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Workshops 2008
Ismael Ivo
Week4: 4. - 8. August
14:30 - 17:00The Impulsive Body Adv*



IMPULSIVE BODY
Improvisation Class for Performers

In diesem Workshop konzentrieren wir uns auf die Differenzierung innerhalb der Reichweite unserer Arme und dem größeren umgebenden Raum. Der Raum in unserer Reichweite, auch “persönlicher Raum” oder Kinesphäre, ist wie eine Blase um uns herum. Mithilfe eines handgroßen Balls können wir uns innerhalb der Blase in alle Richtungen ausstrecken, während wir immer in deren Zentrum bleiben. Wenn wir uns also in einen anderen Teil des Raumes bewegen, bewegt sich unsere Kinesphäre mit uns. Diese Technik lässt die Hände Bewegung initiieren, während der Körper am Boden rollen kann, der Ball um den Körper rollen kann, wir ihn werfen, drehen, fallen lassen und fangen können. Der Ball wird leicht in einer oder beiden Händen liegen, die Finger sind entspannt. Damit unterstützen wir, dass Bewegungsimpulse strömen können, sei es, dass wir sitzen, stehen oder gehen. Weiters werden andere Objekte und Elemente für eine Art Tanzinstallation, herangezogen. Mithilfe von Techniken aus der Akrobatik mit Seidentüchern und verschiedener Varianten der Raumnutzung werden die Teilnehmer sich mit Körper und Schwerkraft auseinandersetzen. Die Kreation von Bewegungen in der Luft bereichert die Performance-Fähigkeit, die in diesem Workshop studiert und erweitert werden kann.


Ismael Ivo
Ismael Ivo, 1955 in São Paulo/Brasilien geboren, wurde bereits 1983 mit dem Trofeu Pirandello São Paulo ausgezeichnet. Es folgt 1983/84 ein Stipendium am Alvin Ailey American Dance Center in New York, bevor er 1985 nach Berlin zieht, wo er bis heute lebt. Neben seinen zahlreichen Soloabenden u.a. „Phoenix“ (1985), „Under The Skin“ (1986), „Delirium of a childhood“ (1989), „Die kreisrunden Ruinen“ (1991) und „Apocalypse“ (1992) machten ihn seine Choreografien „Francis Bacon“ (1993) und „Othello“ (1996), beides Produktionen unter der Regie des deutschen Tanztheaterchoreografen Johann Kresnik, international bekannt. Ismael Ivo hat eng mit Johann Kresnik und dem Japaner Ushio Amagatsu, Choreograf des weltbekannten Sankai Juku Ensembles zusammengearbeitet. Diese unterschiedlichen Erfahrungen verschmelzen mit seinen afrikanisch-brasilianischen Wurzeln.
Von 1996 bis 2000 leitete er das Ensemble des Tanztheaters am Deutschen Nationaltheater Weimar, wo er insgesamt elf Stücke schuf. In den 1990er Jahren kooperierte er intensiv mit Theaterregisseuren, u.a. mit George Tabori. 1999 begann Ivos Zusammenarbeit mit Marcia Haydée, es entstanden die Duos „Tristan und Isolde“ (1999) und „M.- wie Callas“ (2002) sowie Choreografien für Ankara, Rio de Janeiro und Wien. 2006 erhielt die 2001 gemeinsam mit Koffi Kôkô und Yoshi Oida erarbeitete Produktion „Die Zofen“ nach Jean Genet den Londoner Time Out Live Award.
Der charismatische Tänzer ist Mitbegründer von ImPulsTanz im Jahr 1984 und bis heute an der künstlerischen Leitung beteiligt. Seit 2005 ist Ismael auch Artistic Director der Biennale di Venezia Settore Danza.
2010 erhielt er den Ordem do Merito Cultural do Brasil, die höchste kulturelle Auszeichnung Brasiliens.
Photo: © Ismael Ivo