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SPECIALS 2008

© Herman Sorgeloos
© Herman Sorgeloos

Rosas & Anne Teresa De Keersmaeker & Ictus Ensemble

ImPulsTanz in Kooperation mit dem Theater an der Wien

"Steve Reich Evening"


Datum: 17.+19. Juni 2008, 20.00 Uhr | Theater an der Wien

Anne Teresa De Keersmaeker gilt zu Recht als die musikalischste unter den Choreografinnen unserer Zeit. Detailgenau erspürt sie die Musik und verstärkt deren Ausdruck durch ihre Choreografien: „Was ich tatsächlich tue, ist das Publikum die Schönheit, die Freude und das Vergnügen der Musik durch den Tanz spüren zu lassen.“ Ihr musikalischer Anreger: Steve Reich, dem sie 2007 den mehrteiligen „Steve Reich Evening“ widmet.

Vom Pendel bis hin zu endlosen Spiralen
25 Jahre mit Steve Reich

Die Bedeutung von Wiederholung, Verstärkung und sogar Wiederverwertung ist im Werk von Anne Teresa De Keersmaeker allgemein bekannt. Selten kommt es vor, dass ein Stück ihres Œuvres eine Episode aus dem vorhergehenden nicht neu bearbeitet oder ihre gestische Substanz nicht vereinnahmt. Ohne Zweifel bilden Spiralen den Kern ihrer Choreografie – und vielleicht sogar ihr Ethos. Das Ethos der Spirale lautet: „Wiederhole dich um dich besser zu dezentrieren.“

Dieses Symptom ihres Werks wird im Reich Evening besonders deutlich, der Choreografien aus 25 Jahren, die durch das Werk Steve Reichs, einer ihrer Lieblingskomponisten, vereint werden, und gleichzeitig ihr Repertoire erweitert. Der Stoff ist naturgemäß ungleichartig – das ist das Risiko und die Schönheit des Spiels – dennoch ist das Projekt keine Retrospektive. Auf der einen Seite die statischen und hypnotischen Prozesse der 1980er, deren Phrasen nur so lange wie einmal ausatmen dauerten und den Blick faszinierten; auf der anderen Seiten die Schwindel erregenden „getanzten Fugen“ von heute, denen überlange Phrasen zugrunde liegen, die jede panoramische Wahrnehmung sprengen. Aus Werken, die im Zuge eines Vierteljahrhunderts entstanden sind, wird so ein neues Gefüge geflochten.

Steve Reichs Kompositionen sind eine noch nie da gewesene Mischung aus Feuer und Eis. Ein kalter Jubel von Vorgängen, die von irgendeinem unfehlbaren Algorithmus getragen zu werden scheinen (in welchem spürbar wird, was Reich seit so langer Zeit John Cage schuldig ist: Möge das Ego des Komponisten sich zurückziehen, um der Musik den Vortritt zu lassen!). Es ist das taktische Verhalten des Dramaturgen; dennoch ist der Prozess nie rein, genauso wie bei Ligeti: Zuerst muss der Künstler die Punkte in seiner Krümmung und seine abweichenden Virtualitäten finden und sie ergreifen; dies ist die Kunst des mikroskopischen Theaters. In Reichs Spätwerk finden sich ein fast überbordendes Frohlocken, ein mystisches Atmen, die paradoxe Erfindung eines melodielosen „Hallelujahs“, das aus dem Flechtwerk schriller Frequenzen hervorbricht.

Kartenvorverkauf:
Direktverkauf an den Verkaufstellen der Vereinigten Bühnen Wien:
• Tageskassa Theater/Wien 6, Linke Wienzeile 6 (täglich 10 - 19 Uhr)
• "Wien-Ticket" Pavillon Karajan-Platz neben der Staatsoper (täglich 10 - 19 Uhr)
• Raimundtheater, 6., Wallgasse 16-18 / täglich 10 bis 13 & 14 bis 18 Uhr

Online Tickets über www.theater-wien.at
 

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Date: 27.11.2020, 03:34 | Link: https://www.impulstanz.com/archive/2008/specials/id3/
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