IDOCDE 2020

© pavleheidler
© pavleheidler

Das IDOCDE-Online-Symposium 21. bis 26. Juli 2020: 
Eine glückliche Fügung


Der Titel des 8. IDOCDE Symposiums Taking space making place, ursprünglich angedacht inmitten des ImPulsTanz Workshop- und Research-Festivals als Live-Event im crossover zwischen Tanz und Architektur, bekam als neu gedachtes Online-Event eine neue Bedeutung: Was ist ein Ort im digitalen Raum? Wie kann dort Begegnung stattfinden, ohne dass die eigene Leiblichkeit verlorengeht? In 21 Vorträgen, Workshops und Talks erforschten 147 Teilnehmer*innen über 6 Tage – alternierend zwischen einer atlantischen und pazifischen Zeitzone – einen Reigen von Fragen, die vom häuslichen Tanzen über indigene Ideen des Digitalen zu performativen Praktiken als Antwort auf COVID-19 reichten.

Dabei erwies sich die Notwendigkeit eines Online-Treffens als Tugend, da das kuratierende Team Vortragende einladen konnte, die nicht zu einem Live-Treffen hätten kommen können. Dadurch wurde das Symposium durch eine nie zuvor dagewesene kulturelle Vielfalt bereichert. Insgesamt waren Teilnehmer*innen aus 37 Ländern mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen zu Gast, wobei die rege Beteiligung von Tanzschaffenden aus verschiedensten Ländern Lateinamerikas besonders erfreulich war.

Neben Vortragenden, die indigene Zugänge eröffneten, wie  z.B. über Präsenz im Rückwärtsgehen in der Māori Kultur von Tia Reihana (Neuseeland) oder Rulan Tangens internationale indigene Tanzkompanie Dancing Earth (USA), inspirierte Kathak-Tänzerin Shinjita Roys (Indien) Tanzprojekt auf einer hochfrequentierten Straßenkreuzung in Kalkutta und Amaara Raheems (Sri Lanka) autobiographische Tanz und Wort mit neuen Perspektiven. In den IDOCDE-Online-Residencies, die in den vier Monaten vor dem Symposium entwickelten wurden, entstand gänzlich neues Material, wie z. B. in Laura Rios (Mexiko) somatischen future memories oder New ecologies of public & private or The art of wearing a table cloth von Kathleen Skelley (DE/US), Sally E. Dean (UK/US), Silvia Marchig (Kroatien) und pavleheidler (Schweden).

Die Rückmeldungen der Teilnehmer*innen fielen überschwänglich aus: Obwohl im Vorfeld in der Szene eine gewisse Müdigkeit über Online-Engagements herrschte, fanden die Teilnehmer*innen die Sessions „erfrischend und bereichernd, anstatt ermüdend“ beziehungsweise schätzten die Inklusivität, das entstandene Empowerment, die Vielfalt in der Expertise, und die nicht-eurozentrische Orientierung.

Die Vorträge, Performances und Workshops des IDOCDE Symposiums sind für das interessierte Publikum bis auf Weiteres zugänglich. Mehr Informationen unter https://forms.gle/vGSuSwuU6JpE5Wnh8

Das Programm ist zugänglich unter www.idocde.net/pages/178.

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Date: 19.09.2020, 20:43 | Link: https://www.impulstanz.com/idocde/symposium/2020/review/
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