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ANNE JUREN & PHILIPP GEHMACHER

© Anne Juren (from De humani corporis fabrica book of Andrea Vesalius)
Die Dinge der Welt © Eva Würdiger

Converging Matters of Anatomy

Für dieses Field Project kommen Anne Juren und Philipp Gehmacher zusammen, um ihr jeweiliges Verständnis vom Körper in Bewegung zu durchleuchten. Ihre beiden künstlerischen Praktiken zeigen ein starkes Interesse am Körper und dessen Handlungen, Bewegungen und körperlichen Zuständen. Anne und Philipp haben ihre Körper auf eine ähnliche und dennoch völlig andere Weise analysiert: Während Juren eine anatomische Herangehensweise zu etwas Fantastischem macht und ihren Körper psychoanalytischen Gedanken überlässt, macht Gehmachers Herangehensweise an den Körper auf die existentielle Bindung an den Raum aufmerksam, wobei er immer Materie und Agens zugleich ist.

Aber lasst uns nichts vorwegnehmen. Wir verspürten den Wunsch, unser Verständnis von Körperlichkeit zu teilen. Jeden Tag machen wir verschiedene körperliche Recherchen, laden die Gruppe ein, diese zu diskutieren, und hinterfragen, welche Glaubenssysteme von ihnen ausgehen. Letztendlich interessieret uns, wie unsere Körper die unterschiedlichen künstlerischen Praktiken unbewusst und wissentlich beeinflusst hat. Die Schulter ist ein komplexes Gelenk, das dürfen wir nicht vergessen. Die Schulter ist aber auch eine Zwischenschicht zwischen Oberkörper und Arm, die immer die Basis für die Gesten und Handlungen bildet, die den Körper mit der Welt verbindet. Und wenn nicht, dann ist sie einfach sie selbst.

Anne Juren
in Grenoble geboren, neigt dazu, beim Verlassen des Hauses achtziger Jahre Klamotten zu tragen.

Philipp Gehmacher
Choreograf, Tänzer und Bildender Künstler, lebt und arbeitet in Wien. Gehmachers künstlerische Arbeiten realisieren Körper und Sprache als Ausdrucksformen, gebauten und institutionellen Raum sowie Objekte und Skulpturen. Philipp Gehmacher präsentierte seine Arbeiten auf internationalen Theaterfestivals und in Ausstellungsräumen zwischen Black Box und White Cube. Kürzlich unter anderem im Museum der Moderne Salzburg, im steirischen herbst (Graz), der Biennale von Sydney, dem Baltic Circle International Theater Festival (Helsinki), Leopold Museum und Mumok in Wien und Griffith University Art Museum in Brisbane, Tanzquartier Wien und dem Kunstenfestivaldesarts in Brüssel.
Gehmacher ist Mentor und Gastdozent an verschiedenen Universitäten. Er leitete Workshops am HZT Berlin, DOCH in Stockholm, P.A.R.T.S, a.pass und ISAC in Brüssel, der Universität Salzburg, im PACAP Forum Danca in Lissabon sowie in der Toneelacademie Maastricht und Tanzquartier und ImPulsTanz in Wien.

ARTISTBIO: Anne Juren

Anne Juren, geboren in Grenoble/Frankreich ist Choreografin, Tänzerin und Performerin mit Sitz in Wien. 2003 war sie zusammen mit dem bildenden Künstler Roland Rauschmeier Mitbegründerin des Vereins Wiener Tanz- und Kunstbewegung in Wien. Ihre Choreografien und künstlerischen Recherchen wurden in internationalen Theatern, Festivals und anderen Kunsträumen und Veranstaltungsorten präsentiert. Seit 2015 entwickelt sie choreografische Arbeiten unter dem Namen Studies on Fantasmical Anatomy, eine fortlaufende Recherche, die den Begriff Choreografie dahingehend erweitert, dass der Körper in verschiedene Zustände körperlicher, poetischer, fantastischer, spekulativer, fantasievoller Dimensionen und Erfahrungen eingebunden wird. Seit 2013 ist Anne Juren eine Feldenkrais®-Praktikerin. Sie war Mitglied des künstlerischen Komitees für den Master in Choreografie am DOCH (2014-2018) und derzeit ist sie Doktorandin an der UNIARTS Stockholm University of the Arts. 2019 ist sie gemeinsam mit Annie Dorsen und im Dialog mit Mette Ingvartsen Mentorin des danceWEB-Stipendienprogramms bei ImPulsTanz.

ARTISTBIO: Philipp Gehmacher

Philipp Gehmacher, geboren in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien. Choreograph, Tänzer, Performer und bildender Künstler.
Ausbildung: 1993–1999 Studium an der London Contemporary Dance School (BA) und dem Laban Centre London (MA) 2014–2019 Universität für angewandte Kunst Wien, Klasse Skulptur und Raum
Choreografische Arbeiten, Performances: 1998–2000 „in the absence“, „Holes and Bodies“ und „embroyder“ sind erste choreografische Arbeiten, die noch in London entstehen und dort gezeigt werden. Die Beschäftigung mit Geste, Berührung und Raum mündet in das Duett „good enough“, das 2001 zur Eröffnung des ersten österreichischen Tanzhauses, dem Tanzquartier Wien gezeigt wird. Es folgt „mountains are mountains“ (2003) als Gehmachers erstes abendfüllendes Gruppenstück. 2004 erscheint „incubator“ als Stationenprojekt mit unterschiedlichen Fassungen, die in Wien, Berlin, Brüssel und Lyon gezeigt werden und jeweils eine ortsspezifische Adaptierung erfahren. Hierzu entsteht auch die Publikation: „incubator“. Es schließen sich an: das Solo das „überkreuzen beyder hände“ (2006) begleitet von dem Pianisten Alexander Lonquich für das Mozarteum Salzburg und das Trio „Iike there's no tomorrow“ (2007) für das Kaaitheater, Brüssel, das Tanzquartier Wien, Pact Zollverein, Essen und Montpellier Danse.

Ab 2007 zeichnet sich die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Choreografin Meg Stuart auch nach außen hin ab. Die künstlerische Kollaboration führt zu den Stücken „MAYBE FOREVER“ (2007) und „the fault lines“ (2010). „MAYBE FOREVER“ wird an über 40 internationalen Festivals weltweit gezeigt und gewinnt den Special Award am BITEF Festival 2008 in Belgrad. Ab 2008 beginnt eine weitere Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Vladimir Miller, u.a. für die Videoinstallation „dead reckoning“. Im Jahr 2010 wird „dead reckoning“, nachdem es an zahlreichen Festivals gezeigt wurde, vom Musée de la Danse in Rennes für die dortige Sammlung erworben. Eine weitere raumgreifende Videoinstallation beider Künstler: „at arm's length“, entsteht 2010 und wird im Leopold Museum in Wien präsentiert. Im März 2008 entwickelt Gehmacher das Format „walk+talk“, in dem Choreograf_innen über und in Bewegung sprechen. „walk+talk“ findet 2008 am Tanzquartier Wien und 2011 im Kaaitheater, Brüssel mit jeweils 10 unterschiedlichen Choreograf_innen an aufeinanderfolgenden Abenden statt. Weitere Versionen folgen in Stockholm (2013), Reykjavik (2015), Berlin (2016) und in Posen (2017) mit lokalen Künstler_innen. Philipp Gehmachers eigene Version des walk+talk wird weiterhin an unterschiedlichen Institutionen, Festivals und Theatern gezeigt. Eine ausführliche online Dokumentation der „walk+talk“ Serien entstand in Zusammenarbeit mit der belgischen Forschungseinrichtung Sarma (oralsite.be/pages/Walk_Talk_Documents).

2010 entsteht das Gruppenstück „in their name“ beim Festival steirischer herbst in Graz mit weiteren Aufführungen in Wien, Salzburg, Berlin, Lissabon, Essen und Brüssel. Auf Einladung des Leopold Museum entsteht im September 2011 die Rauminstallation „grauraum mit Egon Schiele“, in der fotografische Arbeiten sowie die beiden Videoarbeiten: „vor der sprache“, mit dem bildenden Künstler Jack Hauser, und „Turning 2011“, mit der Tänzerin An Kaler, gezeigt werden. Im Juli 2012 wird seine Bühnenarbeit „solo with Jack“ im Kasino am Schwarzenbergplatz während des Festivals ImPulsTanz uraufgeführt, es ist die erste Zusammenarbeit für die Bühne mit Jack Hauser im szenografischen Setting von Vladimir Miller. Im Juli 2013 findet das von Philipp Gehmacher kuratierte Projekt „SAY SOMETHING: Six Speech Acts“ im Burgtheater statt, in welchem die Adressierung und das Sprechen an sich verhandelt werden. Fünf Künstlerkolleg_innen aus unterschiedlichen Generationen und den Bereichen Tanz, Theater, Performance wurden eingeladen das Experiment Sprache sprechend zu untersuchen. Eine zweite Version von „SAY SOMETHING2 findet bei der Tanznacht Berlin 2016 statt. Im November 2013 erscheint die Arbeit „my shapes, your words, their grey“, die an zwei Orten gleichzeitig veröffentlicht wird: als Ausstellung in Gehmachers Studio „grauraum“ und als Performance in der Halle G des Tanzquartier Wien. Auf Einladung von Theatern, Festivals und Museen werden ortsspezifische Formate von „my shapes, your words, their grey“ entwickelt. So entstehen 2015 eine Theaterversion in den Kaaistudio’s, Brüssel während des spartenübergreifenden Festivals Performatik, eine Bühnenversion an den Uferstudios Berlin sowie eine begehbare Installation und Performance für Pact Zollverein, die neben hierfür geschaffenen Objekten auch Videoarbeiten enthält. In 2016 folgen Museumsversionen für das mumok, das 21er Haus in Wien, das Museum der Moderne in Salzburg, eine Galerienversion für das Baltic Circle International Theatre Festival in Helsinki und in 2017 eine Ausstellung und Performance für das Griffith University Art Museum in Brisbane. In 2016 war Gehmacher zudem mit neuen skulpturalen Arbeiten im Museum der Moderne, Salzburg und mit einer durational Performance im Museum of New South Wales als Teil des Projektes „ghost telephone“ bei der 20th Biennale of Sydney zu sehen. In 2017 wurde Die Dinge der Welt eine Ausstellungs-Performance während des Festivals steirischer herbst uraufgeführt. Ortsspezifisch adaptiert folgten mehrstündige Versionen davon im Tanzquartier Wien, Halle G, im Leopoldmuseum und im mumok Wien. Gehmacher war zudem Gast des Residenzprojektes Kur und Kür der internationalen Kunstausstellung Skulptur Projekte Münster. In 2018 wurde das Konzert: „Talk to me of Mendocino“ zusammen mit dem Pianisten Marino Formenti in der Kunsthalle Wien anlässlich der Tanzquartier Wien Eröffnung uraufgeführt. Im April wird die neue Arbeit: „It is a balancing act to live without your attention“ im Tanzquartier Wien, Halle G vorgestellt.

Preise: Philipp Gehmacher erhielt den Bonnie Bird New Choreography Award, den renommierten Jerwood Choreography Award und den Förderungspreis des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, 2009.

Unterricht: Gehmacher unterrichtet u.a. bei Festivals, wie ImPulsTanz in Wien und an verschiedenen Universitäten wie dem Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz, Berlin; DOCH, University of Dance and Circus, Stockholm; P.A.R.T.S. in Brüssel und der Tanzwissenschaft der Universität Salzburg.
 
 

GOOD TO KNOW

impressions'15 © Karolina Miernik

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Date: 24.04.2019, 16:23 | Link: https://www.impulstanz.com/research/2019/id4039/