Futter
Wiese - Betreten erlaubt!
Proviant für den Körper!
Sonja Browne und Johanna Tatzgern arbeiten seit 2007 gemeinsam an dem Projekt Tanz.montage, das Tanz und Performance als Arbeitsfelder in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen im Verein BALANCE anbietet.
Die Arbeitsweisen beider Künstlerinnen ergänzen sich in ihrer Gegensätzlichkeit:
Wurzeln, Konkretes, Bühnenhand - und Fußwerk auf der einen Seite (Futter),
Offenheit und Selbstbestimmung der TänzerInnen auf der anderen Seite (Wiese - Betreten erlaubt!).
Die Module dieses 2teiligen Kurses können auch einzeln belegt werden .
MODUL I : Futter
„Für mich ist nicht die Mechanik des Körpers von Interesse, sondern die Motivation für Bewegung“.(S.Browne)
In „Futter“ werden im Bodentraining, in kleinen Bewegungsetüden in Raum und Zeit,
Solos, Duos, oder Tanzen mehrerer Teilnehmer, Ideen für Bewegungen vorgegeben. Die Ausführung wird bei jedem(r) TeilnehmerIn anders aussehen.
Das Bewegungsvokabular wird erweitert, indem die Teilnehmer neues Material ausprobieren.
Dabei ist es interessant, die sogenannte Technik (unter anderem Timing, Raum, Zeit,
Gewicht, Dialog, Präsenz, Stille und Lärm) mit den individuellen Ideen der Teilnehmer zu
verbinden.
Dieses Modul dient vor allem dem Aufwärmen und Im -Körper - Ankommen, um gut vorbereitet die tänzerische Seele baumeln lassen und improvisieren zu können.
MODUL II: Wiese -Betreten erlaubt!
Nach der Vorbereitung am Vormittag im Modul I bietet dieser Workshop die Möglichkeit, den inneren und äußeren Bewegungsraum zu erforschen.
In der Phase des Aufwärmens werden Enspannungs- und Wahrnehmungsübungen angeboten, an Improvisationen (Solo, Duett), welche die TänzerIn mit sich und der Umgebung in Kontakt bringen geübt...
Ein sich entwickelnder Bewegungsprozeß fordert zum Experimentieren mit Stimme und Gegenständen auf. Das Einrichten eines Bewegungs- und Zuschauerraumes durch Gruppenteilung soll zu Tanzimpulsen auf das Gesehene anregen.
Wir werden sowohl mit als auch ohne Musik arbeiten. Die Stille kann zu einer authentischen Auseinandersetzung mit der Umgebung und deren Einfluss auf Geste, Form und der Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten in der Tanzimprovisation führen.
Jede(r) TänzerIn hat die Möglichkeit individuell an den angebotenen Strukturen zu arbeiten und sie in Ihrer Zeit persönlich zu interpretieren und aufzulösen.
Johanna TatzgernJohanna Tatzgern studierte an der Universität für angewandte Kunst. Seit 1990 nahm sie an Weiterbildungen im Bereich „Neuer Tanz“ (Contact-Improvisation, Improvisationtechnik, Authentic Movement, Körperarbeit) teil und ist seit 2006 DanceAbility Trainerin.
Es folgten diverse Einladungen zu Festivals und Symposien, Zusammenarbeit mit Tänzern, Künstlern und Wissenschaftern, Realisierung von Installationen, Performances unter Einbeziehung von Mensch, Medien, Raum und bildender Kunst.
1999 gründete sie den Verein Goldfluß Unlimited (Konzeption und Ausführung prozessorientierter Projekte im sozial-künstlerischen Raum).
Seit 1994 setzt sie sich intensiv mit der Projektarbeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen auseinander unter anderem am Institut Hartheim, Kunstraum Goethestraße – pro Mente.
Seit 2007 arbeitet sie an dem Aufbau einer Tanz/Performancegruppe Tanzmontage im Verein Balance (Verein für Integration und Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen) und realisiert künstlerische Projekte unter anderem „Inter-View“ (gemeinsam mit Elke Krasny), in der Galerie 5020 Salzburg „Eigensinn-Eigensicht“, Fotoarbeiten (Museum auf Abruf,Wien), „Synthese: Tanz –Film” (Videopräsentation, Tepidarium, Peripher, kuratiert von Bernadette Dewald, Filmcoop, Tanzquartier Wien), „Portraits afterlife“ (Installation, Performance, kuratiert von Katherina Zakravsky, Academie van Eyck, Maastricht, Holland), „Aftermath of a Faun – Hybridtraining“ (gemeinsam mit Katherina Zakravsky), „Interspirale“ (Installation/Performance, Pushkinskaya, St. Petersburg, Russland), „Drängen & Sehnen“ (ImPulsTanz, 8tension, sowie Künstlerhaus, Videoarbeit für eine Soloarbeit von Ingrid Reisetbauer,Wien), „Between screens“ (Konzept: Lisa Hinterreitner, Performance/Installation, Sommerszene 06 Salzburg), u.v.m.
Sonja BrowneSonja Browne ist Tänzerin, Choreografin, Trainerin und Begründerin von danse brute. Sie engagiert sich für den in Österreich noch weitgehend unbekannten inklusiven Tanz, der sich mit dem breiten Bewegungsspektrum, das sich durch die unterschiedlichen physischen, sensorischen und kognitiven Möglichkeiten von Menschen mit Behinderungen eröffnet, beschäftigt.
2011 gründete sie „ tanzmontage.Balance“ als tägliches Angebot im Rahmen von Balance (Tagesstruktur für Menschen mit Behinderungen).
Sonja Browne wirkte bei Editta Braun/Salzburg, Willi Dorner/Wien, AMICI/Großbritannien und Theater STAP/Belgien mit und erarbeitet seit 1999 im Rahmen von danse brute in enger Zusammenarbeit mit Menschen mit und ohne Behinderungen Tanzstücke und performances.
Photo: © Johanna Tatzgern & Sonja Browne