Shamanic Improvised Presence
Improvisation und Performance als potentiell schamanistische Handlung
Ein Experiment zur Erforschung der Beziehung zwischen improvisiertem Tanz, Performance und Schamanismus. Übungen und Erfahrungen in Präsenz, Transformation, Atem, veränderten Seinszuständen, Trance, Wahrnehmung, Ritual und Performance. Seit über zwanzig Jahren studiere ich sowohl alte als auch zeitgenössische Rituale. Ich erkenne Weiterführungen und Unterbrechungen zwischen den religiösen Ritualen und der westlichen Bühne. Schamanismus, allgemein gesagt, bezieht sich auf rituelle und spirituelle Praktiken, in Zusammenhang mit unsichtbaren Kräften, mit Energie, mit der Verwandlung von Raum und Zeit und mit der Verschiebung von Bedeutung und Perspektive.
Wir werden täglich - im Tun und Sprechen - das Konzept von Präsenz hinterfragen. Was ist es? Wie erfahren wir sie? Kann sie choreografiert werden? Was können wir über Präsenz durch Improvisation lernen? Was ist Magie? Welche Rolle spielt Präsenz beim Schaffen von Magie, bei Transformation und beim Erahnen Anderer Welten? ?
QUEER!
(Un)getanzte Repräsentation von Gender und Sexualität
Queer bedeutet eigenartig oder seltsam. Queer ist ein Terminus der politischen Solidarität für diejenigen, die nicht heterosexuell, monogam und folgsam sind. Queer ist eine politische und ästhetische Strategie der Spaltung und des Ungehorsam. Queer ist eine Einstellung dem Körper gegenüber, vor allem die Sexualität und das Geschlecht betreffend, und wie der Körper sich den sozialen Normen und Regeln anpasst oder eben nicht anpasst. Queer ist eine schamlose Verkörperung vom Verwerflichen, Tier, Monster, Cyborg, Feministischen oder Homosexuellen. Queer ist eine alchimistische Umleitung von Beleidigung und Verleumdung, Gewalt und Ablehnung. Queer begrüsst soziale Spaltung zugunsten der sexuellen Befreiung, sei es im Theater, auf der Straße, in der Familie, der Schule und darüberhinaus. Queer in seiner bedrohlichen Form überschreitet ethnische und nationale Grenzen. Queer Performance ist eine uotpische Fantasie. Es scheitert, aber es scheitert auf fabelhafte Weise.
Wie können wir queer tanzen? Wie queer ist Tanz ohnehin schon? Wie reproduziert unser Körper oder unser choreografische Gedanke die einfachsten binären Rollen von Mann und Frau? Was können wir daraus machen? Wir werden tanzen, improvisieren und komponieren. Wir werden direkt mit Gesten, Aktionen, Bewegungsmaterial, und körperlichen Haltungen arbeiten. Manchmal werden Dialoge, Diskurs, Bilder und Interventionen unsere Arbeitsweise ausmachen. Wie werden kurz ImPulsTanz-Vorstellungen aus einer queeren, feministischen und postfeministischen Perspektive betrachten. .
Keith HennessyKeith Hennessy, Performer, Choreograf, Dozent und Organisator, wurde in einer Bergbaustadt im nördlichen Ontario (Kanada) geboren, lebt in San Fransisco und arbeitet regelmäßig in Europa. Er ist Direktor des Circo Zero und gewann einen New York Bessie Award (2009). Er war Mitbegründer von den Performanceräumen 848 und CounterPULSE in San Fransisco. Er war ein Mitglied der legendären Compagnie Contraband von Sara Shelton Mann. Seine besondere Neugier gilt der Improvisation. Seit über 25 Jahren "queert" er Körper und Bühnen. Er ist Doktorand für Performance Studien an der Universität von Kalifornien in Davis.
www.circozero.org
Photo: Keith Hennessy © officerfishdumplings.com