Archive 2011
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WORKSHOPS
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Stand: 26.05.2012
Änderungen vorbehalten
Workshops 2011
Francesco Scavetta
Week3: 1. - 5. August
09:50 - 11:50A Surprised Body Adv
12:00 - 14:30Poetics of Movement Adv

Poetics of Movement

Eine grundlegende Tanzphrase, die auf der Arbeit mit Energiekurven, die durch den Körper gehen, basiert, wird als „Schlüsselphrase“ vorgestellt. Nach der Improvisation mit bestimmten Vorgaben, wird diese Phrase transformiert. Wir werden uns darauf konzentrieren, uns diese Phrase zuerst auf persönliche Weise anzueignen, um sie danach auf Raum und Zeit zu beziehen. Diese Phrase wird wie ein gesprochener Satz gehandhabt, in dem jede Bewegung als eigenes „Wort“ isoliert und für die Komposition von neuen Phrasen verwendet werden kann. Der Zufall entsteht in der Improvisation oder Komposition, bei dem Versuch, kleine Teile der Originalphrase als "Silben" zu verwenden, und so neue Bewegungen zu schaffen.

Francesco Scavetta bietet einen sehr persönlichen Zugang zum zeitgenössischen Tanz, der auf der Release Technik und Contact Improvisation basiert und von seinen Erfahrungen als Tänzer und Choreograf, als auch von seiner Tai Chi Chuan Praxis beeinflusst ist und eine tiefgehende Transformation des Körpers mit der Feinfühligkeit der „poetics of movement“ verbindet.

„Ich glaube es ist im Tanz viel wichtiger zu vergessen, als sich erinnern zu können.“




A Surprised Body

Bereits der Titel „a surprised body“ definiert für mich den metaphorischen Raum. Das Bild des immer aufmerksamen Körpers, ständig bereit sich selbst zu überraschen und den täglichen Gewohnheiten und sämtlichen Routinen zu entkommen. Ein Körper, der sich mehr auf Reaktion als auf Aktion konzentriert. Die Reaktion zwingt uns, den mentalen Zugang zu vermeiden.

Das körperliche Training zielt auf das Erwecken unseres Bewusstseins und unserer Empfindlichkeit ab und schafft Gelegenheiten für Entdeckungen. Dieser Workshop konzentriert sich auf das Zentrieren und die Schwerkraft. Das Ziel ist es, der Bewegung freien Lauf zu lassen und das Zentrum zu aktivieren und zum Bewegungsmotor zu machen. Indem wir die Bewegung mit unserem Atem harmonisieren, werden wir Verspannungen in den Gelenken und Gliedern leichter lösen, und den Sinn für die Schwerkraft als ständigen Begleiter unseres Bewusstseins erleben.




Francesco Scavetta
Francesco Scavetta ist Choreograf und Tänzer und leitet zusammen mit Gry Kipperberg die Tanzcompagnie Wee, die 1999 in Oslo gegründet wurde und heute eine der etabliertesten Compagnien Norwegens ist. Die Compagnie tourte durch mehr als 30 Länder in Europa, Süd- und Nordamerika und Asien.
Scavettas Theatralität wurde oft mit seltsamen Träumen oder mit der Verspieltheit von Kindern verglichen: seltsam, lustig, poetisch und vor allem überraschend. „Daddy always wanted me to grow a pair of wings“ (1998) erinnert an einen Schwarzweißfilm, „Live*“ (2002) ist eine Performance in Verbindung mit komplexen Technologien und wurde von der Biennale von Venedig co-produziert. Im Mittelpunkt seiner Recherchen standen schon immer Zerbrechlichkeit und das Paradoxe, Offenbarung und Traum, Empathie und Überraschung, Vermeidung von Klischees und ein humoristisches Hinterfragen von Realität und Identität.

Er wurde in Salerno (Italien) geboren, studierte an der Nationalen Tanzakademie in Rom und erhielt seinen Abschluss für Theater und darstellende Kunst an der Universität La Sapienza in Rom, wo er zusätzlich ein postgraduate Studium für Kommunikationswissenschaften absolvierte.
Er bietet in seinem Unterricht einen persönlichen Zugang zum zeitgenössischen Tanz, der auf Release Technik und Contact Improvisation basiert und von seiner Tai Chi Chuan Praxis beeinflusst ist. Das bewirkt eine starke Transformation des Körpers zu einer feinfühligen poetischen Bewegungsweise.

Francesco Scavetta leitet u.a.Workshops bei: P.A.R.T.S. (Brüssel), MTD (Amsterdam), SEAD (Salzburg), Anton Bruckner Privatuniversität (Linz), Henny Jurriëns Foundation (Amsterdam) und vielen Tanz- und Theaterfestivals. Das Projekt „A surprised Body“ begann 2005 in Norwegen und wurde von ihm seither in knapp dreißig Ländern weltweit unterrichtet.

„Mein persönliches Interesse gilt immer mehr dem Lernprozess an sich, den verschiedenen Wegen bei der Vermittlung von Informationen und der Frage, wie ich als Pädagoge unterschiedlichste Persönlichkeiten, die am Unterricht teilnehmen, erreichen und mit ihnen auf einer persönlichen Ebene kommunizieren kann. Mein Ziel ist es, jede/n auf diesen Lernprozess aufmerksam zu machen.“
Photo: Francesco Scavetta © Sergei Urzhimtsev