Horizontal Fall
Auftrieb
Zurzeit denke ich über die verzweigte Knochenstruktur und eine rhizomartige Auffassungsganzheit nach. Ich überlege, wie Bewegung eine Raumrichtung sein kann, die vom Körper ausgelöst wird. Ich denke an Auftrieb an Land, gemeint ist die Art wie man am Boden entlang schweben könnte in dem man gerade so viel Kraft anwendet um die Schwerkraft zu überwinden. Dieser Auftrieb ist, wie unter Wasser, von der Dichte abhängig. Ich meine damit, dass wir ihn durch die Atmung kontrollieren können.
Diese Arbeit könnte man auch als räumliche Projektion beschreiben. Ein Loslassen ohne Entspannung. Oder so: der Unterschied zwischen Bewegung machen und Bewegung aufkommen lassen.
Ich denke nach, für eine Weile, und dann vergesse ich es einfach, schalte Musik ein und tanze. So zum Spaß.
Partnering
reinhängen
Vielleicht ist alleine tanzen so ähnlich wie sein eigener Partner zu sein, und vielleicht ist der beste Weg rauszufinden, wie man sein eigener Partner ist, indem man einen anderen Körper als Partner tanzt. Sich an ein anderes System hängen, um sein eigenes besser kennenzulernen. Vielleicht können wir dann über das Verständnis von unserem Körper als Einheit, die uns als Individuum definiert, hinausgehen und dies wiederum in das eigene Tanzen einbringen, den Körper vergegenständlichen und zu einer physischen Repräsentation von etwas anderem machen?
Diese Frage wird durch das Gewichtteilen bei Improvisationen und festgelegten Sequenzen gestellt und wird uns schnell anleiten, diese beiden Ansätze zu verknüpfen, bis wir nicht mehr wissen ob wir noch bei den Sequenzen sind oder improvisieren.
Ich bin überzeugt, dass dieser Workshop sich stark von Contact Improvisation unterscheidet, ich weiss nur nicht genau inwiefern.
Rasmus ÖlmeNach seiner Karriere als Tänzer schuf er im Jahr 2001 die Produktionseinheit Refug und kreiert seither Arbeiten zwischen Brüssel und Stockholm. 2007 zog er zurück nach Schweden und absolviert derzeit die künstlerische Praxis seines Doktoratstudiums an der Universität für Tanz und Zirkus in Stockholm.
Mehr Information über Rasmus‘ Doktorat:
www.doch.se
Photo: Rasmus Ölme © Marta Lamovsek