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Pariser Fachverband ehrt Meg Stuart
Der Pariser Fachverband für Theater-, Musik- und Tanzkritik hat heuer den Preis für das beste ausländische Stück an Meg Stuart für ihr Stück "Blessed" verliehen. ImPulsTanz zeigte "Blessed" im vergangenen Jahr im Rahmen seines Festivals.

Meg Stuart ist eine der unumgänglichen Persönlichkeiten des zeitgenössischen Tanzes. In ihrer choreografischen Arbeit, bei der sie sich stark von der europäischen Theatertradition inspirieren lässt, misst sie der Gestaltung des Bühnenbildes, den Kostümen und der Musik eine herausragende Bedeutung bei. Diese Dimension erreicht in "Blessed" ihr volles Ausmaß. In dem Stück entdeckt sie den portugiesischen Tänzer und Choreografen Francisco Camacho wieder – den Gründer der Compagnie EIRA – der 1989 bereits in ihrem ersten unbestritten erfolgreichen Stück „Disfigure study“ mitgewirkt hatte.

In "Blessed" präsentieren Stuart und Camacho eine Ästhetik der Zerstörung. Der Tänzer bewegt sich in einer Pappkulisse: eine armselige Hütte, ein riesiger Schwan, eine Palme und ein Stuhl. Ein reißender, endloser Regen trommelt auf die Pappe nieder, feine Tropfen rinnen herunter und durchdringen nach und nach die Bauten, die sich vor unseren Augen in Nichts auflösen. Auf der Bühne schlägt sich der Tänzer allein mit den aufgeweichten Überresten seiner Attrappenwelt herum.
© Tina Ruisinger