0 Artikel im Warenkorb
Liquid Loft - "posing project A"
Preis: € 18,-
ProduktNr.:08DV -003
Liquid Loft - "posing project A"
Liquid Loft / Chris Haring (A)
Posing Project A / The Art of Wow
Posing Project B / The Art of Seduction

Tanz/Choreografie: Luke Baio, Stephanie Cumming, Alexander Gottfarb,
Katharina Meves, Anna Maria Nowak
Choreografie und künstlerische Leitung: Chris Haring
Komposition und Sound: Glim (Andreas Berger)
Dramaturgie und Licht: Thomas Jelinek
Theorie: Katherina Zakravsky
Bühnenset und künstlerische Begleitung: Aldo Giannotti
Inhaltliche Begleitung: Roderich Madl
Film und Foto: Michael Loizenbauer
Produktion: Marlies Pucher

Koproduktion von liquid.loft mit Tanzquartier Wien unterstützt von IDEE ,
ImPulsTanz Wien und La Biennale di Venezia.
Dank an TanzIst Festival/Dornbirn
Mit Unterstützung der Stadt Wien/MA 7 und dem bm:ukk.

Dauer: ca. 60 Min.
Posing Project

Die Posing Project-Serie besteht aus mehreren Arbeiten, die sich mit der Kunst der innovativen Selbstdarstellung und den direkten Auswirkungen auf willige RezipientInnen auseinandersetzen. Im Mittelpunkt stehen eindrucksvolle Stereotypen bzw. Archetypen, die für sich werben, um zur Faszination zu verleiten.

Die Pose ist der Gipfel der Eigenbewegung, der Punkt, an dem der Körper für andere zum Bild wird und sich so zu erkennen gibt. Zugleich ist die Pose ein Überzug der Norm, der den Körper von außen überfällt und zurichtet wie eine Zwangsjacke. Da, wo das bewegte Wesen bei sich ankommt und innehält, weil es in sich ruht, löst sich schon das Bild von seinem Körper, verlässt das Wesen in all seiner Eigenheit und gibt es dem Blick der Anderen preis. Wo Selbstgenügsamkeit in Eitelkeit fließend übergeht, liegt das Reich der Pose.

Posing ist ein Projekt über die Grundmuster der Kommunikation. Die Pose ist Kommunikationsmittel und Ausdruck einer Haltung. Kommunikation fungiert als Muster von Posen, die im sozialen Kontext komplexe Bedeutungsmuster transportieren.

Posing Project A
The Art of Wow

Niemand ist rechtzeitig da, wenn es ans Beeindrucken geht. Erst auf den zweiten Blick wird klar, dass es für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt. Die Nachbilder verbürgen die Einmaligkeit, aber da ist das Bewerbungsgespräch leider schon vorbei. Das Hinstellen und das Ausstellen, wofür die Bühne sowieso da sein soll – heißt, sie in Schwingung zu versetzen. Das ansagen, was doch eine stille Übereinkunft der Darsteller und der Zuschauer bleiben möge, heißt, sich angreifbar machen.

Die Beeindruckungsprofis könnten zu bloßen Stellvertretern, zu „Dummies“ jenes Impressionsdrucks werden, der auf allen lastet, die sich selbst als Erfüllung standardisierter Arbeitgeberträume zu Markte tragen sollen. Da kann der Druck, Abzüge von sich in zahllosen Augen zu hinterlassen, zum Rückzug in die eigene Kluft führen. Aber wie das Kind, das sich versteckt glaubt, wenn es sich die Augen zuhält, sind auch diese „Asbos“ (von der „antisocial behavioral order“ der Bühne Befallene) der Gefahr erhöhter Auffälligkeit ausgesetzt.

So verharren alle stets im Wartezimmer der großen Modelagentur des sozialen Rollentheaters und vertreiben sich die Aufmerksamkeitsspanne mit den Bruchstücken eines Getratsches, das ihnen das multiple Vöglein einer ausgefuchsten Soundinstallation einzuflüstern nicht müde wird.