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AMANDA PIÑA & RODRIGO DE LA TORRE

Rodrigo de la Torre
© Rodrigo de la Torre

Danza y Frontera

Eine Widerstands-Choreografie an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Dieses Field Project wird von Christian Müller und Edgar Uriel Soria Rodriguez musikalisch begleitet.

In diesem Field Project lernen wir einen Tanzstil aus der Gegend von El Ejido Veinte in Matamoros, Tamaulipas (MX), die Zwillingsstadt von Brownsville, Texas (US). Dieser Tanz entsteht in Antwort auf extreme Gewalt, Drogenhandel und Drogensucht.

Eine zeitgenössische popkulturelle Aneignung eines historischen „danza de conquista“ (Eroberungstanzes), bei dem ursprüngliche Praktiken, koloniale Narrative, HipHop-Kultur, bewaffnete Konflikte und Mystik mitschwingen. Der Tanzstil wurde von einer Jugendgruppe in der Nachbarschaft unter der Leitung von Rodrigo de la Torre entwickelt und modernisiert.

In dieser Woche unterrichten wir den Tanz, die Rhythmen, die Zeichensprache oder „mudras“, die zu den einzelnen Schritten dazu gehören, präsentieren und analysieren diese Grenz-Choreografie, die als Agens und Katalysator für die sozio-kulturellen Strategien des Widerstands durch das Tanzen und Performen verstanden werden.

Anforderungen: schnelle Auffassungsgabe bei Schritt- und Rhythmusfolgen, Energie und Ausdauer, eine Vorliebe für intensive Bewegungserfahrungen, kritisches Denken und Sneakers.

Stichwörter:
Grenz-Choreografie, Widerstand, zeitgenössisch-traditionell, Popkultur, Verkörperung, Drogenschmuggel, de-koloniales Denken.

Mit Beiträgen von: Nicole Haitzinger, Alma Quintana and Juan Carlos Palma.

Nicole Haitzinger

Nicole Haitzinger ist Professorin im Bereich Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft der Universität Salzburg. Ihr Doktoratsstudium absolvierte sie am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften (TFM) der Universität Wien. Ehemaliges Mitglied der DFG-geförderten Forschungsgruppe zum Thema The Staging of Otherness in the ‘Long‘ Nineteenth Century. Mitbegründerin des Universitätskurses Curation in the Performing Arts (mit Sigrid Gareis und LMU). Ko-Referentin bei der interdisziplinären Doktorschule gender_transcultural. Aktuelle Bücher: Resonanzen des Tragischen Zwischen Ereignis und Affekt (Turia + Kant, 2015), Chor-Figuren. Transdisziplinäre Beiträge (hrsg. mit Julia Bodenburg und Katharina Grabbe, Rombach, 2016). Ko-Herausgeberin von CORPUS. Aktuelle Artikel: Afro-Futurism or Lament? Staging Africa(s) in Dance Today and in the 1920s. Im: Dance Research Journal 49/1, Cambridge University Press (April 2017); Performative Contours. In: Susanne Foellmer, Katharina Schmidt und Cornelia Schmitz (Hg.): Transfer in the Performing Arts: Moving Between Media. London: Routledge [2018]

Alma Quintana

Alma ist künstlerisch aktiv im Bereich Choreografie und Tanz. Durch ihre Arbeit entstanden Projekte und Räume, die Wahrnehmung und Aufnahme von Erfahrungen umorganisieren, sodass der Körper Wissen und verschiedenste Beziehungen aufbauen und entwickeln kann. In ihrer Arbeit hat sie hauptsächlich mit Erinnerungsprozessen und Bewusstseinszuständen experimentiert, um spezifische Formen von Präsenz und Ästhetik erscheinen zu lassen. Das Unterrichten spielt eine wichtige Rolle, da es ihr ermöglicht, ihre Praxis in Verbindung mit verschiedenen Communities und Kontexten am Leben zu halten.

Als Contemporary Dance Absolventin des Fine Art Mexican Institute (INBA) wurde sie schon mehrere Male vom National Fund for Culture and the Arts (FONCA) in Mexiko nominiert, um am SNDO Theaterschool in Amsterdam zu gastieren sowie ihre eigenen Projekte zu entwickeln. Von Iberescena wurde sie finanziert, um eine ‘artistic residency‘ am Inhotim Institute in Brasilien zu absolvieren – Ziel war es, mit den dortigen jungen Teilnehmer_innen sowie mit Kindern aus der Umgebung Quilombos zu arbeiten. 2009 ergatterte sie ein danceWeb Stipendium für das ImPulsTanz Festival in Wien und 2010 lud Jean-Marc Adolphe sie ein, um beim SKITE Projekt in Caen, Frankreich mitzumachen.

Ihre letzte lange Recherchearbeit Aparicíon – entstanden in Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Lutz Baumann – besteht aus verschiedenen Performances, einer Installation und einer Publikation. Sie war Teil des internationalen Projekts Interferencias, das sie 2010 und 2011 mitkoordinierte, und ist aktives Mitglied des Colectivo AM, wo auch die Werke "Arrecife", welches vom University Museum of Contemporary Art (MUAC) von der damaligen Kuratorin Alejandra Labastida beauftragt wurde, und "Cartografias del presente", beauftragt vom Museo Universitario del Chopo und dem Goethe Institute während dem Dualen Jahr Mexiko-Deutschland, entstanden.

Derzeit leitet sie die künstlerische Plattform ¿Cómo encender un fósforo? in Kollaboration mit dem Kurator Silverio Orduña und Choreografin und Tänzerin Marta Sponzilli. Parallel dazu arbeitet sie auf künstlerischer Ebene zusammen mit den von Amanda Piña geleiteten nadaproductions und unterrichtet auch regelmäßig an der National Folk Dance School des National Fine Arts Institute (INBA).

Juan Carlos Palma Velasco

Juan Carlos Palma Velasco ist ein mixtekisch-mexikanischer Choreograf, Performer und Forscher im Bereich traditioneller/folklorischer Tanz. Seine Praxis bezieht sich auf Erinnerungen und Identifikationsprozesse; sowie Verkörperung und Nachstellung in der Ausübung von traditionellem/folklorischem Tanz. Er verwendet dabei den Körper als lebendes Archiv, das Möglichkeiten des Widerstands konfiguriert.

Er erwarb einen Master in Dance Research (Tanzwissenschaft) am Centro Nacional de Investigación, Documentación e información de la Danza José Limón (CENIDID Mexiko). Er absolvierte auch eine Ausbildung als Folk Dancer an der Escuela Nacional de Danza Folklórica (ENDF) des Fine Arts Institute in Mexiko (INBA) und ist zertifizierter Sprachspezialist in der Language of Dance (LOD – Ann Hutchinson-Guest) des Language of Dance Centre, Großbritannien.

Vom Programm Creadores Escénicos (2016-17) des Mexican National Art Fund (FONCA) wurde er zuletzt beauftragt ein neues Werk zu kreieren, das männliche Identität erforscht. Er lehrte auch an Tanz(wissenschafts)kongressen in Mexiko, Havanna und Italien und leitete Workshops in Mexiko und den USA.

Momentan ist er als Dozent an der ENDF-INBA und arbeitet mit Alma Quintana und Amanda Piña zusammen.

ARTISTBIO: Amanda PIÑA

Amanda Piña ist Choreografin, Tänzerin und Kulturarbeiterin. Sie lebt in Wien, Österreich. Ihre choreografische Arbeit thematisiert Strukturen der Exklusion, fokussiert auf die politische und soziale Wirkung von Bewegung, und führt nicht-westliche kulturelle Referenzen und Perspektiven in die zeitgenössische Performance ein. Amanda Piña ist daran interessiert Kunst jenseits der Idee von Produkt zu produzieren und andere Rahmenbedingungen für die Erschaffung und Begegnung mit künstlerisch-ästhetischen Erfahrungen zu entwickeln. Sie studierte Physical Theatre in Santiago de Chile, Theateranthropologie in Barcelona und klassischen, modernen und zeitgenössischen Tanz in Mexiko, Barcelona, Salzburg (SEAD) und Montpellier (Ex.e.r.ce Choreographic Centre Montpellier) mit unter anderem: Mathilde Monnier, João Fiadeiro, Olga Mesa, Loïc Touzé und Julyen Hamilton. 2006 erhielt sie das danceWEB Stipendium und 2007 das Stipendium für junge Choreograf_innen des Tanzquartier Wien. Seit 2013 ist sie zertifizierte Feldenkrais-Praktikerin und wendet diese Methode in ihrer Bewegungserforschung und im Tanz an. Sie tanzte und performte in Stücken von DD. Dorvillier, Claudia Heu, Ewa Bankowska, Daniel Aschwanden, Frans Poelstra & Robert Stejin und Christine Gaigg, u.a., und arbeitete mit Andrei Andrianov, Magdalena Chowaniec und Linda Samaraweerová zusammen.
Sie studierte in einem internationalen weiterführenden Lehrgang für das Kuratieren in den szenischen Künsten an den Universitäten Salzburg und München. Zurzeit kuratiert sie NadaLokal, eine Galerie mit Schwerpunkt auf Performance im 15. Wiener Bezirk und arbeitet am Langzeitprojekt Endangered Human Movements.

ARTISTBIO: Rodrigo de la Torre

Rodrigo de la Torre Coronado ist Tänzer. Er wurde in Matamoros in Tamaulipas, Mexiko, geboren. 1995 begann er im Alter von 15 Jahren, den Tanz der Matlachines in einem „traditionellen/folkloristischen“ Kontext zu erlernen. Nach einem Jahr beschloss er, gemeinsam mit seinen Kameraden diesen Tanz von seiner Tradition zu befreien und eine neue Tanzform daraus zu entwickeln, die in der Region großen Anklang fand. Seither wurde er zu verschiedenen Festivals und Tanzschulen in Mexiko eingeladen, um diesen neuen, bei der Jugend sehr beliebten Tanzstil zu unterrichten.
 
 

GOOD TO KNOW

Dancer: Helmut Fixl © Johanna Figl

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Date: 18.07.2018, 10:51 | Link: https://www.impulstanz.com/research/2018/id3747/