Instant Instinct
die instinktgeprägte Arena des Unbekannten betreten
Jede Klasse beginnt mit einem Warm-Up, das darauf abzielt, den Körper zu entspannen und auszustrecken, die Sinne wachzurufen und die Wahrnehmung von Innen- und Außenraum zu entwickeln. Danach begeben wir uns mit offenem Geist und neugierigem Körper in die reiche und instinktgeprägte Arena des Unbekannten. Einfache Richtungen und fundamentale Strukturen helfen, uns unsere intuitiven Entdeckungen nutzbar zu machen, unser aktuelles Streben zu teilen und unser Begehren im Tanz herauszufordern, wenn wir alleine oder zusammen improvisieren. In dieser Praxis werden wir angeregt, unsere Erwartungen zu verringern und dafür unsere Erfindungskraft zu akzentuieren. Diese Klasse ist offen für alle Erfahrungsniveaus.
Improvisation for Performers
spontane Erfindungskraft praktizieren
Der Kern dieses Workshops ist der Fokus auf Bewegungsstrukturen, die PerformerInnen verschiedener Hintergründe ermutigen, ihr Solo- und Duettvokabular neu zu definieren und zu erweitern, und Experimente mit Tänzen in kleineren und größeren Gruppen zu erlauben. Durch zahlreiche Formen der Improvisation, räumliches Design, Bilder, Zustände, Zufallsprozeduren, Aufgaben und Spiele praktizieren wir spontane Erfindungskraft, verfeinern unsere Sinnesfähigkeiten und entwickeln verschiedene Kompositionsstrategien.
Diese bieten einen Rahmen für interne Performances, die wir betrachten und diskutieren. Dieser gesamte Prozess verlässt sich auf die Bereitschaft der TänzerInnen, tief in sich selbst und in andere hineinzuhorchen, Risiko auf sich zu nehmen, auf sich selbst zu vertrauen und ihre Fähigkeiten als InterpretInnen in den Blickpunkt rücken zu lassen. Betont werden Kooperation und Kommunikation, persönlichkeitsbetontes Performen, klare Intention, Vertrauen und Instinkt.
Contact Fundamentals - The Essential Building Blocks
Contact Improvisation für alle Niveaustufen
Contact Improvisation ist ein Bewegungssystem, das auf der Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Körpern und deren Beziehung zu den physikalischen Gesetzen von Bewegung - nämlich Gravitation, Momentum, Energie, Trägheit - basiert. Bei Contact Improvisation wird mit Gleichgewicht gespielt; dabei wird das Hauptaugenmerk auf körperliche und emotionale Wahrheit in einem miteinander geteilten Bewegungsaugenblick gerichtet. Dieser Bewegungsaugenblick vermittelt den TeilnehmerInnen Klarheit, Zentriertheit und Belebung.
Damit der Körper sich diesen Empfindungen öffnen kann und fähig ist nur den natürlichen Bewegungsfluss zu erleben, muss er dazu bereit sein, seinen Eigenwillen teilweise aufzugeben. Die Klasse besteht aus Übungen für gleichmäßiges Rollen, sicheres Fallen, Positionen kopfüber und müheloses Stützen und Geben von Gewicht. Um in einem energetischen Zustand von körperlicher Orientierungslosigkeit arbeiten und auf die grundlegenden Überlebensinstinkte vertrauen zu können, wird die Aufmerksamkeit geschult.
Contact Improvisation - Being Ready
Contact Improvisation und Instant Composition für TänzerInnen mit Vorkenntnissen
Aufgrund der technisch anspruchsvollen Struktur, ist dieser Workshop speziell für TänzerInnen, PerformerInnen, Tanzschaffende und ImprovisationsspezialistInnen, die bereits Praxis in Contact Improvisation und Instant Compostion haben.
Was bedeutet es, jederzeit, wo und mit wem auch immer zu tanzen? Es gibt keine vorgefertigten Formeln oder speziellen Verhaltensmuster um diese besondere Bereitschaft zu erreichen. Es gibt allerdings eine bestimmte Haltung und Geisteszustand, der es uns ermöglicht, diese Aufmerksamkeit zu erlernen.
Ganz aufmerksam und immer auf allen Ebenen bereit zu sein, ermöglicht uns, unseren Weg durch den Tanz zu denken und hilft uns, darauf zu hören, was tatsächlich da ist. Diese totale Präsenz erlaubt es uns all die mentalen Störfaktoren – das Geflüster im Kopf, das konstante Vorausplanen und Beurteilen – gehen zu lassen, die so oft die Fähigkeit des Körpers überrumpeln angemessene Entscheidungen in Sekundenbruchteilen zu treffen. Damit können die Improvisationen vollkommen körperlich, spielerisch, vom Herzen gefühlt, überraschend und genussvoll sein. Unsere Themen sind: Die Arbeit mit dem Ki (jap. Für Lebensenergie), Raumnützung, verschiedene Seinszustände, verschiedene Geschwindigkeiten, Anwendung direkter Aktion und Initiation, Widerstände, Auflösung, subtile und überraschende Wege der Gewichtsverlagerung, Einlassen auf unbekannte Situationen, Erweiterung des persönlichen Bewegungsbereichs und Integration unserer Fantasie und Emotionen.
Andrew de Lotbinière HarwoodAndrew de Lotbinière Harwood ist seit 1975 ein führender, internationaler Lehrer, Performer und Schöpfer im Feld der Instant Choreografie und der Contact Improvisation. Er ist der künstlerische Leiter von AH HA Productions, einer projektorientierten Compagnie in Montréal, die der Improvisation im Kontext von Praxis, als auch von Performance verschrieben ist.
Andrew studierte umfassend, lehrte und performte mit Steve Paxton, Nancy Stark Smith und Nita Little, den GründerInnen von Contact Improvisation. Er hat ebenso ausgiebige Erfahrung in Gymnastik, Leichtathletik, Yoga, zeitgenössischem Tanz, Releasetechnik, Körperarbeit und Aikido. Seine Arbeit wurde seit 1980 bei zahlreichen internationalen Festivals gezeigt. Andrew tanzte für die Compagnien Fulcrum, Jo Lechay, Marie Chouinard und Jean-Pierre Perreault und arbeitete mit den Improvisationsensembles Echo Case und Discovery Bal zusammen. Er performte mit u.a. Marc Boivin, Peter Bingham, Lin Snelling, Benoît Lachambre, Chris Aiken, Kirstie Simson, Ray Chung, Lisa Nelson und Paula Zacharias.
Zusätzlich unterrichtete Andrew Harwood in den letzten Jahren Workshops für Fortgeschrittene und performte bei vielen großen Contact improvisations Festivals: Freiburg Contact Festival (Deutschland), Moscow Contact Festival (Russland), Israeli Contact Festival, Zip Contact Festival (Italien), Kontact Budapest (Ungarn), Trans Contact Festival (Rumänien). Ebenso unterrichtete er weltbekannte Compagnien, wie O’ Vertigo und Marie Chouinard in Montréal, wie auch für die fabelhafte Zirkusgruppe in Montréal, namens Les Sept Doigts de la Main. Er erhielt im Jahr 2000 den Jacqueline-Lemieux-Preis des Canada Council.
Photo: Andrew de Lotbinière Harwood © Chris Randle