JENNIFER LACEY

Karolina Miernik
© Karolina Miernik

Making things in the face of overload

Falls wir uns diesen Sommer alle bei ImPulsTanz wieder nden, dann wird es ein extremer Moment innerhalb eines extremen Moments sein. Kreieren ist für einige von uns notwendig, aber was soll man machen im Angesicht von Überladung? Eine Überladung von Festival, CO2, Corona, Verwirrung, Wünschen und Ideen. Sind sie die Bedingungen, das Studio, das Material, der Körper? Wir verbringen diese Woche damit, jeden Tag Dinge zu tun ohne zu unterscheiden, was notwendig, schlecht, gut, nachsichtig, falsch und vernünftig ist. Tanzende Tänzer*innen machen aus Dingen keine große Sache, aber es ist eine große Sache.

ARTISTBIO: Jennifer Lacey

Jennifer Lacey ist Choreografin und Tänzerin aus New York, die zurzeit in Paris lebt. Ihre Erfahrungen in New York sind breit gefächert, von fünf Jahren bei der Randy Warshaw Dance Company, bis zu eher experimentellen Arbeiten mit Yvonne Meier und Jennifer Monson. 1991 begann sie, ihre eigenen Arbeiten zu entwickeln, und präsentierte sie u.a. bei P.S. 122, The Kitchen, Movement Research Danspace St Marks und auch an europäischen Häusern und Festivals wie bei Kaaitheater, Beaubourg/Centre Georges Pompidou, Festival d'Autumn, Wiener Festwochen, Tate Modern und Montpellier Danse.

Im Jahr 2000 zog Lacey nach Paris, wo sie gemeinsam mit Carole Bodin „Megagloss“ gründete und zudem ihre langjährige Zusammenarbeit mit der Künstlerin Nadia Lauro ihren Ausgang nahm. Daraus entstanden Werke wie „$Shot“, „Chateaux of France“, „Mhmmmmm“ oder „Les Assistantes“. 2007 erschien eine Monographie über die Zusammenarbeit.
Neben ihrer Arbeit mit Nadia Lauro initiierte Lacey mehrere grenz- und disziplinübergreifende Projekte: „Projet Bonbonnière“ - ein Forschungs- und Wohnprojekt mit dem Ziel, italienisch geprägte Theater wieder zu beleben; „Prodwhee“ – eine einmalige Performance-Reihe, die Residencies als Währung verwendet; „Robinhood“ - eine mystische und nicht sichtbare Performance mit dem Künstler Cerith Wyn Evans; „Robinhood - The Tour“ - eine Diebstahlaktion, durchgeführt mit dem Komponisten und Musiker Hecker und kürzlich in der Tate Modern präsentiert; „Transmaniastan“ - eine Arbeit, die als eine choreografische Ausstellung für die Kunsthalle in St. Gallen konzipiert wurde.
Jennifer Lacey entwickelte zudem mehrere Solostücke: „Two Discussions of an Anterior Event“ (2004), „Tall“ (2007) und „Ouch“ (2007). 2009 premierte ihr Stück „Culture & Administration“, ein Duett, das sie gemeinsam mit Antonija Livingstone erarbeitete. In den vergangenen zwei Jahren war sie Artist-in-residence bei den Laboratoires d'Aubervilliers in Paris, wo zwei Projekte entstanden: „Ma première fois avec un dramaturge“ und „I heart Lygia Clark“. Diese Projekte sind performativ, fallen aber aus dem Standard von Tanz- und Theaterproduktionen raus.
2011 brachte Lacey die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Choreografen Wally Cardona und Jonathan Bepler, „Tool is Loot“ zur Uraufführung. Diese Gruppierung ist derzeit in ein vierjähriges und achtteiliges Projekt involviert, „The Set-Up“, das auf dem Zusammentreffen von internationalen Tanz-„Meistern“ basiert. Außerdem präsentiert Jennifer Lacey zurzeit „Culture Administration and Trembling“ eine Arbeit mit Antonija Livingstone, Steven Thompson und Dominique Petrin.

Obwohl ihre Arbeiten weit entfernt sind von traditionellen Tanzstücken, fühlt sich Jennifer Lacey dennoch als Tänzerin und versucht in ihren Werken eine Poesie jenseits des rein Konzeptuellen zu erschaffen.
Sie unterrichtete in den letzten 15 Jahren weltweit Technik, Improvisation, Komposition etc. in Institutionen, Studios und Festivals. Als Dozentin ist Jennifer Lacey von ihrem Studium der Release Technik bei der Pionierin Joan Skinner beeinflusst. In den letzten zehn Jahren weitete sich ihr Unterricht auf ihre künstlerische Praxis aus. Die Form ihres Workshop-Unterrichts ist performativ und produziert Inhalte, statt diese nur zu vermitteln. Daraus ergab sich, das Projekt TeachBack für Künstler_innen, die unterrichten, das sie beim ImPulsTanz Festival in Wien leitet und weiterentwickelt. Diese Projekt ist nun in seinem sechsten Jahr und fungiert heuer als danceWEB Scholarship Coach.

Jennifer erhielt 2014 einen Doris Duke Impact Award und 2015 ein Guggenheim Forschungsstipendium.
 
 

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Date: 01.06.2020, 18:13 | Link: https://www.impulstanz.com/research/2020/id4191/
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