Les Ballets C. de la B./Hans van den Broeck (B)
"Lac des Singes"
Ein Affe hockt in seinem Käfig. Verspielt hopst er auf und ab, schaukelt und krault sich das Fell, grapscht nach Seilen, erklimmt einen Klettermast. Vor dem Käfig spielen sieben Tänzer Gesellschaft. Sie plaudern mit Micky-Maus-Stimmen, turnen über Stühle, unternehmen Annäherungsversuche. Aber nichts will so recht funktionieren. Man redet und rennt aneinander vorbei.
Das Stück "Lac deS Singes" ("Affensee") ist auch Ergebnis eines Versprechers, der dem belgischen Choreografen Hans Van den Broeck passierte, als er etwas über "Lac des Cygnes" ("Schwanensee") sagen wollte. Die turbulente Arbeit, eine Produktion von Les Ballets C. de la B., ist zu einer turbulenten Paraphrase des Verwechslungsstücks Schwanensee geworden. Der Freudsche Versprecher wird hier zum Zeichen dafür, dass der Gesellschaft etwas fehlt. Die Gefahr, für diesen Leerraum Sündenböcke finden zu wollen, ist groß, meint der französische Tanzpublizist Jean-Marc Adolphe, aber "man kann mit diesem Fehlenden auch spielen". Und genau das tut Hans Van den Broeck.
"In Lac deS Singes", schreibt Adolphe, "singt" der Choreograf "einmal mehr ein Loblied auf die essenzielle Anarchie des Lebens, die kein Zoo (oder Corps de Ballet) gefangen nehmen kann."