Contemporary Technique
Spielerisches und feinfühlige Interaktion mit dem Körper
Was nehme ich wahr, was überrascht mich? Das Training möchte ein spielerisches und feinfühliges Zusammenspiel mit dem Körper bieten. Dafür wird der Rahmen geschaffen, der die Möglichkeit zum kreativen Dialog mit sich selbst betont, so dass jeder die Individualität in seinem Tanz, seinem Training weiter verfeinern kann.
Zum einen erkunden wir die Verfügbarkeit (“availablity”) von Stille, Bewegung, Sound und Berührung, um uns in den verschiedenen Facetten des Tanzens wieder zu finden. Dabei steht die Idee von “Empty” als “nicht vorfixierter Meinung” im Zentrum der Auseinadersetzung, um von dort ein “zugänglich-sein” in den Raum (being responsive towards space) zu etablieren.
Zum anderen lernen wir, uns selbst “feinabstimmen” (finetuning), d.h. koordinative Flexibitlität und Leichtigkeit zu erleben. Es wird Raum gegeben das Bewusstwerden über Focus und dessen Qualität einstellen zu können, zu schärfen.
Wieviel meines Focus ist wohin gerichtet?
Im praktischen Tun sind Übungen aus Yoga, Chi Quong, Cranio Sacraler Körperarbeit und Alexander-technik eingebunden.
Die Stärkung der vertikalen Ausrichtung (eigene Mittellinie) im Spannungsverhaeltnis zu Raum und Präsenz, das Bewusstwerden des Focus, freie Körperkoordination, sich selbst in der Lust an Bewegung finden und den Körper phyisch zu stärken sind die Ziele dieses Kurses.
Dance is something that we do
Ansicht an sich
“This is what we do”, ist eine Ansicht (Einstellung, Aussage, Statement) wie wir uns mit Tanz auseinander setzten können. In diesem Kurs werden wir Raum schaffen, sowohl Tanz zu sehen, als auch uns selbst im Tanz zu sehen.
Indem wir das eigene Tun im Tanz als solches erkennen und dadurch Bezugspunkte schaffen, können wir auf eine Klarheit hinarbeiteten, die Raum für die Entwicklung einer individuellen Bewegungssprache schafft.
Die selbe Geste bekommt unterschiedlich mögliche Bezugspunkte und von da aus betreten wir das Spielfeld der unterschiedlichen Aussagemöglichkeiten, die einer Geste inne wohnen.
Die Rollen des Beobachtens und dessen der Beobachtet, sollen den gleichen Stellenwert haben, wie die des Tuns und dessen der etwas tut.
Über das Tun im Tanz (in die Bewegung), über das Tanzen im Sehen und vom Sehen wiederum in das Tun.
Dafür stehen uns der Körper, das Hinhören, das Hinsehen, das Wahrnehemen, das Aufnehmen, das Abgeben und das Ausrichten zur Verfügung, sowie der Raum, die Freude, die Neugierde, das Ungewisse und das Entdecken der Möglichkeiten, die wir durch die Offenheit zum Tun erkennen können.
Mein Hintergrund in Improvisation / Composition liegt in der jahrelangen Arbeit mit William Forsythe und Michael Klien. Meine Neugierde auf das detailierte Sehen wird verfeinert in der Auseinadersetzung mit Cranio Sacraler Körperarbeit.
Nicole PeislDie Österreicherin Nicole Peisl arbeitet seit Mitte der 1990er Jahre als freischaffende Tänzerin, Performerin, Choreografin und Lehrerin. Sie ist Ensemble Mitglied der Forsythe Compagnie (TFC). Sie war auch Mitglied des Ballett Frankfurt (2000-2004) und hat als freischaffende Tänzerin mit verschiedenen ChoreografInnen und Compagnien wie u.a. Anouk van Dijk, Joseph Tmim, The Episode Collective und Daghdha Dance Company in Limerick gearbeitet.
Aus ihrer Zusammenarbeit mit Kollegen von TFC entstand die Arbeit „Hue“, die 2007 im Bockenheimer Depot in Frankfurt Premiere hatte. Im Oktober 2010 hatte ihre Arbeit „Vielfalt“ im LAB Frankfurt Premiere. Diese Arbeit entstand im Auftrag der Forsythe Company für Motion Bank. Momentan arbeitet sie, ebenfalls im Auftrag von TFC, an einer neuen Arbeit „Überblick“, die im Juni 2011 im Festspielhaus Hellerau in Dresden Premiere feiern wird.
Peisl ist sehr engagiert in ihrer Lehrtätigtkeit. Sie hat u.a. an der Rotterdamse Dansakademie, der HfMDK in Frankfurt, der Universität in Limerick, der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, der Justus-Liebig-University in Giessen, sowie beim ImPulsTanz Festival unterrichtet. Sie hat ein Training in Visionärer Craniosacralarbeit, eine nicht-invasive Körperpraxis, abgeschlossen und ist jetzt in der Ausbildung für Somatic Experiencing, die von Dr. Peter A. Levine entwickelt wurde. Seit 2009 arbeitet sie mit dem Philosophen und Autor Alva Noë im kreativen Forschungs- und Lehrbereich zusammen.
Photo: Nicole Peisl © Dominik Mentzos