WORKSHOPS
Übersicht aller Workshops
Zusatzworkshops
Workshop Levels
Workshopinfo .pdf
Workshops 2007
Ismael IVO & Franca PAGLIASSOTTO
Week1: 16. - 20. Juli
18:15 - 20:00Modern Ethnic Dance Beg
Week2: 23. - 27. Juli
18:00 - 20:00Modern Ethnic Dance Int
Week3: 30. Juli - 3. August
18:00 - 20:00Modern Expressive Dance Int
Intensive2: 4. + 5. August
12:30 - 14:45 & 17:45 - 20:00Modern Expressive Dance Beg
Week4: 6. - 10. August
12:15 - 14:30Movement Flush Adv*

Modern Ethnic Dance Beginner
erhöhte Wahrnehmung durch sich wiederholende Bewegungen

Die traditionelle Form des Kreises ist die Basis für diese Klasse. Der Kreis lädt die StudentInnen ein, mit ihrer eigenen Energie in Berührung zu kommen und sich mit allen Mitgliedern der Gruppe zu verbinden. Tanz als Ritual ist die Grundlage für die Kreisform. Sich wiederholende Bewegungen erlauben uns, unsere Wahrnehmung zu schärfen. Das drängt uns, das Unaussprechliche auszusprechen und das Unerklärliche zu wissen, aus dem einfachen Grund, weil wir eine Bewegung miteinander teilen.



Modern Ethnic Dance Intermediate
erhöhte Wahrnehmung, die uns drängt, das Unaussprechliche auszusprechen

Tanz ist Ritual: heiliges Ritual, soziales Ritual. Im Tanz finden wir diese doppelte Bedeutung, die Teil des Ursprungs aller menschlichen Aktivität ist. Die traditionelle Form des Kreises bringt die StudentInnen mit ihrer eigenen Energie in Berührung und mit den anderen TeilnehmerInnen in Verbindung. Der Bodenkontakt der Füße gemeinsam mit den Beckenvibrationen und der Ausbreitung der Arme befreit den Rumpf und macht ihn für den Rhythmus der sich wiederholenden Bewegungen frei. Mit diesen Wiederholungen intensiviert der Tanz unsere Wahrnehmung und drängt uns, das Unaussprechliche auszusprechen und das Unerklärliche zu wissen, aus dem einfachen Grund, weil wir eine Bewegung miteinander teilen. Von da an befassen wir uns mit Übungen zur Instant Time Composition. Wir erlauben unserem Körper auf die Musik zu antworten und sich intuitiv in der Komposition einer Bewegungssequenz auszudrücken. So haben wir die Möglichkeit, der Quelle dessen zu begegnen, was wir Inspiration nennen, genau in dieser choreografischen Folge, die zwar noch nicht gefestigt ist, aber aus dem Schöpferischen entstand. Das wiederholte Erleben dieses Prozesses erlaubt uns, in die Suche nach unseren Körpererinnerungen einzutauchen und den Weg zu einer Erneuerung unseres persönlichen Tanzvokabulars freizugeben.



Modern Expressive Dance Intermediate
Technik als Wegbereiter für die Fantasie

Über die Bewegung erforschen wir das anatomische Potenzial des Körpers, um seine Form besser zu verstehen und so seine geistigen und emotionalen Dimensionen zu entdecken und auszudrücken: Tanz für einen sensiblen und intelligenten Körper. Die Klasse ist von der Technik Lester Hortons, des Mentors des berühmten Choreografen Alvin Ailey, inspiriert. Da Horton die menschliche Anatomie respektiert, trägt sie dazu bei, körperliche Schwächen zu korrigieren. Sie bringt dem Rumpf Release (Durchlässigkeit) und den Armen Ausbreitung und bereitet so die TänzerInnen auf jede Art von Tanz vor. In choreografischen Phrasen spielen wir mit Zeit, Rhythmus und Bewegungsqualität und üben damit diese heute notwendigen Fähigkeiten von TänzerInnen. Besondere Aufmerksamkeit schenken wir der Leistung, einen überzeugenden Performance-Charakter mit emotionaler Kraft zu entwickeln. Somit verstehe ich Technik als Basis für den kreativen Prozess und als Wegbereiter für die Fantasie.



Modern Expressive Dance Beginner
Ausdruck der geistigen und emotionalen Dimensionen des Körpers

Die Klasse ist von der Technik Lester Hortons, des Mentors des berühmten Choreografen Alvin Ailey, inspiriert. Da Horton die menschliche Anatomie respektiert, unterstützt sie uns, körperliche Schwächen zu korrigieren, und bereitet so die TänzerInnen auf jede Art von Tanz vor. Indem wir das anatomische Potenzial des Körpers erforschen, lernen wir, seine geistigen und emotionalen Dimensionen zu entdecken und auszudrücken. Damit kultivieren wir das Tanzen mit einem sensiblen und intelligenten Körper.




Movement Flush - Improvisation for Performers
unser „persönlicher Raum“ als Generator für Bewegung

In dieser Klasse erforscht der/die PerformerIn vor allem seine Bewegungsmöglichkeiten. Ein/e PerformerIn sollte immer bereit sein, seinen/ihren Bewegungsspielraum zu erweitern und zu vermeiden, sein/ihr eigener Stereotyp zu werden. In dieser Hinsicht wird eine Serie von Techniken als Warm-up angeboten, die in der später folgenden Improvisation angewendet werden können.

Wir konzentrieren uns auf ein einfaches Werkzeug, das zwischen dem Raum innerhalb der Reichweite unserer Arme und dem größeren umgebenden Raum differenziert. Der Raum in unserer Reichweite, auch “persönlicher Raum” oder Kinesphäre, ist wie eine Blase um uns herum. Mithilfe eines handgroßen Balls können wir uns innerhalb der Blase in alle Richtungen ausstrecken, während wir immer in deren Zentrum bleiben. Wenn wir uns also in einen anderen Teil des Raumes bewegen, bewegt sich unsere Kinesphäre mit uns. Dieses Werkzeug lässt die Hände Bewegung initiieren, während der Körper am Boden rollen kann, der Ball um den Körper rollen kann, wir ihn werfen, drehen, fallen lassen und fangen können. Der Ball wird leicht in einer oder beiden Händen liegen, die Finger sind entspannt. Damit unterstützen wir, dass Bewegungsimpulse strömen können, sei es, dass wir sitzen, stehen oder gehen. Bewegungen gehen spiralförmig von den Händen aus durch den Körper. Nach einer Weile wird von der/dem PerformerIn verlangt, den Ball wegzulegen, den Körper und seine Erinnerung übernehmen zulassen und den Geist in seine Vorstellungswelt sinken zu lassen.



Ismael Ivo
Ismael Ivo, 1955 in São Paulo/Brasilien geboren, wurde bereits 1983 mit dem Trofeu Pirandello São Paulo ausgezeichnet. Es folgt 1983/84 ein Stipendium am Alvin Ailey American Dance Center in New York, bevor er 1985 nach Berlin zieht, wo er bis heute lebt. Neben seinen zahlreichen Soloabenden u.a. „Phoenix“ (1985), „Under The Skin“ (1986), „Delirium of a childhood“ (1989), „Die kreisrunden Ruinen“ (1991) und „Apocalypse“ (1992) machten ihn seine Choreografien „Francis Bacon“ (1993) und „Othello“ (1996), beides Produktionen unter der Regie des deutschen Tanztheaterchoreografen Johann Kresnik, international bekannt. Ismael Ivo hat eng mit Johann Kresnik und dem Japaner Ushio Amagatsu, Choreograf des weltbekannten Sankai Juku Ensembles zusammengearbeitet. Diese unterschiedlichen Erfahrungen verschmelzen mit seinen afrikanisch-brasilianischen Wurzeln.
Von 1996 bis 2000 leitete er das Ensemble des Tanztheaters am Deutschen Nationaltheater Weimar, wo er insgesamt elf Stücke schuf. In den 1990er Jahren kooperierte er intensiv mit Theaterregisseuren, u.a. mit George Tabori. 1999 begann Ivos Zusammenarbeit mit Marcia Haydée, es entstanden die Duos „Tristan und Isolde“ (1999) und „M.- wie Callas“ (2002) sowie Choreografien für Ankara, Rio de Janeiro und Wien. 2006 erhielt die 2001 gemeinsam mit Koffi Kôkô und Yoshi Oida erarbeitete Produktion „Die Zofen“ nach Jean Genet den Londoner Time Out Live Award.
Der charismatische Tänzer ist Mitbegründer von ImPulsTanz im Jahr 1984 und bis heute an der künstlerischen Leitung beteiligt. Seit 2005 ist Ismael auch Artistic Director der Biennale di Venezia Settore Danza.
2010 erhielt er den Ordem do Merito Cultural do Brasil, die höchste kulturelle Auszeichnung Brasiliens.

Franca Pagliassotto
Franca Pagliassotto, geboren in Turin, ist Tänzerin und Choreografin. Sie begann ihr Studium in der Ariadne Tanzschule in Turin bei Giulio Cantello und Eva Maxcay und setzte diese in Italien fort, wo sie mit verschiedenen Compagnien zusammenarbeitete. Weiters arbeitete sie von 1978 bis 1982 für den Club Mediterranée als Tänzerin und Choreografin.

Zwischen 1982 und 1984 perfektionierte sie ihr Studium des klassischen und des modernen Tanzes (Horton Technik) an der Alvin Ailey School in New York, bei Milton Myers und Max Luna III, in Paris bei Peter Gross und in Wien bei Ismael Ivo. 1984 eröffnete sie die Tanzschule Il Gabbiano in Turin, deren Direktorin sie bis heute ist. 1989 gründete sie die Tanzkompanie Il Gabbiano, mit der sie mehrere Stücke kreierte: „Luci della città”, „Omaggio a Bob Fosse”, „Wiener Blut”, „Moulin Rouge”, u.v.m.

1998 begann sie ihre Zusammenarbeit mit den Choreografen Ismael Ivo und Marcia Haydée, und assistierte in Horton Technik und Yoga Ballett Klassen beim International Tanzfestival ImPulsTanz. Von 2003 bis 2004 war sie Assistentin bei der Compagnie BTT - Balletto Teatro di Torino und seit 2005 assistierte sie Ismael Ivo bei mehreren Performances für das International Contemporary Dance Festival der Biennale di Venezia.
Photo: Workshops 2010 © Marta Lamovsek