Articulating Dance
Das Hauptaugenmerk dieses Mentoring liegt darauf, die TeilnehmerInnen zu ermutigen, sich an grundsätzliche Dinge zu erinnern: warum sie überhaupt begonnen haben, zu tanzen, zu performen oder zu choreografieren; Leidenschaften, die oft genug unter der täglichen Anstrengung weiterzuarbeiten begraben werden.
TänzerInnen und ChoreografInnen haben Gelegenheit, Momentaufnahmen ihrer eigenen Praxis anzufertigen, zu reflektieren was ihre Arbeit eigentlich für sie bedeutet und herauszufinden, wie sie am besten zu ihrer eigenen Kraft finden können und sich deutlicher darüber klar zu werden, was und wohin sie wollen. Mit anderen Worten: was brauchen ChoreografInnen um kreativ zu sein?
Dieser Zugang zum Mentoring besteht darin, Fragen zu stellen. Der Mentor setzt nichts voraus - er stellt lediglich Fragen. Die TeilnehmerInnen wiederum sollen ganz unbefangen die 'dummen Fragen' stellen. In diesem Prozess werden langgehegte Illusionen losgelassen - ein neues, besser fundiertes Verständnis dessen, was sie tun wollen, kann sich entwickeln.
Dieser Prozess soll ChoreografInnen und PerformerInnen dazu anregen, neue Wege zu finden, miteinander zu kommunizieren, und so Hierarchien abzubauen, die unserer Arbeit im Weg sein können. Gedanken, die sich in diesen Sessions entwickeln, werden noch Monate nachwirken und zukünftige Performances und Projekte bereichern.
Es geht in dieser Arbeit nicht darum, das Denken der KünstlerInnen zu verändern, sondern sie dabei zu unterstützen, sich wieder mehr auf ihr Gefühl und Herz zu verlassen.
Die TeilnehmerInnen sollten bereits genügend Erfahrung mit kreativer Arbeit besitzen, um bereit zu sein, sich selbst besonders strenge Fragen stellen zu können.
Bitte sendet einen Beschreibung (ungefähr einen Absatz) über eure vorherigen Tätigkeiten und euer Interesse.
Jonathan BurrowsJonathan Burrows wurde 1960 geboren. Er tanzte 13 Jahre lang beim Royal Ballet, unter anderem auch als Solist, bevor er 1991 begann eigene Choreografien zu schaffen. Nachdem er jahrelang mit seiner eigenen Kompanie auf Tournee war, beschloss er im Jahr 2001, sich auf Zusammenarbeiten mit einzelnen KünstlerInnen zu konzentrieren und Konzepte, Arbeitsprozesse, Performance und Produktion der Arbeit zu teilen.
Seine erste Zusammenarbeit war „Weak Dance Strong Questions“ (2001) mit dem Regisseur und Performer Jan Ritsema, das in 14 Ländern gezeigt wurde. Es folgte eine Serie von Duetten mit Matteo Fargion, „Both Sitting Duet“(2002), dann „The Quiet Dance“ (2005), „Speaking Dance“ (2006), „Cheap Lecture“ (2009) und „The Cow Piece“ (2009). Bis zum heutigen Tag haben die beiden Künstler 200 Vorstellungen in 28 Ländern gegeben. „Both Sitting Duet“ gewann 2004 einen Bessie Award, New York Tanz und Performance Preis, und „Cheap Lecture“ wurde für das Het Theaterfestival 2009 in Belgien ausgewählt. 2010 kreierte Jonathan Burrows „Dogheart“, zusammen mit der Tänzerin Chrysa Parkinson. Weitere nahmhafte Produktionen entstanden in Zusammenarbeit mit Sylvie Guillem und William Forsythes Ballet Frankfurt, und 2008 als Co-Regisseur für Peter Handke's
The Hour We Knew Nothing Of Each Other am National Theatre in London.
Burrows war Associate Artist am Kunstencentrum Vooruit in Gent, Belgien (1992- 2002), am South Bank Centre London (1998/99) und Kaaitheater in Brüssel (seit 2008). 2002 erhielt er einen Preis von der Foundation for Contemporary Performance Arts in New York, für seinen konstanten Beitrag für den zeitgenössischen Tanz.
Er ist Gastdozent bei P.A.R.T.S, Gastprofessor an der Königlichen Holloway Universität in London, an der Universität in Hamburg und der Freien Universität in Berlin. Er hat einen Ehrendoktortitel der Königlichen Holloway Universität in London. Er schrieb das Buch „A Choreographer's Handbook“ (2010), das bei Routledge Publishing erschienen ist.
Photo: Jonathan Burrows © Alastair Muir