Creation for Beginners
Die kreative Erfahrung ist ein einzigartiger Moment
Ziel dieses Workshops ist es, eine Choreografie zu komponieren und/oder eine Improvisation zu erschaffen, bestehend aus organischem Bewegungsvokabular, das auf den Sinnen und nicht auf den Intellekt beruht. Die künstlerische Dimension von Live-Performance wird herausgestrichen – ein klarer Gegensatz zum Alltagsleben, um andere Erfahrungen, Gefühle, Geschmäcker und vor allem einen kritischen, kreativen Geist zu fördern.
Die Entwicklung des Bewegungsmaterials wird durch systemische, strukturierte Spiele erforscht. Wir benutzen unsere Fantasie, um uns unterschiedliche körperliche Zustände zu entdecken - das grundlegende Material des zeitgenössischen Tanzes. Wir erforschen die Parameter, aus denen Choreografie entsteht.
Um dieses Ziel zu erreichen, suchen wir durch Entspannung und Dehnung nach Möglichkeiten, den Körper als Ganzes zu begreifen. Durch Übungen und strukturierte Spiele fördern wir Präzision und die Qualität der Bewegungen und die Wahrnehmung für uns selbst und andere.
Wir spielen auch mit anderen Elementen, die mit Bewegung zusammenhängen: mit Zeit, Raum, Energie, mit dem Körper und seiner Beziehung zu anderen, zum Boden, zu einer Oberfläche, zu Klang usw. Der Workshop endet in Kompositionen, individuellen und kollektiven Improvisationen, die diesen flüchtigen und einzigartigen Moment enthüllen und gleichzeitig Zeuge dessen sind: die Live-Performance.
Dieser Workshop ist stark von meiner Erfahrung und Arbeit als Künstlerin geprägt. Für mich ist es wichtig, die kreative Erfahrung als einzigartigen Moment zu zeigen, so wie wir ihn als Professionelle leben: mit wahrem Gewicht und mit Strenge, mit Begeisterung für Erfindung, Neuheit und füreinander.
Rosas Repertory – Desh
“Nicht ein einziges Mal, nicht einmal in Momenten tiefer Konzentration, sollten wir die Vorstellung von Freude fallen lassen.”
Wir erlernen Ausschnitte der Trioversion aus dem Jahr 2005. Da ich am Entstehungsprozess beteiligt war, werde ich darauf fokussieren, die TeilnehmerInnen die Quellen dieser Arbeit, die Inspirationsorte, aus denen sie kommen, spüren zu lassen. Das Vergnügen, Bewegung zu erfahren, seine emotionalen Texturen und all seine differenzierten Qualitäten von Volumen, Raum, Schwingungen und Explosionen, sind Zentrum meines Unterrichts.
Marion BallesterMarion Ballester arbeitet seit ihrer Ausbildung am CNDC Angers (1987 bis 1989) als Choreografin, Performerin und Dozentin. Ihre Karriere begann 1989 mit Engagements bei Dominique Petit, Phillipe Decouflé und später bei Rosas. 1992 ging sie nach New York um ihre Ausbildung in den Trisha Brown Studios fortzusetzten. Danach begann sie selbst zu choreografieren, gründete ihre eignene Compagnieund kreierte: „Blue Mathematics“, „Unconscious Landscape“ (2000) ein Tanz/Skulptur/Video Projekt für vier TänzerInnen inspiriert von der Arbeit Louise Bourgeois’, „Intimez-moi“ (2001); „Bord à Bord“ (2002); und schließlich „Neptune“ (2004) für das Festival des Antipodes in Brest, eine Performance für fünf TänzerInnen zu Musik von Philippe Manoury.
2002 war sie Assistentin von Anne Teresa de Keersmaeker für „Once“ und tanzte im Trio „Desh“ mit Salva Sanchis und Anne Teresa de Keersmaeker.
Zwischen 2007 und 2009 arbeitete sie an dem Triptychon: „Trois solis pour Marion“ in Zusammenarbeit mit Benoît Lachambre, Osman Kassen Khelili und Odile Duboc.
2010/2011 wurde sie von Raimund Hoghe für „Si je meurs, laissez le balcon ouvert“ engagiert.
Marion Ballester unterrichtet an verschiedensten Ausbildungsstätten und für Tanzcompagnien: CND-Paris, P.A.R.T.S., Angelin Preljocaj, Philippe Découflé und Jean-Claude Gallota.
Photo: Marion Ballester © Anne Norman