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Workshops 2006
Ismael Ivo
Week2: 24. - 28. Juli
16:15 - 18:15Modern Ethnic Dance Adv
Intensive2: 29. + 30. Juli
12:30 - 14:45 & 17:45 - 20:00Modern Expressive Dance Beg

Modern Ethnic Dance

"Was würde passieren, wenn wir uns, anstatt das Leben vorbeiziehen zu lassen, die Verrückheit und Wachheit erlaubten, dieses zu tanzen?" (R.Garaudy). Tanz ist Ritual, heiliges Ritual, soziales Ritual. Wir finden im Tanz diese doppelte Bedeutung, die Teil des Ursprungs aller menschlichen Aktivität ist. Die traditionelle Form des Kreises bringt die StudentInnen in Kontakt mit ihren eigenen Energien und in Beziehung zu den anderen Teilnehmenden. Der Bodenkontakt der Füße, die Vibrationen der Hüfte und das Ausbreiten der Arme befreien den Rumpf und öffnen den Weg zu repetitiven Bewegungen. Mit dieser Wiederholung verstärkt der Tanz das Bewusstsein und wird zur Notwendigkeit, das Unaussprechliche auszusprechen, das Unerklärliche zu wissen – einfach nur aus der Tatsache heraus, dass wir Bewegung miteinander teilen.


Modern Expressive Dance
Technik als Weg zur Fantasie

Über die Bewegung erforschen wir das anatomische Potenzial des Körpers, um somit seine Form besser zu verstehen und auch geistige und emotionale Dimensionen zu entdecken und auszudrücken. Tanz für einen sensiblen und intelligenten Körper. Die Klasse basiert auf der Technik von Lester Horton. Da Horton die menschliche Anatomie respektiert, trägt sie dazu bei, körperliche Schwächen zu korrigieren und die TänzerInnen auf jede Art von Tanz vorzubereiten. Die Technik ist die Basis für einen kreativen Prozess und Wegbereiter für die Fantasie.


Ismael Ivo
Ismael Ivo, 1955 in São Paulo/Brasilien geboren, wurde bereits 1983 mit dem Trofeu Pirandello São Paulo ausgezeichnet. Es folgt 1983/84 ein Stipendium am Alvin Ailey American Dance Center in New York, bevor er 1985 nach Berlin zieht, wo er bis heute lebt. Neben seinen zahlreichen Soloabenden u.a. „Phoenix“ (1985), „Under The Skin“ (1986), „Delirium of a childhood“ (1989), „Die kreisrunden Ruinen“ (1991) und „Apocalypse“ (1992) machten ihn seine Choreografien „Francis Bacon“ (1993) und „Othello“ (1996), beides Produktionen unter der Regie des deutschen Tanztheaterchoreografen Johann Kresnik, international bekannt. Ismael Ivo hat eng mit Johann Kresnik und dem Japaner Ushio Amagatsu, Choreograf des weltbekannten Sankai Juku Ensembles zusammengearbeitet. Diese unterschiedlichen Erfahrungen verschmelzen mit seinen afrikanisch-brasilianischen Wurzeln.
Von 1996 bis 2000 leitete er das Ensemble des Tanztheaters am Deutschen Nationaltheater Weimar, wo er insgesamt elf Stücke schuf. In den 1990er Jahren kooperierte er intensiv mit Theaterregisseuren, u.a. mit George Tabori. 1999 begann Ivos Zusammenarbeit mit Marcia Haydée, es entstanden die Duos „Tristan und Isolde“ (1999) und „M.- wie Callas“ (2002) sowie Choreografien für Ankara, Rio de Janeiro und Wien. 2006 erhielt die 2001 gemeinsam mit Koffi Kôkô und Yoshi Oida erarbeitete Produktion „Die Zofen“ nach Jean Genet den Londoner Time Out Live Award.
Der charismatische Tänzer ist Mitbegründer von ImPulsTanz im Jahr 1984 und bis heute an der künstlerischen Leitung beteiligt. Seit 2005 ist Ismael auch Artistic Director der Biennale di Venezia Settore Danza.
2010 erhielt er den Ordem do Merito Cultural do Brasil, die höchste kulturelle Auszeichnung Brasiliens.
Photo: Workshops 2010 © Marta Lamovsek