Performances 2003

Performances 2003

Alain Buffard
Good Boy

Sehr ruhig steht ein nackter Mann unter Neonröhren, verklebt sich das Geschlecht, zieht sieben Unterhosen übereinander an. Jetzt sieht er rührend aus, wie ein großes, frisch gewickeltes Baby. Mit dandyhafter Stimme singt Kevin Coyne ein nervendes Lied: „Good Boy… well done!“ Durch die kontroversielle Performance vom braven Jungen des Pariser Künstlers Alain Buffard geistern Bruchstücke eines Alpdrucks: Medikamentenschachteln en masse, an die bloßen Fersen geklebte Stöckel, eine knarzende Instrumentalversion von „New York, New York“, mehr Unterhosen übereinander. Buffard verdichtet in diesem Solo Vitalität und Krankheit, Kraft und Blöße, Stille und Ritual zu dem radikalen Entwurf einer neuen und entidealisierten Körperskulptur.
10.8.2003, 22:00
Schauspielhaus

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