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Workshops 2007
Claudia Jeschke &
Nicole Haitzinger
Week1: 16. - 20. Juli
12:15 - 15:15Analysing Dance: Techniques of Contemporary Choreography o

Analysing Dance: Techniques of Contemporary Choreography
das Körpergedächtnis erinnern

Zeitgenössische Choreografie bedeutet nicht nur, dass es sich hier um ein neuartiges, progressives und zeitgemäßes Kunstschaffen handelt, es bedeutet auch, dass sie einen intellektuellen Standpunkt zur Bewegungssprache als solche einnimmt, zu ihrer Geschichte, den performativen Modi und dem soziokulturellen Kontext.
Im Diskurs des Tanzes wird das Erinnerungsvermögen des Körpers und der Bewegung mit seinen spezifischen Erinnerungsmechanismen immer noch mythologisiert oder kaum als solches beachtet. In diesem Seminar versuchen wir, spezielle Strategien und Prozeduren im Tanzbereich, die für herausragende zeitgenössische Choreografien von Bedeutung sind, zu durchleuchten. Der Tanz hat seine eigene Form der Erinnerung und sein eigenes Gedächtnis. Durch die Analyse zeitgenössischer choreografischer und tänzerischer Techniken und aus historischem Blickwinkel wollen wir uns diesem „anderen“ performativen Wissen nähern. Unterstützt wird der Unterricht mit Videos und Textmaterial am Beispiel von William Forsythes Oeuvre.

Das Seminar findet in der sommerlichen Atmosphäre des Arsenals statt, mitten unter den zahlreichen Workshops und Research-Projekten für TänzerInnen und Tanzinteressierte. Ein Ort also, der sowohl TheoretikerInnen als auch PraktikerInnen zum Austausch einlädt. Alle TeilnehmerInnen werden zu ausgewählten Performances eingeladen.


Claudia Jeschke
Claudia Jeschke studierte Theaterwissenschaft und Germanistik in München und promovierte 1979. 1994 erhielt sie eine Professur am Institut für Theaterwissenschaft in Leipzig, wo sie habilitierte. 2000 Professur für Tanzwissenschaft an der Hochschule für Musik in Köln. Seit 2004 ist sie Ordinaria für Tanzwissenschaft an der Universität Salzburg. Gastprofessuren an europäischen und amerikanischen Universitäten folgten Claudia Jeschke ist Autorin zahlreicher Publikationen, in denen sie als ausgebildete Tänzerin die Tanzgeschichte vor allem unter bewegungsanalytischen und praxisorientierten Gesichtpunkten beleuchtet. Die Verbindung von Historie, Theorie und Praxis dokumentiert sie in zahlreichen Re-Konstruktionen zu Tanzphänomenen des 18., 19. und 20. Jahrhunderts.

Nicole Haitzinger
Nicole Haitzinger absolvierte ihr Diplomstudium und Dissertationsstudium am Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Als wissenschaftliche Begleiterin, Dramaturgin und Kuratorin nahm sie an diversen internationalen Projekten und Theorie-Praxis-Modulen teil. Ihr wissenschaftlicher, dramaturgischer und journalistischer Fokus liegt in der kreativen Begegnung zwischen Theorie und Praxis, Historie und Gegenwart. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit befasst sie sich – unter der praktisch-theoretischen (und fächerübergreifenden) Perspektive – mit den Themenkomplexen Inszenierung, Wirkungskonzepten im Tanz in verschiedenen historischen Formationen sowie mit zeitgenössischen performativen Künsten. Seit Oktober 2004 in der Abt. Tanzwissenschaft/Dance Studies des Fachbereichs Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft der Universität Salzburg tätig. Aktuell arbeitet sie an ihrem Habilitationsprojekt. Internationale Lehraufträge und Vorträge. Sie ist Redaktionsmitglied bei Corpus: www.corpusweb.net. Lebt und arbeitet in Salzburg und Wien.
Photo: Nicole Haitzinger © Nicole Haitzinger