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FREY FAUST & FRANCESCA PEDULLA & ERIC ACAKPO

© Barbara Cali
© Barbara Cali
© Barbara Cali
© Barbara Cali

Ancient Kinetic Wisdom

Recoil, Resilience, Oscillation
Fractal Repetition
Traditional Beninese Polyrhythms
Introduction to Geomancy – The Fa
Group/Solo Awareness
Performativity

In diesem Projekt geht es um die Struktur und die Gliederung von Ritualen als performative Akte, bei denen Raum, Objekte, Wiederholung, Rhythmus, Gesten, Körper und Stimme zu Instrumenten der Beschwörung werden, Pforten der Verbindung und des Zugangs zum kollektiven Gedächtnis. Diese Vorgänge werden abwechselnd vom Individuum und vom Kollektiv ausgeführt. Sie folgen zwar einer Struktur, dienen aber als geführter Rahmen für Spontaneität.
Wir untersuchen folgende grundsätzliche Fragen: Wie passen sich alte, überlieferte Werte und Praktiken an die heutige Gesellschaft an und wie manifestieren sie sich in ihr? Können altertümliche und aktuelle performative Praktiken einander gegenseitig bereichern? Wie können wir als Kunstschaffende das Ritual analysieren und die Weisheit, die den Körper auf so lebendige Weise durchströmt, neu herausarbeiten?

In diesem besonderen „Co-Teaching“ mit drei Künstler_innen werden Francesca, Frey und Eric eine Auswahl an Forschungsergebnissen aus ihrer mehrjährigen, von Austausch geprägten Arbeit teilen.
Wir möchten auch verkörperte Beispiele für einige grundlegende Prinzipien traditioneller Tänze präsentieren, die Komplexität der damit verbundenen subtilen Biomechanik beleuchten und versuchen, diese Grundlagen in zeitgenössische Bewegungskonzepte zu übertragen und entsprechend umzusetzen.
Eric Acakpo wird uns Einblick in den kulturellen Hintergrund geben, indem er uns anhand von Beispielen in die Praktiken des Orakelsystems der Yoruba, des Fa, einführt. Das Fa ist eine umfangreiche Sammlung archetypischer Symbole und philosophischer Betrachtungen ebenso wie eine Rechen- und Gedächtnishilfe, und es gilt als Ausgangspunkt moderner binärer Computer-Betriebssysteme.
Wir arbeiten mit Axis Syllabus als Rahmen, um Impulse und Erkenntnisse einzuordnen, und verwenden Instrumente der Tiefenanalyse für eine neue Form der Auseinandersetzung und biomechanisches Rendering.

Dance-artist Francesca Pedullà, Musician Eric Acakpo and Axis Syllabus Consolidator Frey Faust
Francesca und Eric verbindet die gemeinsame Arbeit seit 10 Jahren: das Unterrichten und das Schaffen von Kontexten für kulturellen und künstlerischen Austausch und Auftritt brachte sie u.a. schon nach Benin und anderswo. 2006 gründeten sie die Beninese Cultural Association Sonagnon, um zum einen die Vielfalt beninischer Kultur zu schützen und weiterzugeben und zum anderen eine Austauschplattform für Künstler_innen aus aller Welt zu bieten. Zwischen 2008 und 2012 leiteten sie zusammen das internationale Projekt Dialogues Inévitables in Kollaboration mit verschiedenen kulturellen Organisationen und mit der Unterstützung mehrerer internationaler Institutionen. Seit 2012 leiten sie TRACES, eine professionelle Ausbildungsplattform für Tanz und choreografische Praxis, die jährlich in Cotonou und Ouidah in Zusammenarbeit mit dem Axis Syllabus International Research Network stattfindet. Frey Faust ist seit 2013 als Lehrer bei Traces dabei. In dieser Tätigkeit trug er auch zur detaillierten biomechanischen Analyse von beninischen traditionellen Tänzen bei. 

ARTISTBIO: Frey Faust

Geboren 1960, begann Frey Faust schon mit 8 Jahren als reisender Troubadour mit seiner Familie aufzutreten. Er gehört der zweiten Generation von Kontaktimprovisationskünstlern an und hat starke Wurzeln in der New Yorker Tanzszene der 80er Jahre. Zu den wichtigsten frühen Inspirationsquellen zählen Shekinah Mountainwater, Nita Little, Pavel Rouba, Rene Baziner und Janet Panetta. Im Laufe der Jahre arbeitete er für und mit einer Vielzahl an Künstlern: Ohad Naharin, Donald Byrd, David Parsons, Gina Buntz, Howard Katz, Merce Cunningham, Meredith Monk, Randy Warshaw, Bob Een, Stephen Petronio, Danny Ezralow... u.v.m. Er gründete und mitbegründete drei verschiedene Compagnien und schaffte allein oder in Zusammenarbeit mit anderen über 40 choreografische Solo und Gruppentänze. Nach unabhängigem Studium der Anatomie, Biomechanik und Physik sammelte er sein Wissen in einem Buch, „The Axis Syllabus – human movement lexicon“, welches er weiterhin mit Hilfe des Axis Syllabus International Research Network weiterentwickelt. 2009 gegründet, ist das ASIRN eine schnell wachsende Gruppe an Experten aus verschiedenen verwandten Bereichen, die sich allesamt mit menschlicher Bewegung und Erziehungswissenschaften beschäftigen. Zuletzt widmete er sich in seiner Arbeit am AS der Erstellung einer Online-Universität, die das Studium des menschlichen Körpers ermöglichen sollte: das ASIRN Forum. Zudem kam auch die Entwicklung eines Symbolsets, unter dem Namen The Human Movement Alphabet, dass das Potential haben sollte, Bewegungsdokumentation, -kreation und -analsye zu vereinigen. Er näht auch Schuhe, spricht vier Sprachen und schafft und führt weiterhin Tänze auf.

ARTISTBIO: Francesca Pedulla

Francesca Pedullà
Tanzkünstlerin, unabhängige Kuratorin und Tanzpädagogin. Besitzt einen Master in Geschichte des Tanzes und der darstellenden Künste, ein Diplom als Professorin der African Dance Expression - FEIDA Bordeaux und ist zertifizierte Pädagogin des Axis Syllabus. Seit 1998 verbringt sie mehrere Monate im Jahr in Benin, dessen Kultur sie bis heute stark beeinflusst. Seit 2005 entwickelt sie künstlerische Werke und Kulturprogramme in Europa und Benin. Sie ist künstlerische Leiterin von TRACES, einem Studienprogramm für Tänzer in Ouidah, Benin, sowie Ko-Kuratorin des European Nomadic College und des Sensing In Festivals in Berlin. Sie lebt in Berlin, choreografiert, unterrichtet und tritt in ganz Europa, den USA, Kanada, Israel, Brasilien und Benin auf.

In ihrer Arbeit geht sie der Idee nach, dass strukturell unterstütztes Handeln oder expressive Gestik das Resultat kontinuierlicher Adaption sind. Ihr Ziel als Unterrichtende ist es, kritische Auseinandersetzung mit unserer Umgebung zu fördern, u.a. durch stetigen Aufbau einer gemeinsamen Sprache von technischen Referenzen (Biomechanik, Musikalität, räumliche Beziehungen) sowie durch kreativer Spiele und Diskussionen, die das Potential des individuellen und kollektiven Körpers lenken sollten.

ARTISTBIO: Eric Acakpo

Eric Acakpo hat schon in seiner Kindheit die traditionellen Rhythmen, Lieder und Tänze Benins kennengelernt. Neben seiner Mitgliedschaft in mehreren folkloristischen Ensembles, ging er bereits in den frühen 2000er als Tänzer und Musiker mit seiner Voodoo Brass Band in Afrika und Europa auf Tour.

Wichtige frühe Tanzpädagog_innen waren u.a. die italienischen Choreografin Anouska Brodaks sowie der bekannte Pädagoge, Choreograf, Tänzer und Landsmann Kofi Kôkô. Er tourte Europa und Zentral- und Südamerika als Tänzer in Koffi Kôkôs Tanzstück „Les feuilles qui resistent au vent“. Danach folgten musikalische Arbeiten sowie die Tätigkeit als Koffi Kôkôs Assistenz über mehrere Jahre lang, hauptsächlich in Europa.

2006 war er der einzige Musiker, der ausgewählt wurde, um Benin in der Entwicklung der Show „Africa, mais pas seulement“ (kreiert und kuratiert von der Assoziation „Melody for Dialogue among Civilizations“) zu repräsentieren.

Im selben Jahr gründete er zusammen mit der Tänzerin-Choreografin Francesca Pedullà die kulturelle Association Sonagnon. Das Ziel dieser Assoziation ist es, der Kunst und Kultur Benins mehr Aufmerksamkeit zu schenken sowie Möglichkeiten für künstlerischen Austausch und Recherche zu schaffen. Die Sonagnon Association wird unterstützt vom Französischen Institut Cotonou und mehreren weiteren Organisationen, produziert Workshops, kreative Residencies und Auftrittsmöglichkeiten für lokale und internationale Künstler. Die Zusammenarbeit mit Francesca Pedullà führte auch zu zwei ko-geleiteten Performance-Projekten: „Dialogues Inévitables“ und „The Myth of the God Money“. Letzteres wurde in Cotonou, Brüssel, Genua, Bielefeld und Berlin aufgeführt.

Seit 2012 leiten er und Francesca Pedullà auch die pädagogische Initiative Traces, welches Studien im Bereich Bewegung, Anatomie, Physik und Choreografie für professionelle Tänzer_innen bietet. Traces ist eine Kollaboration mit dem Axis Syllabus International Research Network und dem IRSP in Ouidah. 2014 und 2015 unterrichtete er am Nomadic College Gamboa, Brasilien, dem Rio Centro Centroção, Rio de Janeiro, an der Staatsuniversität Salvador da Bahia sowie am Cultural Center Peterzold in Porto Alegre. Zuletzt gründete und leitete er das musikalische Projekt Les Tambours de Benin mit der Absicht die traditionellen Rhythmen Benins zu erhalten und zu verbreiten.
 
 

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Dancer: Helmut Fixl © Johanna Figl

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Date: 22.08.2019, 15:40 | Link: https://www.impulstanz.com/research/2019/id4004/