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Workshops 2008
David Hernandez
Week1: 14. - 18. Juli
10:00 - 12:00Movement Logic Adv
12:10 - 14:25Elastic Choreography Adv
Intensive 1: 19. + 20. Juli
12:30 - 14:45 & 17:45 - 20:00Movement Logic Beg

Movement Logic
den Körper effizienter nutzen

Der Workshop beginnt mit einem technischen Teil, der den Tänzern die Möglichkeit gibt, ein eigenes Verständnis für Geometrie und ihren Bezug auf den Körper, zu entwickeln. Es werden Alignment (Ausrichtung), Bewegungsfluss, Atmung und die Beziehung zum Raum wie auch zu anderen Teilnehmern studiert. Ebenso beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Möglichkeiten, Bewegung aufzulösen und zu verlängern. Sobald dies verinnerlicht wurde, leitet David zu Improvisationen und Kompositionen über, damit die StudentInnen Gelegenheit bekommen, in spontanen Situationen ihre Bedürfnnisse und Fähigkeiten zu erforschen. In der Improvisationsphase sammeln wir Erfahrungen mit Körpergewicht und Gravitation. Dies ist für ein effizientes Bewegen im Raum notwendig. Dann wird die Klasse immer körperlicher und dasTraining der einzelnen Muskelgruppen und die Arbeit mit Gravitation beginnt. Schließlich nähern wir uns choreografischen Bewegungsmaterial in dem das vorher Gelernte angewendet wird.

„Seit 15 Jahren arbeite ich an einem persönlichen Zugang zu zeitgenössischem Tanz und bringe dabei viele Erfahrungen und Einflüsse ins Spiel. Zu Beginn habe ich mich darauf konzentriert, die Lücke zwischen Körperarbeit und Recherche, bekannt als Releasetechnik, und deren Umsetzung in Bewegung und Tanz, zu schließen. Der Fokus meiner Arbeit liegt darauf, Brücken zu bilden, zwischen dem eher statischen Ergründen der Verbindungen im Körper und der korrekten Verwendung der Muskeln durch Verlängerung des Muskelsystems unter Berücksichtigung des Knochengerüsts. Dies alles soll in körperlich anstrengenden Bewegungsabläufen berücksichtigt werden. Sobald uns klar ist, wie wir den Körper effizienter nutzen können, entsteht die Voraussetzung für effizientere Bewegung, als auch eine große Auswahl an Bewegungsmaterial, die aus dieser Recherche entsteht.“




Elastic Choreography
Komposition, (k)ein Trip

Durch die Wiederauflebung der Improvisation im Tanz in Europa der Mitte bis Ende der Neunziger Jahre, also in der Zeit in der das Projekt Crash Landing (in Zusammenarbeit mit meg Stuart und Christine de Smet) enstanden ist, scheint Improvisation als Performance wieder in den hintergrund getreten zu sein. Obwohl es nicht so offensichtlich ist, blüht diese Form der Performance in einem Kreis von Improvisationsbegeisterten und erlebt ihre Wiedergeburt bei verschiedensten Künstlern und der Verwirklichung verschiedenster Projekte. Immer mehr wird in Tanzstücken mit Improvisation als Basis oder Teil einer Struktur gearbeitet und für ihre Erarbeitung verwendet. Choreografie ist oft ein Hybrid aus Struktur und Improvisation, mein ELASTIC CHOREOGRAPHY-System miteingeschlossen.
Für diesen Workshop möchte ich auf mehrere Facetten der Improvisation eingehen. Die Fähigkeit zu improvisieren ist nicht notwendigerweise dieselbe Fähigkeit, die man beim Improvisieren braucht. Wenn ich einen Improvisationsworkshop leite, fühle ich mich verpflichtet, grundlegende Fähigkeiten für die Improvisation weiterzugeben, da es so selten ist, dass Methoden genügend forciert und gut unterrichtet werden und man niemals zuviel Übung haben kann.
Ich möchte mich auf die Probleme in der Improvisationpraxis konzentrieren und auf das Erschaffen spontaner Komposition, die für einen Zusschauer lesbar ist. Meine Absicht ist es, einige grundlegende Fähigkeiten zu streifen, um zum Aufbau einer gemeinsamen Sprache und als Warm-up für den späteren Improvisationsprozess beizutragen.
Der Workshop wird sowohl mit den Erfahrungswerten der Teilnehmer als auch mit meinen eigenen seine Form annehmen. Es geht um Komposition nicht um den Trip, obwohl ich nichts gegen einen Trip beim Komponieren habe.




David Hernandez
David Hernandez, geboren in Miami, studierte Studiomusik, Jazz und Oper an der Universität von Miami und Tanz an der New World School of the Arts, bevor er nach New York ging, um bei der Trisha Brown Dance Company zu lernen. 1993 ging er mit Meg Stuart nach Europa, wo er mithalf, Damaged Goods in Belgien zu gründen. Er arbeitete fast fünf Jahre als Performer, Trainingsleiter und Stuart‘s Assistent bei der Compagnie. Später verließ er die Compagnie, um sich in Brüssel seinen eigenen Arbeiten zu widmen, und zwar unter dem Namen Edwardvzw.
Er entwickelte das Improvisationsprojekt „Crash Landing“ (1996-1999) in Zusammenarbeit mit Meg Stuart und Christine de Smedt. Weitere Improvisationsprojekte entstanden für Festivals wie das Klapstuk, Springdance, Sum of the Parts u.a. Er tanzte in Improvisationen mit Künstlern wie Katie Duck, Steve Paxton, Vera Mantero und anderen.
David ist ein international gefragter Dozent und unterrichtet seit 10 Jahren u.a. bei P.A.R.T.S. Er leitete das Performance Education Program (PEP) in Leuven bei der Klapstuk Festival Residenz. Er erhielt Unterstützungen unter anderem von der Flämischen Regierung wie auch von anderen Produktionshäusern für die Realisierung seiner Arbeiten. Weiters fungiert er als Partner für das private Tanzstudio Dance Centrum Jette mit Roxanne Huilmand, das von der Belgischen Regierung unterstütz wird.
Die letzteren Projekte waren in Zusammenarbeit mit Rebecca Murgi (Italien), Laborgras (Deutschland), Anouk Van Dijk Company (Niederlande), Anne Teresa De Keersmaeker and Rosas (Belgien). Er tanzt in der neuen Kreation von Rosas „Cesena“, die im Juli 2011 beim Festival D’Avignon Premiere feiern wird. Seine neue choreografische Arbeit mit dem Arbeitstitel „Thirst“ wird Anfang 2012 gezeigt.
David Hernandez schreibt weltweit über Musik, Tanz, Bildende Kunst, Multimediale Kunst, Events, Didaktik und Experimentelles Theater und ist als Pädagoge, Performer und Schaffender/Regisseur/Dramaturg sehr gefragt.
Web page – www.myspace.com/doojazz
Photo: David Hernandez © Timea Buknicz