SIMON MAYER & CORINE SOMBRUN

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Folktrace – Being Moved

In diesem Field Project werden wir Zustände des Bewegt-Seins (Trance-Zustände) üben und dabei herausfinden, wie sie unseren kreativen/künstlerischen Prozess und unsere menschliche Entwicklung unterstützen können. Bewegt sein bedeutet, sich in einem Zustand des Flows zu bewegen und auszudrücken. Jeder kennt diese Momente, in denen der Verstand zum Diktator wird und uns mit Wertung und Grübeln vom freien Fluss abhält sowie uns beim Improvisieren, der Spontaneität und dem Vertrauen in unsere Intuition stört. Was wir anbieten, ist die Praxis, sich der Intelligenz und Weisheit der Ausrichtung von Körper und Geist sowie ihrem Co-Kreativitätspotential hinzugeben, um Wege in unseren vollen kreativen und emotionalen Ausdruck, unsere Selbstermächtigung, mit klaren Grenzen, Flow und Bewusstsein zu finden.

Wir bieten eine Kombination aus „kognitiver Trance“ und anderen Praktiken des „Bewegt-Seins“ an. „Kognitive selbstinduzierte Trance“ ist eine Praxis, die ihre Wurzeln im mongolischen Schamanismus hat und darauf abzielt, das Trance-Potential in jeder*m von uns wiederzuentdecken, frei von traditionellen und dogmatischen Zwängen. Wir lernen, wie wir den Trancezustand auf eine sehr tiefgreifende Weise selbst induzieren (starten) und beenden können und wie wir ihn für das persönliche, gemeinschaftliche Wohlbefinden sowie für kreative Prozesse im Berufs- und Privatleben nutzen können. Zusätzlich bieten wir weitere „Bewegt-Sein-Praktiken“ an, um einen leichten Zugang in den Trancezustand zu ermöglichen, den freien Fluss von Stimme, Atem und Bewegung zu gewährleisten und die Integration von Tranceerfahrungen zu fördern. Daher werden eine Vielzahl von bestehenden und spontanen traditionellen Formen des „Bewegt-Seins“,  Teil des Research Projects sein: Volks- und Gesellschaftstänze, Lieder (Drehen/Walzer, Gruppen- und Paartänze) und die kraftvolle Ressource „celebration and joy“ (Trance-Floor-Practice).

Die gemeinsamen Übungen helfen, Gewohnheiten durch einen Prozess der Entkonditionierung aufzuspüren und führen dazu, den individuellen, unabhängigen und kreativen Weg in einen freien Ausdruck von Körper, Geist und Seele zu finden. In diesem Research Project geht es um die Selbstinduktion und Integration des Trancezustandes in den Alltag und in die kreativen/künstlerischen Prozesse (Visionen, Förderungsansuchen schreiben, performen, Regie führen, malen, usw.).

ARTISTBIO: Simon Mayer

Simon Mayer ist Performer, Tänzer, Choreograf und Musiker, geboren 1984 in Österreich.
Er studierte an der Wiener Staatsopernballettschule, den Performing Arts, Research and Training Studios (P.A.R.T.S.) in Brüssel und war Mitglied des Wiener Staatsopernballetts. Simon war als Bassist und Sänger teil der Heavy Metal Band C.O.P. und gründete 2009 als Sänger, Gitarrist und Songwriter seine Band Rising halfmoon. 2014 erschien sein Album Monkeymind, diesem folgten SunBengSitting , Sons of Sissy, Oh Magic und die Singles Dunkler Schatz und Strong Man. Als Tänzer, Choreograf und Musiker war er u.a. in Produktionen von Anne Teresa de Keersmaeker / Rosas (The Song), Wim Vandekeybus (Frisking) und Zita Swoon zu sehen. Sein choreografisches Repertoire beinhaltet Solos, Duos, Gruppenstücke, Arbeiten im öffentlichem Raum und Regie/Choreographie für Opernproduktionen die international aufgeführt werden (O feather of lead, Dancing with the soundhobbyist/zita swoon, Kopf hoch, Monkeymind, SunBengSitting, Sons of Sissy, Oh Magic, Requiem, Volxfest, Gaz/Opera Nuova etc.).

2017 erhielt er den outstanding artist award des Bundeskanzleramts Österreich und 2018 den Anerkennungspreis des Landes Oberösterreich. Simon ist als Kurator und Co-Kurator mehrere Festivals (u.a. Tanzplan Ost/Schweiz, Ecstatic Body Festival/TQW Vienna) und künstlerischer Leiter des Festivals SPIEL, welches er zusammen mit seinen Brüdern und dem Verein spiel ins Leben gerufen hat. Simon unterrichtet contemporary dance, community dance, traditionellen Tanz und Folktrance/Cognitive Trance Workshops gemeinsam mit Corine Sombrun (bei ImPulsTanz Wien, steirischer herbst und andere internationale Festivals) und ist Gastdozent u.a. an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, der HfMDK Frankfurt und RICTS Brüssel.

ARTISTBIO: Corine Sombrun

Corine Sombrun wuchs in Afrika auf und kehrte dann nach Frankreich zurück, um Musikwissenschaft, Klavier und Komposition zu studieren. Sie ließ sich 1999 in London als Musikerin nieder, übernahm aber auch Projekte für den BBC World Service. 

Eine dieser Reportagen (2001) führte sie in die Mongolei, wo eine hoch angesehene Dahrad-Schamanin ihre einzigartige schamanistischen Fähigkeiten erkannte. Sie wurde eingeladen, mehrere Monate im Jahr an der Grenze zu Sibirien zu verbringen, um die harte Ausbildung zur Schamanin zu machen. Nach acht Jahren wurde sie so die erste westliche Frau, die vollständig in der mongolischen schamanischen Tradition ausgebildet wurde. 

Ihre einzigartige Erfahrung in der Praxis der schamanischen Trance und ihre Fähigkeit, diese selbst herbeizuführen, haben das Interesse von Wissenschaftler*innen geweckt. Seit 2006 arbeitet sie mit Forscher*innen zusammen, um zu beweisen, dass diese schamanische Trance tatsächlich die die Gehirnfunktionen verändert (Flor-Henry et al. 2017).

Weitere Forschungen darüber, auch über die Fähigkeit eines jeden Menschen, einen solchen Zustand auf selbstinduzierte Weise zu erreichen, führten dazu, dass sie mit E. Le Quéméner (Forschungsexperte, INRA, Frankreich) Cognitive Trance Training entwickelte, ein auf Soundloops basierendes Programm, um Menschen zu helfen, einen Trancezustand zu erleben und ihnen beizubringen, wie sie ihn selbst induzieren können. Getestet in verschiedenen Forschungssettings und Workshops, erreichten im Durchschnitt 90% der Personen einen Trancezustand. Es öffnet eine Tür zur Selbstinduktion von Trance für nicht geschulte Menschen als Mittel zur Entdeckung einiger der neurologischen Prozesse, die während der Trance passieren. Neue Forschungen sind in Belgien mit Steven Laureys an der Universität Lüttich im Gange.

Corine arbeitet intensiv mit Künstler*innen zusammen, indem sie Workshops leitet, die den Einfluss von Trance auf die Kreativität erforschen (z.B. an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Frankreich) und seit kurzem mit der HEC Paris Executive Education, indem sie Projekte für kognitives Trance-Training leitet. 

Sie hat mehrere Bücher geschrieben, die in viele Sprachen übersetzt wurden, darunter In Geronimo's footsteps, Les esprits de la steppe, La diagonale de la joie und Mon initiation chez les Chamanes, welches 2019 für den Kinofilm Un monde plus grand (Eine größere Welt) unter der Regie von Fabienne Berthaud und mit Cécile de France adaptiert wurde.

 
 

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Date: 12.05.2021, 07:58 | Link: https://www.impulstanz.com/research/2021/id4346/
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