Tarot Technique
Getanzte Meditation
Tanz kann ein Hilfsmittel sein für: das Eintauchen in unser Unterbewusstsein; die Entdeckung weiblicher und männlicher Energien in unserem Körper; Entscheidungen darüber zu fällen, ob man Aktionen setzten oder mit dem Energieflusss schwimmen möchte; dafür wie man sich auf seine inneren Kräfte verlassen kann (Sexualität und Kreativität); das Verlassen auf äußere Kräfte (der Glaube an die mögliche Stellung in der Gesellschaft).
Diese Beschreibung von Tanz könnte sich auch auf das Tarot beziehen, ein altes Prophezeiungssystem, das Spielkarten mit symbolischen Figuren verwendet. Das Tarot tauchte in Europa im Mittelalter auf. Jede einzelne Karte ist eine Einladung zum Betrachten der eigenen Körper-Geist-Verbindung und zum Überdenken unserer Stellung in der Gesellschaft.
Jede dieser Karten kann durch Tanz erkundet werden. Beeinflusst von der Karte, unserer Vorstellungskraft und einer zugeordneten Bewegungsweise können wir den Tiefsinn der Karte kennenlernen und an unseren momentanen Zustand knüpfen. Wir können eine Karte als tägliche Praxis, als Kontemplationsmoment, als getanzte Meditation verstehen.
Bevor wir dies tun, werden wir lernen, wie wir die verschiedenen Energien der Karten mit Bewegung verbinden und die spirituelle Entfaltung der Symbole in den Karten verstehen können. Wir werden in diesem Workshop die 22 großen Arkana des Tarot de Marseille (von Camoin und Jodorowsky) mit seinen symbolischen Figuren studieren, beginnend mit dem Narren und endend mit der nackten Frau, die die neue Welt repräsentiert. Wir werden sie in Geist, Körper und Tanz verinnerlichen. Gute Englischkenntnisse werden für diesen Workshop notwendig sein.
Robert SteijnRobert Steijn versucht Magie ins Leben und ins Theater zurück zu bringen. Sein Instrument ist sein Körper in Verbindung mit dem Geist. Seiner Meinung nach muss man dieses Instrument pflegen, bevor man einem Publikum etwas Wertvolles bieten kann. Obwohl er als Kind der Disco aufgewachsen ist, und Trance-Zustände bei House-Musik in den 1980-er und 1990-er Jahren entdeckt hat, begann er spät auch für Publikum zu tanzen. Sein Helfer ist ein Hirsch, der viel in seinen Tanzstücken und Texten auftaucht. Er ist der Überzeugung, dass jede/r ein selbstgemachter zeitgenössischer Schamane werden kann, wenn er/sie den Weg der Poesie geht.
Sein Schaffen von Tanzperformance ist von zwei holländischen Choreografinnen beeinflusst, Gonnie Heggen und Desiree Delauney. Er war über zehn Jahre als Dramaturg für sie tätig. Zu den weiteren Einflüssen gehören zwei Avantgarde Tanzcompagnien aus Holland: Nieuw West und Maatschappij Discordia. Das Ausdenken von großen Ritualen, was er bereits einige Male getan hat, ist von seiner Zusammenarbeit mit der holländischen Regisseurin Lidy Six gefärbt. Sein Denken über Kunst ist von der Denk- und Arbeitsweise des Performancekünstlers Jack Smith und von den Poeten Whalt Whitman und Alan Ginsberg inspiriert. Roberts Ästhetik beruht auf der Förmlichkeit und Verspieltheit der Perfromance von Dan Graham und Matt Mullican. Sein Glaube an die spirituelle Dimension im Theater stammt von der Begegnung mit der Koreanischen Schamanin Hiah Park, von Ayahuasca Ritualen, langen Spaziergängen und von sehr signifikanten Träumen und Visionen, darüber welchen Pfad er im Leben einschlagen soll.
Photo: Robert Steijn © Ash Bulayev