Potential Shamanic Action
Improvisation und Performance als potentiell schamanistische Handlung
Ein Experiment zur Erforschung der Beziehung zwischen improvisiertem Tanz, Performance und Schamanismus. Übungen und Erfahrungen in Präsenz, Transformation, Atem, veränderten Seinszuständen, Trance, Wahrnehmung, Ritual und Performance. Seit über zwanzig Jahren studiere ich sowohl alte als auch zeitgenössische Rituale. Ich erkenne Weiterführungen und Unterbrechungen zwischen den religiösen Ritualen und der westlichen Bühne. Schamanismus, allgemein gesagt, bezieht sich auf rituelle und spirituelle Praktiken, in Zusammenhang mit unsichtbaren Kräften, mit Energie, mit der Verwandlung von Raum und Zeit und mit der Verschiebung von Bedeutung und Perspektive.
Wir werden täglich - im Tun und Sprechen - das Konzept von Präsenz hinterfragen. Was ist es? Wie erfahren wir sie? Kann sie choreografiert werden? Was können wir über Präsenz durch Improvisation lernen? Was ist Magie? Welche Rolle spielt Präsenz beim Schaffen von Magie, bei Transformation und beim Erahnen anderer Welten?
Post/Contact
Erweiterung der Möglichkeiten von Contact Improvisation
Dieser Workshop ist ein Labor, das die Angebote und Möglichkeiten von Contact Improvisation erweitert. Wie können wir die Praxis der Contact Improvisation vertiefen, beurteilen und erweitern? Wo sind die Grenzen in Bezug zu Performance, zeitgenössischer Kunst, choreografischer Innovation und Intervention? Contact Improvisation hat mehr als andere Entwicklungen im Europäischen und Amerikanischen Tanz, die Hierarchie des vertikalen Körpers herausgefordert, versucht Körperteile zu demokratisieren, die Geschlechterrolle im Partnering hinterfragt und stark verkörperte choreografische und institutionelle Traditionen gebrochen. Post/Contact hinterfragt und zelebriert den Widerstand der Contact Improvisation im zeitgenössischen Tanz und Performance. Der experimentelle Tanz der 1960-1970er Jahre war sehr von der Popkultur und der Rebellion der Jugend beeinflusst, dazu gehören die Hippiekultur und der Aktivismus (Anti-Kriegsbewegung, Feminismus, Black Power,...). Wie kann zeitgenössische Tanzpraxis diese Einflüsse auslöschen, integrieren oder verkörpern? Was steht für die Contact Improvisation als nächstes auf dem Plan?
Keith HennessyKeith Hennessy, Performer, Choreograf, Dozent und Organisator, wurde in einer Bergbaustadt im nördlichen Ontario (Kanada) geboren, lebt in San Fransisco und arbeitet regelmäßig in Europa. Er ist Direktor des Circo Zero und gewann einen New York Bessie Award (2009). Er war Mitbegründer von den Performanceräumen 848 und CounterPULSE in San Fransisco. Er war ein Mitglied der legendären Compagnie Contraband von Sara Shelton Mann. Seine besondere Neugier gilt der Improvisation. Seit über 25 Jahren "queert" er Körper und Bühnen. Er ist Doktorand für Performance Studien an der Universität von Kalifornien in Davis.
www.circozero.org
Photo: Keith Hennessy © officerfishdumplings.com