You are using an unsupported browser, so some features may not work. Please upgrade to a modern browser
Ihr Webbrowser ist veraltet und wird leider nicht in vollem Umfang unterstützt.

ARCHIV

SUCHBEGRIFF
KATEGORIEN
JAHR
 
 

RESEARCH 2018

Karolina Miernik
© Karolina Miernik
Field Projects: 2018

Jennifer Lacey

Institute of the Kenns


Ein Entspannungstanz mitten im immer Irrelevanteren, um auf die derzeitige Unmöglichkeit der Subversion zu kommen. Ein ästethisches Vorhaben.


Ken Russell und Kenneth Anger – ich google immer wieder mal beide Namen zusammen und es kommt nichts dabei raus. Das versteh ich eigentlich nicht. Es gibt eindeutig viele Überschneidungen eines magisch-schlechten Geschmacks und einer Vorliebe für schlechte Magie. Beide machen Filme, die wie Tänze aussehen und die Kostüme sind großartig. Jack Smith erscheint in den Träumen der beiden und wahrscheinlich schickt Aleister Crowley beiden Weihnachtsgrüße. Warum gibt es kein Institut der Kenns? Wir werden diesem Mangel Abhilfe leisten. Als ältere (einer beinahe schon an der Schwelle zum Tod) weiße Anglo-Typen und eindeutige Produkte sowie Produzenten der Mitte des 20. Jahrhunderts, sind die beiden auf der eher altmodischen Seite zu finden. Es gibt nichts, was auf Anhieb aufregend oder frisch oder gar dringlich ist und dennoch können wir in dieser rückläufigen Relevanz Platz fürs Neuentdecken finden.


Beide wurden 1927 geboren, beide machten sehr seltsame Filme, die nie wie Filme von anderen aussahen. Trotz ihrer weißen Männlichkeit sind sie beide ziemliche Außenseiter-Freaks. Als die Studiosysteme in England und Hollywood Russell im Stich ließen, verließ er das VHS-Format und filmte C- und B-Movies in seinem Garten. Kenneth Anger kreierte Hollywood Babylon, das sagt doch alles.


Ihre Filme zeigen einen Glauben an das Symbol und an das Fleisch, ergeben aber keinen Sinn. Beide praktizieren die Magie der Subversion, aber was genau ist das eigentlich? Bei jedem von beiden ist es ganz was anderes: Russell reibt sich an dem Normativen, um sich zu befreien. Anger hat etwas ganz anderes zum Ziel (vielleicht). Wo ist unser Verständnis von Identität, Symbol, dem Fleisch und dem Widerstand heute zu finden? Was wollen und brauchen wir von diesem Moment der Rekalibrierung? Es ist so ein reichhaltiges Chaos. Lasst uns etwas Zeit mit unseren bösen Onkeln verbringen, Tänze kreieren im Mulch des auseinanderbröckelnden Patriarchats.


Ich wünsche mir, dass wir den Raum zwischen diesen wunderbaren Spinnern erfinden und uns aneignen, indem wir die Tänze, die in den Filmen vorkommen neu erschaffen und wieder erobern, und diese so oft tanzen, bis sie sich uns offenbaren oder sich hinlegen oder gar sterben. Wir können nicht wissen, was passieren wird. Der schiere Akt der Vertiefung in diese Bilder und diese Arbeiten führt dazu, dass wir den richtigen Zauber für jede/n einzelne/n von uns finden, oder zumindest für das, was wir fürs Erste wissen müssen. Es geht nicht um die Kunst oder die Künstler, sondern um den schmalen Raum zwischen ihnen, der uns für eine kurze Weile lang festhalten wird, um zu sehen, was wir dort, in uns selbst und um uns herum finden werden. Es wird eine Verjüngungskur in einem Gruselwald sein.


Karten auf den Tisch: ich bin niemals über Glenda Jackson in Women in Love beim Vieh wegtanzen, hinweg gekommen. Dort fangen wir mal an:

https://www.youtube.com/watch?v=fYCQok8xVbo



ArtistBio: Jennifer Lacey

GOOD TO KNOW

© ImPulsTanz

Alles über unsere vorangegangenen Festivals finden Sie HIER

REBECCA PATEK "ineter(a)nal f/ear" © MARIA BARANOVA

Anmeldungen für blumige oder informative ImPulsTanz-Post HIER

danceWEB Brunch 2015 © Karolina Miernik

Festivalimpressionen ab 2005 gibt es HIER

Dancer: Helmut Fixl © Johanna Figl

Sneak previews auf unsere aktuellen Performances, oder sweet Memories vergangener Workshops und Festival-Events sehen Sie hier. MORE

© ImPulsTanz - All rights reserved
Date: 15.12.2018, 17:32 | Link: https://www.impulstanz.com/archive/2018/research/id3718/