit einem spielerischen und kollaborativen Ansatz entwickelt sich Justins Forschung aus Erfahrungen und Analysen des Trancetanzes und seiner weiteren Übersetzbarkeit zu Workshops, Science-Fiction-Opern, Dauertanzinstallationen und Film. 2006 erwarb Justin einen BA in Tanz und Ethnic Studies an der Wesleyan University und 2013 einen MA in Choreografie am HZT Berlin. Zu Justins bemerkenswerten Projekten der letzten Zeit gehören Some Murder Theatre in Here, Volksbühne Grüner Salon, Berlin (2020), UNFURL: a lucid sci-fi opera, BB11 (2020) und SPUR: a fashion western (Winter 2021). Justin arbeitete unter anderem mit und für Emma Howes, Ligia Lewis, Louis Vuitton, Tino Sehgal, Adam Linder, Liz Kinoshita, Jeremy Shaw, Josh Johnson, BODYSNATCH, Faustin Linyekula, Jeremy Wade, Peaches und Wu Tsang.

ARTISTBIO: Emma W. Howes

Emma Waltraud Howes (1976) ist eine Künstlerin/Choreografin und Performerin ursprünglich aus Toronto, Kanada. In ihrer Arbeit nützt sie grafische Scores für Performance-Installationen und Skulpturen als Übersetzungen von Bewegung und Form, oszilliert zwischen „sanftem Headbanging“ und klassischen rhetorischen Gesten und bezieht peripheres Sehen und das Paradoxe ein. Sie hat einen Abschluss in professionellem Tanz vom Toronto Dance Theatre (1997); einen BFA vom Emily Carr Institute of Art and Design, Vancouver (2002); und einen MFA in Open Media von der Concordia University, Montreal (2008) und der Bauhaus-Universität, Weimar (2009). Außerdem leitete sie zehn Jahre lang eine Martial Arts Schule. Zu ihren jüngsten Einzel- und Gemeinschaftsarbeiten gehören: UNFURL: a lucid science fiction, 11. Berlin Biennale, Martin Gropius Bau, Berlin (2020); Some Murder Theatre in Here, Volksbühne Grüner Salon, Berlin (2020); Scores for Daily Living, ZIL Cultural Centre, Moskau (2019). Sie performte mit und für: Joan Jonas, Georgia Sagri, Lundohl & Seitl, Jeremy Shaw, BODYSNATCH, u.a. Sie realisiert seit vielen Jahren gemeinsam mit Justin F. Kennedy luzide Sci-Fi-Labore in Sachen exubeRANT.

 
 

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Date: 12.05.2021, 06:36 | Link: https://www.impulstanz.com/research/2021/id4370/
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