Partnering
„hooking up”
Wir werden „Partnering“ erforschen, indem wir unseren Körper gewichten. Wir finden ein gemeinsames Gleichgewicht, übernehmen das Gewicht gegenseitig. Wir werden ein Bewußtsein für das „hooking-up“ (Zusammentreffen) mit anderen entwickeln und damit eine Verlängerung unseres eigenen Körpers erfahren. Wir werden uns auch in das Thema „Manipulation“ vertiefen, die Ähnlichkeit zwischen dem Manipulieren des eigenen Körpers und dem Anderen. Hierbei arbeiten wir teils mit themenorientierten Improvisationen und teils mit vorgegebenem Material und versuchen beides miteinander zu kombinieren.
Horizontal Fall
Ein großzügiges Überlassen gegenüber dem Raum
Oh du Sklave der Erdanziehungskraft. Du kannst nicht fliegen.
Aber durch das Verständnis unserer Grenzen werden wir Freiheit finden. Anstatt gegen das Gewicht an zu kämpfen entsteht ein Gefühl von Leichtigkeit und Schwerelosigkeit durch das Benützen des Körpergewichts während der Bewegung. Der horizontale Fall ist ein kontrollierter Fall, der im Gegensatz zum vertikalen Fall, niemals den Boden erreicht. Statt auf den Boden zu fallen, fällt man entlang des Bodens.
Der horizontale Fall konzentriert sich mehr auf Bewegung im Raum als auf die Bewegung im Körper und zielt darauf ab, den Unterschied von aktiver und passiver Bewegung zu erkennen. Ein großzügiges Überlassen gegenüber dem Raum. .
Questioning Choreography
Vorgegebenes Material während dem Bewegen erschaffen
In diesem Workshop werden wir vorgegebenes Material und Improvisation gegenüberstellen. Meist werden diese zwei Varianten als gegensätzlich wahrgenommen, so als ob man sich für das eine oder das andere entscheiden müsste. Allerdings ist da noch eine große Spannweite dazwischen. Es sind nicht wirklich vorgeschriebene Improvisationsaufgaben, die ich im Sinn habe, denn das wäre ja wieder vorgegebenes Material! Was mich interessiert, ist der mentale und physische Zugang zu dem Material eines Performers in Zusammenhang mit der Kreation einer bestimmten Arbeit, bzw. was zwischen Improvisation und Choreografie zu finden ist.
Somit handelt es sich hier nicht um einen Improvisationsworkshop, sondern viel mehr um ein sich Bewegen durch Improvisation und die Gegenüberstellung mit vorgegebenem Material, um dann mit den gewonnenen Erkenntnissen zu den Vorgaben zurückzukehren. Technisch gesehen, soll die Initiierung und Entwicklung von Bewegung untersucht werden. Es ist auch ein fragender Blick auf das Choreografieren: die kreierte Bewegung, die performte Bewegung und die Idee, die hinter der Bewegung steht. Ähnliche andere Fragestellungen werden uns beschäftigen.
Rasmus ÖlmeNach seiner Karriere als Tänzer schuf er im Jahr 2001 die Produktionseinheit Refug und kreiert seither Arbeiten zwischen Brüssel und Stockholm. 2007 zog er zurück nach Schweden und absolviert derzeit die künstlerische Praxis seines Doktoratstudiums an der Universität für Tanz und Zirkus in Stockholm.
Mehr Information über Rasmus‘ Doktorat:
www.doch.se
Photo: Rasmus Ölme © Marta Lamovsek