Cie. Willi Dorner (AT)
not at all
"not at all"
Drei bunt gekleidete Gestalten liegen auf dem Boden, das Publikum schart sich in weitem Kreis um sie herum. Ein Monitor zeigt die Darsteller in ihrer Ruhe. Sobald sie sich zu bewegen beginnen, transformiert das Video sie in schwarze Balken, die über den Bildschirm gleiten und schriftzeichenähnliche Muster bilden.
Bei "not at all", dem jüngsten Stück des Wiener Choreografen Willi Dorner, dienen die Akteure – Helga Guszner, Anna MacRae und Matthew Smith – als symbolische Derivate einer zynischen Videogame-Welt, die den Körper simplifiziert und zur Spielkonsolen-Marionette degradiert. Die Tänzer wischen aneinander vorbei, ecken an und strecken sich, blühen auf und schrumpfen wieder in qualvoll vertrackter Bewegung. Ganz und gar künstliche Figuren hampeln in absurden Soli und Duetten ihrem Zerfall entgegen. Auch die irritierende, schmachtende Musik unterstreicht, dass sich "not at all" mit der Ästhetik von Videogames, mit der Willkür der Spielkonsole auseinandersetzt.
Dieses ironische Spiel macht den Zynismus der Videospiele in einer für Dorners Arbeit typischen, klaren und sensiblen Komposition sichtbar.
10.8.2002, 19:00
Arsenal/Burgtheater- Probebühnen