Partnering
„hooking up”
Ich schlage vor, davon auszugehen, dass alleine zu tanzen in etwa so ist, als wäre man sein eigener Partner. Und die beste Art herauszufinden, wie man sein eigener Partner wird, ist es, es tatsächlich zuerst mit einem anderen Körper-Partner zu versuchen. Ich denke, es sind dieselben Bewegungsprinzipien und physikalischen Kräfte am Werk. Der Wunsch kommuniziert über Nerven an Körperteile.
Können wir von unserer Vorstellung, dass unsere Körper uns als Individuen definieren, abweichen? Können wir das zu unserem eigenen, individuellen Tanzen zurückbringen und unseren Körper vergegenständigen und zu einer physischen Repräsentation von irgendetwas anderem machen?
Diese Frage wird einerseits durch das Geben und Nehmen von Gewicht während dem Improvisieren und andererseits von vorgegebenem Bewegungsmaterial, das uns zu einer schnellen Verschränkung der zwei Ansätze führt, aufgerollt, und lässt uns weiter fragen, an welchem der zwei Ansätzen wir gerade arbeiten.
Ich bin überzeugt davon, dass dieser Workshop sich von Contact Improvisation unterscheidet, aber ich bin nicht sicher inwiefern. Bringt mögliche Antworten mit.
Horizontal Fall
Ein großzügiges Überlassen gegenüber dem Raum
Oh, du Sklave der Erdanziehungskraft. Du kannst nicht fliegen.
Aber durch das Verständnis unserer Grenzen werden wir Freiheit finden. Das Körpergewicht während einer Bewegung zu nutzen, anstatt dagegen anzukämpfen, lässt ein Gefühl von Leichtigkeit und Schwerelosigkeit entstehen. Der horizontale Fall ist ein kontrollierter Fall, der im Gegensatz zum vertikalen Fall niemals den Boden erreicht. Statt auf den Boden zu fallen, fällt man entlang des Bodens.
Der horizontale Fall konzentriert sich mehr auf Bewegung im Raum als auf die Bewegung im Körper und zielt darauf ab, den Unterschied von aktiver und passiver Bewegung zu erkennen. Der Fokus liegt auf der Verlängerung des Raumes und dem Release ohne völliger Entspannung. Bringt eure Motivation mit.
Questioning Choreography
Vorgegebenes Material während dem Bewegen erschaffen
Wir werden in zwei Richtungen losziehen: wir erweitern, was unter Choreografie verstanden wird, und gleichzeitig definieren wir sie für uns selbst. Was ist es, das choreografiert wird? Die Bewegung, der Körper, der Raum, die Idee, die Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit und/oder sonst irgendetwas anderes?
Ich werde einige meiner Ideen bringen, den Rest liefern die TeilnehmerInnen. Der Plan ist, sich schnell zu bewegen, während wir reden, und zu reden, während wir uns bewegen.
Wir werden viel zu wenig Zeit haben und doch wird sie sich ewig ziehen. Bringt euren Intellekt und bequeme Kleidung.
Rasmus ÖlmeNach seiner Karriere als Tänzer schuf er im Jahr 2001 die Produktionseinheit Refug und kreiert seither Arbeiten zwischen Brüssel und Stockholm. 2007 zog er zurück nach Schweden und absolviert derzeit die künstlerische Praxis seines Doktoratstudiums an der Universität für Tanz und Zirkus in Stockholm.
Mehr Information über Rasmus‘ Doktorat:
www.doch.se
Photo: Rasmus Ölme © Marta Lamovsek