WORKSHOPS
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Zusatzworkshops
Workshop Levels
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Workshops 2006
Marion Ballester
Week1: 17. - 21. Juli
12:05 - 14:05Rosas Rep. Adv*
14:15 - 16:15ADD Rosas Rep. Adv*
18:20 - 20:05Contemporary Technique Beg
Week2: 24. - 28. Juli
09:50 - 11:50Rosas Rep. Adv*
12:15 - 14:15ADD Rosas Rep. Adv*
Intensive2: 29. + 30. Juli
09:45 - 12:15 & 15:00 - 17:30Composition Adv

Rosas Repertory
Dieser Workshop basiert auf der Arbeit mit TRIO, einem Teil des Stücks "DESH" von Anne Teresa de Keersmaekers.

Die Choreografie von TRIO ist in enger Anlehnung an die musikalische Komposition geführt - ein wichtiger Aspekt von de Keersmaekers choreografischem Universum. Sie arbeitet unter Verwendung von Strukturen, die eine Art Grammatik ihrer Tanzsprache bilden. Ich gehe davon aus, die Struktur choreografischer Kompostion als konkretes Mittel für die Entwicklung von Tanzstücken zu erkunden, und Choreografie als Ganzes in Beziehung zu den entsprechenden Gesetzmäßigkeiten und einem vordefinierten Ground-plan zu sehen. Obwohl Strukturen beschränken, können sie auch befreiend wirken und den TänzerInnen und ChoreografInnen Autonomie und Fähigkeit, Freiheit und Strenge vermitteln. Indem Zeit und Raum, Musik und Stille miteinander verknüpft werden, entsteht Aktivität in einer Gruppe oder den individuellen KünstlerInnen und unterstützt uns dabei, ein Kunstwerk zu kreieren, das die Lebendigkeit einer Live-Performance ausstrahlt.
In "DESH" ist die indische Musik mit dem Rhythmus des Stückes eng verwoben. Mittels Bewegung und dem Schreiben von Adaptionen werden wir lernen, wie dieses Stück funktioniert.


Contemporary Technique
Freiheit in Bewegung

In meinem Unterricht geht es um Freiheit in der Bewegungspraxis, die durch gewissen Mittel und technischer Strenge erreicht wird.
Der Unterricht gliedert sich in drei Teile; zuerst ein warm-up am Boden, ein barré im Mittelteil und abschließend eine Tanzsequenz als Bewegung im Raum.

Während des vorbereitenden warm-ups wollen wir unsere Aufmerksamkeit für den inneren Raum in Beziehung zum äußeren Raum erhöhen, indem wir uns besonders auf den Atem, die Tiefenstrukur der Knochen und auf das Zentrum der Schwerkraft im Körper konzentrieren. Mit Hilfe von Atemübungen versuchen wir Wahrnehmungen so zu schärfen, dass das Bewusstsein für die Haut, das Gewicht, die inneren Organe, sowie die gesamte körperliche Masse und die Stimme gesteigert wird.
Der Körper steht von den Sohlen bis zum Scheitel aufrecht; drückt vertikal vom Boden, hinten von den Fersen hinauf bis zum Scheitel, und drückt sich abwechselnd durch Weichheit und Festigkeit aus.
Wir beginnen zu tanzen, indem wir uns an die gleichen Vorstellungen des Verlaufs dieser Kraftlinien halten und unser Gewicht einsetzen. Wir verstärken den ersten Impuls der Bewegung im Raum, sodass sich die Geste als Verlangen und Absicht ausdrückt, achten auf Richtung und Musikalität, um dadurch zu einer Bewegung zu kommen, die zugleich gemeinschaftlich als auch persönlich-individuell ist. Nach und nach gewinnt die Bewegung an Empfindsamkeit, wird stärker und erlaubt dadurch stärkeren Ausdruck und bessere Lesbarkeit.

(In Anlehnung an Alexander- und Feldenkrais-Technik, Iyengar Yoga und den Ansatz von Susanne Klein, will ich meine körperliche Praxis herausarbeiten, die auf Wahrnehmung und Imagination aufbaut und die Erfahrungen meiner persönlichen Reise teilen, die ich als Performer, Lehrer und Choreograf erlebt habe.)


Composition
Der vergängliche und einzigartige Moment

“Die Arbeit im Studio ist für mich wie die künstlerische Dimension von Live Performances - losgelöst vom Alltag entfalten sich neue Erfahrungen, Emotionen, Vorlieben und vor allem ein kritischer, kreativer Geist.
In diesen Workshops versuchen wir die Komposition einer choreografischen Arbeit und/oder einer Improvisation zu stimulieren, aus der sich ein organisches Bewegungsvokubular entwickeln lässt, das sich mehr auf die Sinne als auf den Intellekt konzentriert.
Wir werden die Entwicklung dieses Bewegungsvokabulars in einem System strukturierter Spiele erforschen, und über unsere Imagination die verschiedenen körperlichen Zustände und Befindlichkeiten entdecken - die Materialbasis des zeitgenössischen Tanzes - um dann die vielfältigen Parameter zu erforschen, die in den Aufbau einer Choreografie einfließen.
Durch die Arbeit mit Entspannung und Dehnung werden wir am Anfang der Session nach Wegen suchen, die Möglichkeiten des Körpers als Ganzes freizulegen. In den Übungen und strukturierten Spielen werden Genauigkeit und Qualität der Bewegungen, sowie die Wahrnehmung des Selbst und der Anderen gefordert.
Als Nächstes spielen wir mit Elementen, die die Bewegung beeinflussen, wie Zeit, Raum, Energie und dem Körper in seiner Beziehung zu anderen, zum Boden, zur Oberfläche und zum Klang etc.
Der Workshop wird schließlich in Kompositionen, bzw. individuellen und kollektiven Improvisationen kulminieren, die den vergänglichen und einzigartigen Moment - die Live Performance - zeigen.”



Marion Ballester
Marion Ballester arbeitet seit ihrer Ausbildung am CNDC Angers (1987 bis 1989) als Choreografin, Performerin und Dozentin. Ihre Karriere begann 1989 mit Engagements bei Dominique Petit, Phillipe Decouflé und später bei Rosas. 1992 ging sie nach New York um ihre Ausbildung in den Trisha Brown Studios fortzusetzten. Danach begann sie selbst zu choreografieren, gründete ihre eignene Compagnieund kreierte: „Blue Mathematics“, „Unconscious Landscape“ (2000) ein Tanz/Skulptur/Video Projekt für vier TänzerInnen inspiriert von der Arbeit Louise Bourgeois’, „Intimez-moi“ (2001); „Bord à Bord“ (2002); und schließlich „Neptune“ (2004) für das Festival des Antipodes in Brest, eine Performance für fünf TänzerInnen zu Musik von Philippe Manoury.

2002 war sie Assistentin von Anne Teresa de Keersmaeker für „Once“ und tanzte im Trio „Desh“ mit Salva Sanchis und Anne Teresa de Keersmaeker.
Zwischen 2007 und 2009 arbeitete sie an dem Triptychon: „Trois solis pour Marion“ in Zusammenarbeit mit Benoît Lachambre, Osman Kassen Khelili und Odile Duboc.
2010/2011 wurde sie von Raimund Hoghe für „Si je meurs, laissez le balcon ouvert“ engagiert.
Marion Ballester unterrichtet an verschiedensten Ausbildungsstätten und für Tanzcompagnien: CND-Paris, P.A.R.T.S., Angelin Preljocaj, Philippe Découflé und Jean-Claude Gallota.
Photo: Marion Ballester © Eric Legay