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PHILIPP GEHMACHER

Eva Würdiger
Die Dinge der Welt © Eva Würdiger

Black, White, Grey: Who’s afraid?

Es scheint, dass meine derzeitige Beschäftigung auf die Frage hinausläuft, was verschiedene künstlerische Disziplinen tun. Ich frage mich, ob die Ideen in Tanz-Performance sich mit denen der bildenden Kunst treffen oder nicht, wo sie schon immer ihre Gemeinsamkeiten hatten und wo sie am besten auseinandergehalten werden sollten. Die Geschichte der institutionellen Orte von Tanz-Performance und der bildenden Künste sowie die Wahrnehmung von performenden Körpern und Objekten an diesen Orten, sind der Ausgangspunkt für unsere Auseinandersetzung. Wir betrachten Kunstwerke, Künstler_innen, Theorien und Ideen und versuchen zu skizzieren, wo wir heutzutage eigentlich stehen.

In der körperlichen Auseinandersetzung nützen wir die Bewegungssprache und Ideen, die seit 15 Jahren meine Arbeit prägen, als Basis. Viele Arme, dazwischen dieser Oberkörper, ein Körper, der sich auf die Welt um ihn herum bezieht oder in sich ruht. Fragen von Ausdruck, Materialität und Sprache sowie verschiedene Wege den Körper zu sehen, sind Bestandteile unserer täglichen körperlichen Aktivität. Dieses Field Project beinhaltet Bewegung, Diskussionen und eventuell auch das Ansehen von Dingen.

ARTISTBIO: Philipp Gehmacher

Philipp Gehmacher, geboren in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien. Choreograph, Tänzer, Performer und bildender Künstler.
Ausbildung: 1993–1999 Studium an der London Contemporary Dance School (BA) und dem Laban Centre London (MA) 2014–2019 Universität für angewandte Kunst Wien, Klasse Skulptur und Raum
Choreografische Arbeiten, Performances: 1998–2000 „in the absence“, „Holes and Bodies“ und „embroyder“ sind erste choreografische Arbeiten, die noch in London entstehen und dort gezeigt werden. Die Beschäftigung mit Geste, Berührung und Raum mündet in das Duett „good enough“, das 2001 zur Eröffnung des ersten österreichischen Tanzhauses, dem Tanzquartier Wien gezeigt wird. Es folgt „mountains are mountains“ (2003) als Gehmachers erstes abendfüllendes Gruppenstück. 2004 erscheint „incubator“ als Stationenprojekt mit unterschiedlichen Fassungen, die in Wien, Berlin, Brüssel und Lyon gezeigt werden und jeweils eine ortsspezifische Adaptierung erfahren. Hierzu entsteht auch die Publikation: „incubator“. Es schließen sich an: das Solo das „überkreuzen beyder hände“ (2006) begleitet von dem Pianisten Alexander Lonquich für das Mozarteum Salzburg und das Trio „Iike there's no tomorrow“ (2007) für das Kaaitheater, Brüssel, das Tanzquartier Wien, Pact Zollverein, Essen und Montpellier Danse.

Ab 2007 zeichnet sich die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Choreografin Meg Stuart auch nach außen hin ab. Die künstlerische Kollaboration führt zu den Stücken „MAYBE FOREVER“ (2007) und „the fault lines“ (2010). „MAYBE FOREVER“ wird an über 40 internationalen Festivals weltweit gezeigt und gewinnt den Special Award am BITEF Festival 2008 in Belgrad. Ab 2008 beginnt eine weitere Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Vladimir Miller, u.a. für die Videoinstallation „dead reckoning“. Im Jahr 2010 wird „dead reckoning“, nachdem es an zahlreichen Festivals gezeigt wurde, vom Musée de la Danse in Rennes für die dortige Sammlung erworben. Eine weitere raumgreifende Videoinstallation beider Künstler: „at arm's length“, entsteht 2010 und wird im Leopold Museum in Wien präsentiert. Im März 2008 entwickelt Gehmacher das Format „walk+talk“, in dem Choreograf_innen über und in Bewegung sprechen. „walk+talk“ findet 2008 am Tanzquartier Wien und 2011 im Kaaitheater, Brüssel mit jeweils 10 unterschiedlichen Choreograf_innen an aufeinanderfolgenden Abenden statt. Weitere Versionen folgen in Stockholm (2013), Reykjavik (2015), Berlin (2016) und in Posen (2017) mit lokalen Künstler_innen. Philipp Gehmachers eigene Version des walk+talk wird weiterhin an unterschiedlichen Institutionen, Festivals und Theatern gezeigt. Eine ausführliche online Dokumentation der „walk+talk“ Serien entstand in Zusammenarbeit mit der belgischen Forschungseinrichtung Sarma (oralsite.be/pages/Walk_Talk_Documents).

2010 entsteht das Gruppenstück „in their name“ beim Festival steirischer herbst in Graz mit weiteren Aufführungen in Wien, Salzburg, Berlin, Lissabon, Essen und Brüssel. Auf Einladung des Leopold Museum entsteht im September 2011 die Rauminstallation „grauraum mit Egon Schiele“, in der fotografische Arbeiten sowie die beiden Videoarbeiten: „vor der sprache“, mit dem bildenden Künstler Jack Hauser, und „Turning 2011“, mit der Tänzerin An Kaler, gezeigt werden. Im Juli 2012 wird seine Bühnenarbeit „solo with Jack“ im Kasino am Schwarzenbergplatz während des Festivals ImPulsTanz uraufgeführt, es ist die erste Zusammenarbeit für die Bühne mit Jack Hauser im szenografischen Setting von Vladimir Miller. Im Juli 2013 findet das von Philipp Gehmacher kuratierte Projekt „SAY SOMETHING: Six Speech Acts“ im Burgtheater statt, in welchem die Adressierung und das Sprechen an sich verhandelt werden. Fünf Künstlerkolleg_innen aus unterschiedlichen Generationen und den Bereichen Tanz, Theater, Performance wurden eingeladen das Experiment Sprache sprechend zu untersuchen. Eine zweite Version von „SAY SOMETHING2 findet bei der Tanznacht Berlin 2016 statt. Im November 2013 erscheint die Arbeit „my shapes, your words, their grey“, die an zwei Orten gleichzeitig veröffentlicht wird: als Ausstellung in Gehmachers Studio „grauraum“ und als Performance in der Halle G des Tanzquartier Wien. Auf Einladung von Theatern, Festivals und Museen werden ortsspezifische Formate von „my shapes, your words, their grey“ entwickelt. So entstehen 2015 eine Theaterversion in den Kaaistudio’s, Brüssel während des spartenübergreifenden Festivals Performatik, eine Bühnenversion an den Uferstudios Berlin sowie eine begehbare Installation und Performance für Pact Zollverein, die neben hierfür geschaffenen Objekten auch Videoarbeiten enthält. In 2016 folgen Museumsversionen für das mumok, das 21er Haus in Wien, das Museum der Moderne in Salzburg, eine Galerienversion für das Baltic Circle International Theatre Festival in Helsinki und in 2017 eine Ausstellung und Performance für das Griffith University Art Museum in Brisbane. In 2016 war Gehmacher zudem mit neuen skulpturalen Arbeiten im Museum der Moderne, Salzburg und mit einer durational Performance im Museum of New South Wales als Teil des Projektes „ghost telephone“ bei der 20th Biennale of Sydney zu sehen. In 2017 wurde Die Dinge der Welt eine Ausstellungs-Performance während des Festivals steirischer herbst uraufgeführt. Ortsspezifisch adaptiert folgten mehrstündige Versionen davon im Tanzquartier Wien, Halle G, im Leopoldmuseum und im mumok Wien. Gehmacher war zudem Gast des Residenzprojektes Kur und Kür der internationalen Kunstausstellung Skulptur Projekte Münster. In 2018 wurde das Konzert: „Talk to me of Mendocino“ zusammen mit dem Pianisten Marino Formenti in der Kunsthalle Wien anlässlich der Tanzquartier Wien Eröffnung uraufgeführt. Im April wird die neue Arbeit: „It is a balancing act to live without your attention“ im Tanzquartier Wien, Halle G vorgestellt.

Preise: Philipp Gehmacher erhielt den Bonnie Bird New Choreography Award, den renommierten Jerwood Choreography Award und den Förderungspreis des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, 2009.

Unterricht: Gehmacher unterrichtet u.a. bei Festivals, wie ImPulsTanz in Wien und an verschiedenen Universitäten wie dem Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz, Berlin; DOCH, University of Dance and Circus, Stockholm; P.A.R.T.S. in Brüssel und der Tanzwissenschaft der Universität Salzburg.
 
 

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Date: 18.07.2018, 10:51 | Link: https://www.impulstanz.com/research/2018/id3777/