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RESEARCH 2019

Christian Lapp
© Christian Lapp
Field Projects: 2019

Elio Gervasi

The Choreographic Engine


Das Field Project bietet verschiedene Rechercheformen an, die auf breitgefächertem Tanzvokabular und Improvisationsmethoden basieren. Es wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die teilnehmenden Tänzer_innen lernen ihr eigenes Vokabular und ihren individuellen Stil einzubringen und weiterzuentwickeln. Das Warm-up basiert auf grundlegenden technischen Elementen des Modernen und Zeitgenössischen Tanzes und bietet gezielte Übungen für eine starke Körpermitte und Floor Work zur Erhöhung der Flexibilität. Diese erhöhen die Wahrnehmung des natürlichen Atemrhythmus und verbinden ihn mit der auszuführenden Bewegung im Raum. Auf dieses spezifische Warm-Up folgt eine raumgreifende Sequenz, welche eine klare Linienführung und Fluidität der Bewegung betont. Zugleich wird ein erhöhtes Bewusstsein für das Gleichgewichtszentrum (Balance) entwickelt. Wir beginnen dann den gemeinsamen Arbeitsprozess, in dem wir Muster, konservative Techniken und Stile reduzieren und eigenes Material aufbauen. In der Bewegungsrecherche konzentrieren wir uns zuerst auf spezifische Motive (Raum, Schwerkraft, Kollision, und andere Sujets, die während des Kurses in den Fokus rücken). Diese Ideen lassen wir in Solo-Improvisationen und im weiteren Verlauf in unterschiedliche Gruppenformationen (Duo, Trio und größere Gruppen) einfließen. Dabei kommen unter anderem Contact Improvisation und Partnering zum Einsatz.


Kreativität, Flexibilität und eine dynamische Körpersprache bilden den Ausgangspunkt für choreografische Sequenzen. Diese sollen impulsgebend für einen individuellen Ausdruck und die Erweiterung des persönlichen Tanzvokabulars sein. Ziel ist es, dieses zuvor gesammelte Material am Ende zu verbinden, zu erweitern und zu beleben, und damit mehr und mehr in den sogenannten „choreografischen Motor“ zu speisen. Mit einem Minimum an fixierten Bewegungen, kreieren und generieren wir immer neue choreografische Bilder und Perspektiven.


The choreographic engine

Wir tauchen mit der Bewegung in den Körper ein, entdecken, wie wir die tief verwurzelten Muster dieses „Motorsystems“ betreten und verlassen können. Jeder Körper drückt aus, was und wie er sich präsentieren will. Zeitgenössische Tänzer_innen, die mit Improvisation arbeiten, müssen sich darauf einlassen, dass sich kein Moment eins zu eins wiederholen lässt, daher lernen wir zu reagieren, adaptieren und variieren. Wenn wir ständig versuchen uns zu wiederholen, beengen wir uns in unseren Möglichkeiten, bis wir stagnieren. In diesem Modus tendieren wir nur in gewohnte Bewegungsmuster zurückzufallen. Der Sicherheitsmodus verbirgt jedoch die Kreativität und den Instinkt weiterzumachen, ohne darüber nachzudenken, was besser oder bedeutungsvoller ist. Der Körper wird zu einer kreativen Maschine, wenn wir loslassen. Nur so können wir etwas Unvorstellbares passieren lassen! Das Field Project dreht sich um die Frage: Wie können wir uns diesem Weg annähern und ihn fortschreiben, um eine choreografische Struktur zu schaffen, die auf Dynamik, Kontakt, Wahrnehmung und vor allem auf Individualität basiert? In diesem choreografischen Prozess können Formen auftauchen, die für den einen logisch und für den anderen unlogisch erscheinen. Auch diese unlogischen Elemente können für die Entwicklung der Arbeit interessant sein. Individualität ist eine ungemein wichtige Quelle für Energie und Kreativität, die immer neue Themen und Materialien zum „choreografischen Motor“ hinzufügt und so die Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung fördern.


Das Research Project endet mit einem öffentlichen Showing am 19. Juli um 17:00!


Für die Bewerbung bitte zusätzlich ein kurzes 1-minütiges Video von einer Solo-Tanz-Performance oder einer Improvisation (Link zu Plattformen online) schicken! Das kann auch ein selbstgemachtes Handy-Video sein!



ArtistBio: Elio Gervasi

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Date: 13.11.2019, 10:11 | Link: https://www.impulstanz.com/archive/2019/research/id4043/