Gravity Happens: Principles of Movement
Schwerkraft passiert einfach
Dieser Workshop richtet sich an AnfängerInnen, die ihren Körper besser Kennenlernen wollen, bevor sie mit einem Tanzworkshop beginnen. Ein Leitfaden, der das Wohlsein in unserer Alltagsbewegung fördert und Anleitung gibt, wie ma Verletzungen bei Tanz und Sport verhindern kann. Bewegungsmuster werden analysiert und den Teilnehmern wird gezeigt, wie man effiziente Wege findet.
Wir konzentrieren uns auf sensorische Entwicklung, Flexibilität und Kraft. Es besteht die Möglichkeit Fragen zu stellen. Je nachdem, was für die Gruppe wichtig ist, danach richtet sich der Workshop.
Die Bewegungsprinzipien basieren auf der Mechanik des Körpers, der sich in einem Feld von Schwerkraft bewegt. Unser Nervensystem ist auf eine vertikal organisierte Struktur von Knochen, Muskeln, Gelenken, Organen, Flüssigkeiten, Geweben, u.a. ausgerichtet. Bei Bewegungen sind all diese Systeme in eine dynamische Konversation involviert.
Einige essentielle Aspekte dieser Konversation brechen wir auf Übungen und erforschende Improvisationen herunter:
- wie entwickeln wir ein effiziente Kraft und Stabilität des Zentrums?
- wie lassen wir unnötige Spannung los und benutzen die tiefen Muskelschichten, während wir gleichzeitig die oberflächlichen entspannen?
- wie artikulieren wir Bewegung in der Wirbelsäule?
- wie bewegen wir den Körper als Einheit und wie isolieren wir Bewegung?
- wie integrieren wir den Boden beim Bewegen und Falten und Entfalten des Körpers?
Unser neu erworbenes Wissen wird in kleinen Choreografien und Improvisationen angewendet.
In dieser Praxis wird dein Körper verbundener und entwickelt seine eigene Intelligenz. Sei darauf vorbereitet, mit deinem Geist so viel wie mit deinem Körper zu arbeiten.
SCORE!
„Score“ (engl.): Partitur, Auswertung, Filmmusik, Spielstand, Tor!
Scores werden in diesem Workshop als Spielregeln benutzt, die unsere Umgebung und uns reorganisieren.
Jede Spielregel bedeutet sowohl eine logische Verknüpfung von Aktionen als auch eine Restriktion von Handlungsmöglichkeiten und baut sich so von selbst zu einer Improvisationsstruktur auf. Die Scores, also jedes Set von Spielregeln, bekommen so einen eigenen Charakter und bieten unterschiedliche Möglichkeiten, aus spielerischer Bewegung heraus die eigene Kreativität zu entwickeln.
Voraussetzung für eine gelungene Gestaltung von Scores ist die Wahrnehmungsdifferenzierung, was den eigenen Körper, die Gruppe, räumliche und zeitliche Faktoren betrifft. Daher werden wir uns in einem Warm-Up ausgiebig mit unseren Sinnen beschäftigen. Durch die eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit dem Inhalt ist der Workshop für Menschen mit und ohne Bewegungserfahrung geeignet.
Scores können als Subtext für Improvisation in Performance verwendet werden, aber auch in anderen Situationen (z.B. Unterricht mit Kindern und Jugendlichen) eingesetzt werden.
Kerstin KussmaulKerstin Kussmaul ist Tanzschaffende und Somatic Movement Educator. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt in Musik/Tanzprojekten sowie der Entwicklung neuer Formate in der Vermittlung und Erforschung von Bewegung, wie z.B: „Vexations: Wir nennen es Arbeit“, eine Musik/Raum/Performance Installation, die 2009 bei ImPulsTanz uraufgeführt wurde. Sie ist Magistra der Musik und Tanzpädagogik, studierte Somatic Movement Education und TCM in Berkeley/USA, Myoreflextherapie und Yoga und unterrichtet in Europa und den USA. Sie ist Projektinitatorin und Leiterin von IDOCDE (International Documentation of Contemporary Dance Education), einem zweijährigen EU-geförderten Projekt mit 12 europäischen Partnern.
Photo: Kerstin Kussmaul © Jork Weismann