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PERFORMANCES 2012

© Wonge Bergmann
© Wonge Bergmann

Troubleyn / Jan Fabre (BE)

"This is theatre like it was to be expected and foreseen"


This is theatre like it was to be expected and foreseen: dieser Titel ist Programm. Er bestätigt ein Genre („Theater“) mit seiner ganzen Tradition („wie es zu erwarten war“). Gegenwart und Zukunft verbinden sich hier in einem Vergleich („wie“), der nur dazu dient, Zustimmung zu organisieren. Dieser Titel ähnelt einer Tautologie: hiermit bestätigen wir, dass es Theater ist, also ist es Theater!

Seine tautologische Struktur („es ist wie es war“) beinhaltet im Kern eine doppelte Negation: Diese Produktion ist nicht Theater, und ganz bestimmt nicht, wie es vorhergesehen war. Was hätte erwartet werden können, war eine Fiktion, eine Gruppe von Schauspielern, die eine Rolle spielen und ihren Text von jemand anderem geborgt haben, und die vorgeben, dass der Text im Augenblick des Sprechens entsteht. Theater als Lüge, als Farce. Als zwei Stunden fiktionaler Unterbrechung inmitten des Strudels, der das Leben ist. Fabres Produktion steht im Widerspruch mit der traditionellen Teilung der Sparten.

Durch den zustimmenden Titel, This is Theatre ... , gelingt es Fabre ein Universum zu erschaffen, welches das Theater bis ins Mark erschüttert, und das jene sich bis dahin gehaltenen Definitionen auf kluge und endgültige Weise niederreißt. This is Theatre ... präsentiert sich selbst als achtstündiger Arbeitstag, während dessen eine Gruppe von Figuren eine Reihe von Aktionen wiederholt, die sie ins Schwitzen bringt, bis sie wieder erschöpft die Fertigungshalle verlässt.

Sie entleeren Säcke voll Sand, sie lecken Joghurt vom Boden, sie schauen, wer sich am schnellsten an- oder ausziehen kann, sie bedecken sich mit Rasierschaum und waschen ihn wieder ab, etc.: achtzehn Aktionen, die einen Theaterarbeitstag à la Fabre ausmachen.

This is theatre ... ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Es besitzt eine ihm eigene vorgefasste Grammatik. Ästhetisch verknüpft es Montage mit Installation. Es gibt Verweise auf historisch bedeutende bildende Künstler wie Iannis Kounellis und Schnabel, aber vor allem vielfältige Referenzen auf Fabres eigenes Universum mit seinem Gebrauch von Rasierschaum, Kerzen auf Schaukeln und Wellensittichen; Zutaten, die Fabre bislang in seiner bildenden Kunst eingesetzt hatte.

This is theatre ... ist eine Einführung in all das, was den Autor/Regisseur fasziniert: seine Art, mit Disziplin umzugehen wie mit der Macht der Wiederholung und der Wiederholung der Macht; mit dem Ersticken und Wiederbeleben des Individuums; mit der Rolle des Todes inmitten aufkeimenden Lebens.

Stückdauer: ca. 480 min. (Bei diesem Stück besteht während der Vorstellung die Möglichkeit, den Saal zu verlassen und später wieder zurückzukehren. Die Bar hat während der gesamten Performance geöffnet.)

21. Juli 2012 | 21.00 Uhr bis 05.00 Uhr
22. Juli 2012 | 19.00 Uhr bis 03.00 Uhr

Extra Tipp:
Mit Ihrem Ticket für "This is theatre like it was to be expected and foreseen" können Sie am 21. und 22. Juli kostenfrei eine Führung der Kuratorin Synne Genzmer durch die Ausstellung „Cut-ups, Cut-ins, Cut-outs – Die Kunst des William S. Burroughs“ in der Kunsthalle besuchen, Die Führung beginnt jeweils eine Stunde vor Aufführungsbeginn.


*Hinweis: Diese Performance ist nicht für Kinder (bis ca. 14 Jahre) geeignet.

Spielort:
MuseumsQuartier Halle G
Termine:
21.07.2012, 21:00
22.07.2012, 19:00

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Date: 08.08.2020, 23:12 | Link: https://www.impulstanz.com/archive/2012/performances/id502/
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