Archive 2011
Archive 2011


WORKSHOPS
Übersicht aller Workshops
Zusatzworkshops
Workshop Levels
Workshopinfo .pdf
Stand: 26.05.2012
Änderungen vorbehalten
Workshops 2011
Jennifer Lacey
Week3: 1. - 5. August
17:00 - 20:00Class Class Adv
Week4: 8. - 12. August
10:00 - 12:30FAT (Fake Art Therapy) Adv

Class Class
Imitation, Fantasie, Re-Aktionismus und Hingabe

Diese Klasse wird sich mit der Klasse als Kunstobjekt befassen. Indem wir all unser Wissen als TeilnehmerInnen einer Klasse zusammentragen, werden wir zu Leitern dieser Klasse. Wir werden besonders auf die Wahl von Form und Inhalt achten, da sie Bedeutung schaffen. Wir thematisieren die performative Position des Lehrers, des Studenten und der übermittelten Information, sowie die Wahl der Sprache, den Einsatz der Stimme, die Art der Vermittlung, die Atmosphäre des Studios, die Kleidung des Lehrers, die allgemeine Atmosphäre und die Zeitbegrenzung. Imitation, Fantasie, Re-Aktionismus und Hingabe sind unsere Ausgangspunkte. Dieser Workshop ist eher kreativ und improvisatorisch als pädagogisch im klassischen Sinn. Er ist besonders geeignet für TänzerInnen, die gerne improvisieren und zwischen verschiedenen Rollen (LehrerIn/ StudentIn) wechseln.



FAT (Fake Art Therapy)

Achtung: dieses Event ist weder ein richtiger Schwindel, noch ist es eine richtige Therapie und den künstlerischen Aspekt kann man sich selbst zusammenreimen.

In diesem Workshop werden Performances in kleinen Gruppen (2-4 Leute) kreiert, wobei die Bühne der Performance auf einen einzelnen Körper und seine Empfindungen verlagert wird.
All das aus dem Tanz bekannte Wissen über Körperarbeit und Konzentrationsfähigkeit wird uns Vorgehensweisen für die Kreation von Performances liefern, die auf die ästhetischen Erfahrungen eines einzelnen Zuschauers (wir werden uns abwechseln) abzielen.
Die spektakulären Aspekte von Medzin, Schönheitspflege und Körperarbeit dienen uns ebenfalls als Ansatzpunkte für diese Performancepraxis. Die gewohnte Passivität des Zuschauers wird in dieser Situation verstärkt und ihre Intensität dadurch vertieft. Wir bieten einen Raum für aktive Aufmerksamkeit (Denken), die aus der Entspannung und der Passivität entsteht. Welche "Inhalte" können wir in dieser Situation bringen? Bis zu welchem Punkt können wir unsere Performances aus rein formellen Fragestellungen konstruiert werden? Wir werden in dieser Praxis versuchen, künstlerisch zu arbeiten, um nicht nur "nette" Erlebnisse zu gestalten.
WICHTIG: Da Therapie von einer Symptomatik ausgeht, die Heilung und Auflösung zum Ziel hat, werden wir definitiv NICHT therapieren. Demnach sind unsere moralischen Verhaltensweisen in diesem Workshop die folgenden:

- Wir gehen von der Ganzheit unserer Zuschauer aus und versuchen nicht, sie zu heilen
- Wir arbeiten mit der Idee von Transformation, die wir aus unseren Performanceerfahrungen kennen und versuchen uns dieser mehr anzunähern
- Wir "berücksichtigen das Publikum" im wahrsten Sinne des Wortes
- Wir durchleuchten den unterhaltenden Aspekt vom Sich-um-jemanden-kümmern
- Wir kreieren Performances, die vor allem beruhigend wirken, wobei wir immer wieder die Identitätserfahrungen im Körper der Zuschauer verändern

Diese Form der Performancepraxis wird es uns ermöglichen, sowohl Doktor zu spielen, als auch neue Formen kennenzulernen und auszuprobieren, die mehr Spaß machen.
Bitte diesen Workshop nicht besuchen, wenn man Berührungsängste oder Schwierigkeiten hat, seine persönlichen sicheren Grenzen zu kommunizieren!


Jennifer Lacey
Jennifer Lacey ist Choreografin und Tänzerin aus New York, die zur Zeit in Paris lebt. Ihre Erfahrungen in New York sind weit gefächert, von fünf Jahren bei der Randy Warshaw Dance Company, bis zu eher experimentellen Arbeiten mit Yvonne Meier und Jennifer Monson. Seit 1991 präsentiert sie ihre eigenen Arbeiten u.a. bei P.S. 122, The Kitchen, beim Klapstuk Festival, bei den Wiener Festwochen, ImPulsTanz, Tate Britian Danças na Cidade, der Bienale von Lyon, Montpellier Danse, Big Torino, Tanzquartier Wien, Centre Pompidou, Kyoto Arts Center und dem Kaiitheater.
Seit ihrer Niederlassung in Frankreich im Jahre 2000 geht sie der theoretischen Frage nach, wie Tanzproduktion enstehen bzw. wie Inhalt und Form im Tanz zusammenhängen.

Während der letzten zehn Jahre hat Jennifer Lacey oft mit der bildenden Künstlerin Nadia Lauro in gemeinsamen Installationen und Performances zusammengearbeitet. Ihre letzte Produktion „Les Assistantes“ ist derzeit auf Tournee. Zur zeit arbeitet sie mit Antonija Livingstone an einem neuen Stück für das Festival in Avignon. Obwohl ihre Arbeiten weit entfert sind von traditionellen Tanzstücken, fühlt sich Jennifer Lacey dennoch als Tänzerin und versucht ihren Werken eine Poesie jenseits des rein Konzeptuellen zu erschaffen.

Sie unterrichtete weltweit in den letzten 15 Jahren u.a. Technikklassen Improvisation, Komposition bei Institutionen, Festivals und Studios. Ihr Unterricht ist stark beeinflusst von der Release Technik der Pionierin Joan Skinner und ihrem Interesse an Yoga und Qi Gong und konzentriert sich auf die Form, die durch Wahrnehmung und Bewegung zu stande kommen, sowie auf den Zusammenhang zwischen Prozess und Produkt. Zur Zeit betreut sie das Essaies-Programm am Centre National de la Dance in Angers.
Photo: Jennifer Lacey © Laurent Ziegler