more than naked
In diesem Workshop werden Facetten von Nacktheit, Nackt-Sein und Nackt-Werden auf der Bühne unter die Lupe genommen. Nacktheit nicht als Provokation, sondern als Notwendigkeit für eine körperliche Recherche. Welche Bewegung ermöglicht der nackte Körper, die mit Kleidung nicht möglich ist? Welche Formen von Wucht und Fragilität stecken im nackten Körper? Welche Formen von Darstellung, Ausstellung, Zur-Schau-Stellung und Vorstellung produziert er? Wir werden mit der Masse des Körpers arbeiten, mit dem Fleisch, mit der Haut und mit dem Knochengerüst. Das Fleisch wird auf unterschiedliche Weise in Bewegung gebracht, der Knochenbau implodiert und explodiert, die Hautflächen verschieben sich – es ist die Suche nach Tanz, der aus dem Material „Körper“ entsteht. Wir setzen den Körper ohne Kleidung „in Szene“, ohne das Konkrete der Nacktheit zu verlieren.
„Nacktheit ist immer wieder ein Mittel, das in meinen künstlerischen Arbeiten eingesetzt wird. Ich werde mit den WorkshopteilnehmerInnen sehr körperlich mit der Nacktheit arbeiten, sehr bewegt und konkret. Es wird Einblicke in meine Arbeitsansätze geben, z.b. die Haut als eine weitere Schicht unter den Kleiderschichten oder die Barockzeit mit ihrem Drang zur Fülle und Posen als Bewegungsimpuls.“
Ruhestandstanz
los geht´s!
Nach einem Warm Up und gezieltem Tanztraining geht´s los - in Improvisationen und Tanzkombinationen wird der Ruhestand in Bewegung gebracht und der zeitgenössische Tanz in seiner Vielfalt erlebt. Die Lust und Freude, den Körper neu zu erfahren und unbekannte Seiten an sich kennenzulernen, führt uns zum Experimentieren - mit Bewegung und Sprache, mit Musik und Stille, mit Gewicht und Leichtigkeit, mit Luft und Boden, mit Innen und Außen, mit sich und anderen. Wir werden im Laufe der Woche immer mehr herausfinden, wo die Virtuosität im Körper steckt und wie sie sich ausdrücken und ausbreiten kann. Jeder Körper hat seine Grenzen - diesen schauen wir RUHIG ins Auge, bringen sie zum STEHEN und dann zum TANZEN.
„Ein zentrales Thema wird die Musik der 1960-er und 70-er Jahre sein. Wir werden uns mit der Kraft dieser Musik und den Liedtexten beschäftigen, wir werden den Zeitgeist wieder aufleben lassen, ihn ins Jetzt bringen, in unsere Körper holen, abheben und dennoch sicher am Boden bleiben. Break on through to the other side!“
Doris UhlichDoris Uhlich, wurde 1977 in Oberösterreich geboren und studierte Pädagogik für zeitgenössischen Tanz am Konservatorium der Stadt Wien. Ihre Unterrichtstätigkeit beinhaltet u.a.: Tanzwerkstatt Wien, Gasttrainerin am Konservatorium der Stadt Wien, Lecture und Coaching an der Akademie der bildenden Künste in Wien/Performanceklasse 2009. Sie erhielt Stipendien und Residencies bei ImPulsTanz, brut/Wien, K3/Kampnagel Hamburg, 2007 die Carte Blanche des Tanzquartier Wien und 2011/2012 war sie Artist in Residence im Festspielhaus St. Pölten. Doris Uhlich war als „bemerkenswerte Nachwuchschoreografin“im Jahrbuch 2008 der Zeitschrift ballettanz und Tänzerin des Jahres der Zeitschrift „tanz“ 2011.
Von 2002 bis 2009 war sie Spielerin bei theatercombinat.
Seit 2006 kreiert sie eigene Projekte: u.a. „und“ (Uraufführung brut/Wien 2007, Gastspiele u.a. beim Festival Österreich tanzt, BAC/London, Festival Politik im freien Theater/Köln), „SPITZE“ (Uraufführung brut/Wien 2008, Gastspiele u.a. ImPulsTanz, Les Subsistances/Lyon, Chelsea Theater/London, Mousonturm/Frankfurt, Österreichische Tanzplattform, Tanzquartier Wien), „mehr als genug“ (Uraufführung Les Subsistances/Lyon 2009, Gastspiele u.a. Centre Pompidou/Paris, Les Halles/Brüssel), „Rising Swan“ (Uraufführung brut/Wien 2010, Gastspiele u.a. Gessnerallee Zürich, Dampfzentrale Bern, Kaserne Basel, Judson Church/New York) und „Uhlich“ (Uraufführung Wiener Festwochen 2011).
Ihre Performance „Rising Swan“ ist im Sommer im Rahmen der CPA* bei ImPulsTanz zu sehen und ihre kommende Uraufführung „COME BACK“ ist beim steirischen herbst 2012 zu sehen.
www.dorisuhlich.at
Photo: Doris Uhlich © Andrea Salzmann