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Workshops 2007
Ismael Ivo
Week3: 30. Juli - 3. August
18:00 - 20:00Modern Expressive Dance Int



Modern Expressive Dance Intermediate
Technik als Wegbereiter für die Fantasie

Über die Bewegung erforschen wir das anatomische Potenzial des Körpers, um seine Form besser zu verstehen und so seine geistigen und emotionalen Dimensionen zu entdecken und auszudrücken: Tanz für einen sensiblen und intelligenten Körper. Die Klasse ist von der Technik Lester Hortons, des Mentors des berühmten Choreografen Alvin Ailey, inspiriert. Da Horton die menschliche Anatomie respektiert, trägt sie dazu bei, körperliche Schwächen zu korrigieren. Sie bringt dem Rumpf Release (Durchlässigkeit) und den Armen Ausbreitung und bereitet so die TänzerInnen auf jede Art von Tanz vor. In choreografischen Phrasen spielen wir mit Zeit, Rhythmus und Bewegungsqualität und üben damit diese heute notwendigen Fähigkeiten von TänzerInnen. Besondere Aufmerksamkeit schenken wir der Leistung, einen überzeugenden Performance-Charakter mit emotionaler Kraft zu entwickeln. Somit verstehe ich Technik als Basis für den kreativen Prozess und als Wegbereiter für die Fantasie.



Ismael Ivo
Ismael Ivo, 1955 in São Paulo/Brasilien geboren, wurde bereits 1983 mit dem Trofeu Pirandello São Paulo ausgezeichnet. Es folgt 1983/84 ein Stipendium am Alvin Ailey American Dance Center in New York, bevor er 1985 nach Berlin zieht, wo er bis heute lebt. Neben seinen zahlreichen Soloabenden u.a. „Phoenix“ (1985), „Under The Skin“ (1986), „Delirium of a childhood“ (1989), „Die kreisrunden Ruinen“ (1991) und „Apocalypse“ (1992) machten ihn seine Choreografien „Francis Bacon“ (1993) und „Othello“ (1996), beides Produktionen unter der Regie des deutschen Tanztheaterchoreografen Johann Kresnik, international bekannt. Ismael Ivo hat eng mit Johann Kresnik und dem Japaner Ushio Amagatsu, Choreograf des weltbekannten Sankai Juku Ensembles zusammengearbeitet. Diese unterschiedlichen Erfahrungen verschmelzen mit seinen afrikanisch-brasilianischen Wurzeln.
Von 1996 bis 2000 leitete er das Ensemble des Tanztheaters am Deutschen Nationaltheater Weimar, wo er insgesamt elf Stücke schuf. In den 1990er Jahren kooperierte er intensiv mit Theaterregisseuren, u.a. mit George Tabori. 1999 begann Ivos Zusammenarbeit mit Marcia Haydée, es entstanden die Duos „Tristan und Isolde“ (1999) und „M.- wie Callas“ (2002) sowie Choreografien für Ankara, Rio de Janeiro und Wien. 2006 erhielt die 2001 gemeinsam mit Koffi Kôkô und Yoshi Oida erarbeitete Produktion „Die Zofen“ nach Jean Genet den Londoner Time Out Live Award.
Der charismatische Tänzer ist Mitbegründer von ImPulsTanz im Jahr 1984 und bis heute an der künstlerischen Leitung beteiligt. Seit 2005 ist Ismael auch Artistic Director der Biennale di Venezia Settore Danza.
2010 erhielt er den Ordem do Merito Cultural do Brasil, die höchste kulturelle Auszeichnung Brasiliens.
Photo: © Ismael Ivo